[Rezension] Spiel des Lebens

Spiel des Lebens – Veit Etzold
Egmont Ink
Softcover, September 2012
349 Seiten

14,99 €

Empfohlenes Alter vom Verlag 14 – 17 Jahre

Es soll ein Neustart sein, ein neues Leben, das Emily an der Universität in London endlich beginnen will. Von zuhause ausgezogen, mit einer Freundin im Wohnheim wohnen und die Freiheit genießen.
Doch schon am ersten Tag erlaubt sich jemand einen bösen Scherz mit Emily, und das ist kein Einzelfall. Ein seltsamer Psychopath offenbart sich Emily, denn angeblich hätte sie sein Leben gestohlen. Nun will er ihres stehlen.

Emily soll zwischen Tod und Leben entscheiden. Aber nicht bei sich selbst – zuerst bei anderen…

Ink bringt bisher wirklich nur nächteraubende Romane heraus. „Spiel des Lebens“ ist genau aus dieser Kategorie: packend, furchterregend, gruselig, realitätsnah und super durchdacht.
Wer ist der geheimnissvolle Erpresser, wer hat die Fäden in der Hand? Kennt Emily ihn?

Angefangen beim Cover sieht das Buch wirklich toll aus. Das Mädchen, dass scheinbar durch den Tunnel läuft (läuft sie wohin, läuft sie vor etwas weg?), die kalten Farben die man bei Emilys Albträumen wiederfindet, machen den Umschlag schonmal zu einem Gruseleffekt.

Die Handlung startet auch sehr krass, nach einem einführenden Prolog folgt eine recht gemütliche Einführung in das Studentenleben und die Situation. Das war sehr angenehm.

Emily ist eine tolle Figur, mit der man sich gut identifizieren kann. Ihre Mutter klammert und sie möchte gerne ihr eigenes Leben führen. Sie hat seltsame Dinge in ihrer Kindheit erlebt, die sie selbst nicht so recht zuordnen kann. Als Leser sieht man die meisten Kapitel aus ihrer Sicht (bis auf die Kapitel aus der Sicht des Killers) und weiß so alles, was in ihrem Kopf vorgeht.

Nicht ganz so gut hat mir gefallen, dass ich recht schnell wusste warum der Killer Emilys Leben haben will. Sehr dezente Hinweise waren mir wohl zu offensichtlich. Es dauert sehr lange, bis man weiß wer ER nun ist, aber das war dann nebensächlich. Die Auflösung der Geschichte war nicht ganz so spannend wie ich es mir gewünscht hätte.

Der Schreibstil des Autors ist sehr interessant. In eiligen Szenen las es sich rasch und ohne Holperstellen, es wurde nur auf das Wesentliche eingegangen. Wenn Emily Panik bekam wiederholten sich Wörter mehrfach oder sogar ganze Sätze. Hin und wieder war das etwas anstrengend, aber nicht störend.
In ruhige Szenen konnte Emily beschreiben, kombinieren und die Ruhe bewahren. Zum Lesen sehr angenehm.

Die Idee von dem Buch fand ich gelungen. So schnell werde ich mir wohl kein anderes Buch von Veit Etzold kaufen, aber sollte noch ein weiteres bei INK erscheinen gehe ich nicht daran vorbei.
Für das Lesevergnügen, dass noch eine weitere Prise Spannung und Länge vertragen hätte, vergebe ich 4 Sterne.

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