[Interview] Alexander von Eisenhart Rothe


Vor einigen Tagen habe ich euch das Buch „Die Wunschmaschine“ rezensiert: LINK.
Nun hat mir der Autor freundlicherweise ein paar Fragen dazu beantwortet!
Alexander Rothe, geboren 1968, ist Autor, Regisseur und Cartoonist.
Mit vollständigem Namen heißt er „Alexander von Eisenhart Rothe“, was sich aber für Signaturen nur schwer eignet, weswegen er seinen Künstlernamen verkürzt hat.
Schon seit vielen Jahren arbeitet er als Cartoonist für den Bastei Lübbe Verlag – was lag also näher seine eigenen Comics in das Buch zu bringen?
Bevor Alexander Rothe richtiger Autor wurde, hat er bereits als Regisseur einige tolle Formate ins Fernsehen gebracht. Die aktuell laufende Sendung „Nicht Nachmachen“ (ZDF) oder die Serie „Pastewka in…“ (RTL) stammen aus seiner Feder.

Seit 2006 schreibt er zudem über seine verrücktesten Reiseerlebnisse eine Kollumne in der Berliner Zeitschrift „Das Magazin“.

Die nun auch in der „Wunschmaschine“ vorkommenden Länder hat Alexander Rothe selbst bereits, unter anderem für seine Dokumentationsreisen für Voxtours, Wolkenlos, etc.

Der Autor lebt heute in Ibiza mit seinen Hunden und vertreibt sich gerne seine Zeit bei Facebook.
Readandbeyourself: Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Kinderbuch zu schreiben?

Was reizt dich an Kinderbüchern?

 Alexander Rothe: Ich glaube, das liegt an meiner Art zu schreiben und welche Art von Geschichten mir selbst gefallen. Ich mag es lustig, phantasiereich, leicht abgedreht und spannend. Ich möchte mit einem Buch Abenteuer erleben können, ich möchte lachen und in meinen Gedanken auf Reisen gehen. Schreiben ist für mich, als würde ich mir gleichzeitig eine Geschichte ausdenken, sie durchleben, sie gestalten und erzählen. Ich bin Erschaffer und Publikum gleichzeitig und die lange Zeit, die es braucht um ein Buch zu schreiben, würde ich nicht durchstehen, wenn ich mich nicht währendessen selbst bestens unterhalten würde. Ernste, nachdenkliche Bücher liegen mir nicht besonders, ich denke dass man auch Abstraktes oder Informatives durch Unterhaltung, Spannung und Humor viel besser vermitteln kann. Die Leser, die „Die Wunschmaschine“ lesen, sollen im besten Falle erst hinterher – nachdem sie eine spannende und lustige Geschichte erlebt haben – bemerken, dass sie gerade sehr viel über den Islam, das alte und neue Ägypten und vieles anderes gelernt haben. Ganz leicht, ohne Zeigefinger, ohne stupides Fakten-Aufzählen.
Ich bin sehr viel gereist in meinem Leben und habe viel über andere Menschen und Kulturen gelernt und ich glaube, dass es für die Zukunft sehr wichtig sein wird, dass die Menschen einander vorurteilsfrei begegnen. In einer Welt, die immer kleiner wird sollten wir einander verstehen, wissen, warum andere Menschen anders denken und handeln. Das Wissen, dass das Fremde nicht zwangsläufig bedrohlich sein muss, ist etwas was wir lernen können.
Das eine fremde Kultur spannend und wertvoll sein kann, war etwas, was ich den Kindern gerne mitgeben wollte. Daher die Idee, fremde Länder für Kinder zu beschreiben. Und weil ich das, wie oben bereits erwähnt, in einem Rahmen tun wollte, der Spaß macht und spannend ist, wurde daraus eine Abenteuergeschichte.
Übrigens sehe ich mein Buch gar nicht als ausschließliches Kinderbuch. Die Freigabe ab 10 Jahre, bedeutet für mich lediglich den Startschuss. „Die Wunschmaschine“ ist für alle Altersklassen gedacht und jede soll dort etwas für sich finden.

Ist es schwer, die entsprechende Sprache für Kinder und Jugendliche zu finden?
 Nein. Im Gegenteil. Ich versuche so zu schreiben, wie man (also nicht nur Kinder) im Alltag sprechen. Da fällt dann schon mal der eine oder andere Kraftausdruck und dafür habe ich durchaus auch schon Kritik geerntet… aber ich schreibe nunmal wie man spricht und nicht wie man sprechen sollte. Und das gilt auch für Kinder. Mal ehrlich, welcher Zwölfjährige schreit nicht mal irgendwann „Scheisse!“? Und wäre ja auch schlimm wenn nicht.
Möchtest du auch noch Bücher in anderen Genres schreiben?
 Hab ich schon. Ich habe unter meinem vollständigen Namen „Alexander von Eisenhart Rothe“ ein reines Erwachsenenbuch namens „GoldenBiker“ geschrieben. Eine sehr lustige Drugs & Crime Story die in Indien spielt. Für die Zukunft plane ich aber erstmal ein paar weitere Teile der Wunschmaschine.
War es schwer, deine eigenen Zeichnungen im Buch unterzubringen?

 Überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Beim Verlag wusste man, dass ich auch zeichne und schlug mir vor, mein Buch selbst zu illustrieren. Ich muss gestehen, zuerst war ich dagegen, weil ich fürchtete, über die Zeichnungen dem Leser zuviel von der eigenen Vorstellung zu rauben. Aber schließlich habe ich mich doch breitschlagen lassen und es nicht bereut.
Was hat dich zur Wunschmaschine gebracht?

 Ursprünglich hatte ich ja die Absicht, eine Geschichte zu schreiben über vier Kinder, die auf einem Schiff um die Welt segeln um Abenteuer zu erleben. Nur ging das natürlich nicht ohne ein plausibles Motiv. Ziemlich schnell war mir klar, dass die vier irgendetwas suchen mussten, irgendetwas einsammeln was über die ganze Welt verstreut war. Und es musste etwas sein, dass auch andere haben wollen würden, denn jede gute Story braucht ja schließlich auch ein paar ordentliche Gegenspieler. Und so entstand, Stück für Stück die Idee zu dieser zerbrochenen Maschine. Eine Maschine die Wünsche erfüllt, wer würde sowas nicht haben wollen? Ich finde das Thema des Wünschens und vor allem zu wissen was man wünschen soll sehr spannend. Viele Menschen in unserer Gesellschaft haben scheinbar alles und versuchen doch ein ständiges Gefühl des Unerfülltsein mit noch einem neuen Handy, einem neuen App, ein größeres Auto oder wasweißich zu kompensieren. Solange man nicht weiß, was man wünschen soll, wird man niemals glücklich und den richtigen Wunsch für sich zu finden ist viel schwerer als man denkt.
Wieso gibt es 4 Kinder – und nicht nur 2 oder 3?

 Die vier Hauptdarsteller meines Buches sollen nicht nur lernen, mit fremden Kulturen umzugehen, sie müssen auch lernen mit ihren eigenen Schwächen zu leben und sich selbst so akzeptieren wie sie sind. Sie sind alle vier extrem unterschiedlich und wenn das Schicksal sie nicht aneinandergeschmiedet hätte, wären sie wohl niemals befreundet. Aber so befinden sie sich in einer Situation, wo jeder von ihnen, so verschieden sie auch sind, Teil der Lösung ist und sie nur zum Ziel gelangen, wenn sie lernen einander zu vertrauen. Ich wollte möglichst unterschiedliche Charaktere und für das was sie stehen benötigte ich vier Personen.
Warst du selbst schon in Kairo?
 Na klar! Man kann zwar wirklich ne Menge im Internet recherchieren, aber wirklich beschreiben und kennen kann man einen Ort nur, wenn man dort war.
Wird in der nächsten Geschichte nur eine Stadt besucht?
 Ich verrate zwar nicht so gerne was aus dem nächsten Teil, aber das es nach Portugal und Marokko geht gebe ich schon mal preis…

Wieviele Bücher wirst du vermutlich brauchen, um die Wunschmaschine wieder vollständig zu machen?
 Im Augenblick plane ich sechs Bücher. Ich habe sie eigentlich schon komplett im Kopf, aber bis es soweit ist hab ich vielleicht noch die eine oder andere Idee mehr. Letztendlich hängt es natürlich davon ab, wie lange meine Leser Lust haben, mit mir auf die Reise zu gehen.
Vielen Dank für das Beantworten der Fragen 🙂
Hier noch ein Auszug aus einem Interview des Autors mit Denk.Mal:
DENK.MAL: Warum Ägypten als Schauplatz? Alexander Rothe: Ägypten ist ein großartiges Land für Abenteuergeschichten. Nicht umsonst spielte ja z.B. der erste „Indiana Jones“ hier. 6000 Jahre Geschichte, geheimnisvolle Monumente, die Exotik zwischen Wüste und Nil, die Religion und Kultur… das alles bietet einen optimalen Hintergrund um dort eine spannende Geschichte zu erzählen. Außerdem muss man ja bedenken, dass „Im Zeichen der grünen Sonne“ Teil 1 einer Serie ist. Der erste Teil des Buches erzählt zunächst die Ausgangssituation, die Vorgeschichte und stellt die Hauptdarsteller vor. Erst nach einem guten Drittel des Buches reisen die Kinder los. Ich brauchte also einen Schauplatz, der exemplarisch alle Möglichkeiten mitbringt, um dem Leser zu vermitteln wohin – im wahrsten  Wortsinn – die Reise geht. Mit Ägypten fand ich das optimale Einstiegsszenario, weil ich hier alle Facetten am besten demonstrieren konnte und jeder Leser sofort ein Gefühl für die Serie bekommt, zumal selbst diejenigen, die noch nicht dort waren, zumindest eine ungefähre  Vorstellung von Land und Leuten haben.

DENK.MAL: Woher hast du dein Wissen über Ägypten?
Alexander Rothe: Ich bin immer schon viel gereist. Zuerst privat, dann beruflich. Ägypten gehörte natürlich auch dazu. Gewisse kulturelle Eigenheiten sind sich in allen Maghreb-Staaten ähnlich, andere wieder sehr ägypten-typisch. Viele Erfahrungen kann man nur durch Reisen machen, um bestimmte Stimmungen einzufangen, muss man einfach vor Ort gewesen sein. Andere Dinge, meist historische und kulturelle Fakten recherchiert man im Gespräch mit Fachleuten, aus Büchern und Internet. Dabei halte ich mich stets an die goldene Regel, die ich von meiner TV-Tätigkeit kenne: „Du sollst nicht langweilen!“ Ich freue mich sehr, wenn die Leser meines  Buches, nach der Lektüre das Gefühl haben, etwas erfahren zu haben, was sie vorher noch nicht wussten. Doch der „Lernwert“ muss sich stets dem  Unterhaltungswert unterordnen.

DENK.MAL: Verrätst du schon ein paar Details zu Band 2 und 3?

Alexander Rothe: Da mache ich gerne ein großes Geheimnis draus. Generell kann ich aber  verraten, dass Band eins wirklich nur der Auftakt ist. Mit jedem Buch wird die Geschichte etwas  düsterer. Wir erfahren, dass die Kinder in eine viel größere Geschichte verstrickt sind, als sie  bislang ahnten und sie in eine Verschwörung geraten sind, die umfangreicher ist, als alles was sie  sich vorstellen können. Was wie eine lustige Abenteuerfahrt begann, wird bereits in Band zwei zu einem Kampf auf Leben und Tod und – so viel sei bereits verraten – einer der Hauptdarsteller verliert in Band zwei diesen Kampf. 

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Ein Gedanke zu “[Interview] Alexander von Eisenhart Rothe

  1. Habe dein Autor heute in der Schule kennen gelernt.
    Er hat uns das Buch „Die Wunschmaschine“ vorgestellt.
    Also ich fand das Buch super und vorallem kann Herr Rothe richtig gut erzählen und natürlich schreiben und lesen.

    Gefällt mir

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