[Rezension] Im Mond des Styx

Im Mond des Styx – Alexander Lohmann
Bastei Lübbe
Taschenbuch, Mai 2012
592 Seiten

15 €

Genre High Fantasy

Nach langen Jahren Krieg kehrt der Buschmann Gontas zu seinem Stamm zurück. Doch dort ist er sehr gelangweilt, und möchte nur wieder zurück in den Krieg.
Eines Tages kommt ein seltsames Mädchen ins Dorf, die wirklich nicht zu den Buschmännern gehört. Gontas nennt das stumme Ding Halime und nimmt sie bei sich auf.
Nach einer Jagd jedoch ist das Mädchen verschwunden, und Gontas macht sich zur ihrer Verfolgung auf. Denn seltsame schwarze Krieger haben ebenfalls nach Halime gefragt.
Gontas findet das Mädchen in der Wüste, wo sie ihm erzählt, sie müsste unbedingt zur Zitadelle. Plötzlich tauchen wieder die schwarzen Krieger auf und nehmen Halime mit.

Gontas macht sich auf, das Mädchen zu retten und herauszufinden, was es mit der Zitadelle auf sich hat…

Im Mond des Styx“ ist mal wieder ein absolutes High Fantasy Buch, das ich lesen wollte. Nach wenigen Seiten habe ich an diesem Wunsch gezweifelt, weil es absolut nicht meine Geschichte war. Ich mochte weder Gontas noch Halime und habe auch nicht verstanden, was die beiden miteinander zu tun haben. Und auch im Verlauf des Buches habe ich lange gebraucht bis ich verstanden habe, was Gontas bei Halime will, warum er ihr hinterherläuft.

Der Schreibstil ist sehr schwer und hektisch, sodass ich von Anfang an Schwierigkeiten bei der Lektüre hatte. Dann hieß es Zähne zusammenbeißen und versuchen zu verstehen.

Doch auch nach vielen weiteren Seiten konnte ich dem Ganzen nicht folgen. Zwischenzeitlich war ich ehrlich gesagt einfach nur schockiert. Die Hauptfigur bricht ohne viel Nachdenken Genicke, schlitzt Feinde auf und lässt sich auch von brutalen Leopardenfrauen nicht aus der Ruhe bringen. Gontas sucht das kleine Mädchen, nennt aber fadenscheinige Gründe und kann damit sogar zwei Söldner überzeugen. Gedankenlos – gewissenlos – prügelt und metzelt sich der Buschmann durch die Handlung. Wichtige Zeugen sind egal, auch Hexer gehören generell geschlachtet. Wirklich Spaß hat das beim Lesen nicht gemacht.

Tori und Mart, die beiden Söldner, waren die beiden, die meine Stimmung beim Lesen aufgeheitert haben. Besonders ihre Liebe zueinander, die eigentlich auf Abhängigkeit basiert, ist schön geschrieben. Beide sprechen im Dialekt, was bei Lohmann eine bunte Zusammenwürfelung von Wortkürzungen, wirklich existierenden ausdrücken und interessanten Spielchen wird. Ihre Sticheleien lockerten die zähe Handlung deutlich auf.

Warum bei manchen Fantasyromanen die Handlungen so absturs sein mussten, verstehe ich einfach nicht. Natürlich war jeder Schritt irgendwie wichtig, damit der nächste Folgen kann, aber zum Beispiel der Pilzwald, in den die drei Wanderer kommen, der war absolut überflüssig. Nur weil es ein Fantasyroman ist, muss die Gegend doch nicht verzaubert, jeder Wald gefährlich und ekelig sein und die Figuren unmenschlich, verwachsen und abstrus.
Der Autor hatte eine schöne Fantasy. Für mich war das Buch etwas zu dicht – gefüllt mit Fantasie, aber wenig Handlung.

Es dauerte mir auch einfach zu lange, bis dann die komische Prinzessin oder was sie war, eingeführt wurde. Der Cut war sehr heftig und verwirrend, wenn sich das auch später aufklärt. Was die Rolle von ihr war, weiß ich aber nach dem Lesen immer noch nicht.

Das Ende hätte ich mir etwas fulminanter vorgestellt. Alexander Lohmann kann eindeutig eine Welt erschaffen, aber Schlachten und Kämpfe sind nicht sein Ding. Bei Einzelkämpfen wurden die Figuren aufgeschlitzt und das Blut verteilt so gut es ging (generell waren die Figuren sehr blutig), aber die Finalschlacht, in der Gontas eine so große Rolle hätte spielen sollen, war einfach lächerlich – im Vergleich zur Dicke des Blutes.

Weil ich zum Ende hin Gefallen an der Idee gefunden habe, mir alles aber entweder zu viel oder zu wenig ausgearbeitet war, vergebe ich bloß 3 Sterne.

★★★☆
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