[Rezension] Dornentöchter

Dornentöchter – Josephine Pennicott
Aus dem Englischen „Poet’s Cottage“ von Julia Walther
List
Hardcover, September 2012
396 Seiten
19,99 €

Es ist viele Jahre her, dass die Dichterin und Schriftstellerin Pearl Tatlow in ihrem Haus „Poet’s Cottage“ in Tasmanien brutal ermordet wurde. Obwohl ihre jüngere Tochter Maguerite fortzog, möchte deren Tochter Sadie wieder in dem Haus wohnen. Sie bringt ihre Tochter Betty mit, die in Sydney vorher starke Probleme mit anderen Mädchen hatte.
Sadie ist selber Schriftstellerin, und möchte mehr über ihre Großmutter herausfinden. Im Ort Pencubitt trifft sie die uralte Birdie, eine Freundin von Pearl, die sogar schon ein Buch über die seltsame Frau damals geschrieben hat.

Denn Pearl war nicht zufällig Opfer eines Mordes. Sie war exzentrisch, eigensinnig, im Dorf von den Frauen verhasst und von den Männern begehrt. Ihr Mann Maxwell vergötterte sie, bis sie ihn schmälich betrog und die Kinder im Stich ließ. Die ältere Tochter Thomasina hasste ihre Mutter. Nur Maguerite schien ihrer Mutter nichts nachzutragen, denn Sadie hatte nie den Eindruck von einer grausigen Pearl.
Doch was sie im Originalmanuskript von Birdie über Pearl erfährt, bringt ihr Weltbild ins Schwanken. Was auch immer damals vor sich ging – Pearl kannte ihren Mörder.
Sadie und zwei neue Freundinnen machen sich an die Recherche, was in Pencubittvor noch Böses brodelt. Denn etwas ist noch immer da, war immer da…

Bisher habe ich nicht viele Bücher von List, und war so völlig erwartungslos (abgesehen von der Erwartung an ein gutes Buch ^^). Während des Lesens war ich überrascht. Überrascht vom guten Schreibstil, von der guten Lesestimmung und dem Effekt nach dem Lesen.

Das Buch bedeckt einige Genres. Historienroman, Australienroman (wenn auch nicht nach Art von Barabara Wood), Familiendrama und Krimi. Alles spielt ineinander, obwohl die Autorin nach eigener Aussage (s. Nachwort) einen Krimi im englischen Stil schreiben wollte. Ich weiß nicht genau, was ein englischer Stil ist, aber ich fand die Machart gut.

Die Schreibart (und die Übersetzung) erleichtert schnelles, flüssiges Lesen. Die Handlung springt zwischen der Vergangenheit Ende der 1940er und der Gegenwart, zwei Generationen später. Aber die Kapitel sind so lang, dass man den Übergang manchmal fast überliest und sich kurz in Erinnerung rufen muss, dass es um andere Figuren geht.
Die Figur Pearl ist überall gegenwärtig. Sadie soll ihr sehr ähnlich sehen, wodurch sie in Pencubitt mehrfach drauf angesprochen wird, und stark an ihre Großmutter denkt. Die Geschichte aus Birdies Sicht in der Vergangenheit geht natürlich auch nur um Pearl. Man erfährt auch viel über Birdie, aber das interessiert kaum beim Lesen.

Die Elemente des Krimis waren mir zunächst gar nicht bewusst. Den Klappentext hatte ich schon wieder verdrängt, und war so gespannt, in welche Richtung das Buch gehen würde. Mehrfach hatte ich eine Idee, wer der Mörder sein könnte, aber immer wieder wurde ich mit neuen Informationen überrascht. Das hinterließ einen sehr positiven Eindruck bei mir. Auch wurden die meisten Elemente gegeben und dann dem Leser Zeit gelassen, damit etwas anzufangen. So kann man sicher mehr herausfinden wenn man die Handlung kurz beiseite lässt und kombiniert. Da ich eher zügig durch ein Buch lese, war mir recht egal was nun für Hinweise kommen.
Stellenweise war das Buch ganz schön gruselig. Permanent taucht der mysteriöse Teufel aus dem Keller auf, genauso wie die „Huntsman“-Spinne. Sehr interessante Elemente.

Einen Fantasy-Zug hatte das Buch aber zum Glück nicht, sondern wohl einen sehr menschlichen Mörder. Oder doch nicht?

Weil ich das Ende etwas frustrierend fand, und mir eine spannendere Auflösung gewünscht hätte (es ist IMMER der Gärtner ^^), vergebe ich nur 4 Sterne. Ansonsten habe ich nichts auszusetzen.

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