[Rezension] Edelsteintrilogie – Liebe geht durch alle Zeiten

Liebe geht durch alle Zeiten – Kerstin Gier
Rubinrot / Saphierblau / Smaragdgrün 
Arena Verlag
Hardcover, Sonderedition Schuber, 2012
1248 Seiten

39,99 €

Weil es ja schon zig Rezensionen gibt zu den drei Büchern, fasse ich meine Meinung mal zusammen.
Die Trilogie habe ich im schön gestalteten Schuber gekauft. Im Schuber spart man etwa 11 €, wenn man nicht die Bücher einzeln kauft.

Der allgemeine Inhalt:
Seit Jahrhunderten gibt es einzelne Personen, die in die Vergangenheit springen können. Begleitet werden sie dabei von der geheimen Wächterloge, die den „Kreis der 12“ beschützt. 12 Zeitreisende werden es sein, bis der Kreis vollständig ist.
Welcher Kreis das ist, und was Gwendolyn damit zu tun hat, muss das Mädchen schmerzlich am eigenen Leib erfahren, als sie 16 Jahre alt ist und zum ersten Mal in die Vergangenheit springt. Unkontrolliert – denn ihre ganze Familie dachte eigentlich, es wäre ihre Cousine Charlotte, die das Gen geerbt hätte.
So ist Gwen völlig unvorbereitet, als sie in die Geheimnisse der Zeitreisenden eingeführt wird, und prompt mit ihrem Zeitreisepartner Gideon auf Missionen gehen muss.

Dabei trachtet jemand nach ihrer beiden Leben. Denn Gwendolyns Geburt hat etwas ausgelöst, was jemand unbedingt rückgängig machen will. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt – und gegen die Vergangenheit…

Meine Meinung:
Band 1 Rubinrot:
Anders als manches Fantasybuch hatte Rubinrot eigentlich nicht viel Inhalt, entsprechend schnell war ich durch mit der Lektüre.
Gwendolyn erfährt, dass sie das Zeitreise-Gen hat und springt in die Vergangenheit. Zunächst ungeplant, dann kontrolliert, denn sie wird in die Geheimgesellschaft der Wächter und Zeitreisenden eingeführt.
Ein bisschen holprig fand ich die Liebesgeschichte. Das ist sehr jugendlich. Gwendolyn findet Gideon doof, aber eigentlich doch nicht, und er mag Charlotte – und küsst die andere.
Hm.
Außerdem war mir die Szene in der Schule nicht geklärt worden. Sowas mag ich ja gar nicht…

Band 2 Saphierblau:
Anders als der erste Band machen Gwendolyn und Gideon Fortschritte. Einige Geheimnisse werden endlich gelüftet und Gwen weißt zunehmend nicht mehr wohin mit ihren Gefühlen. Das Zeitreisen wird spannender, denn irgendwie kommen sie dem Geheimnis vom Grafen von Saint Germain näher.

Mehr ein Zwischenband als eine eigene Geschichte findet sich im 2. Buch über die Zeitreisenden. Bisher sind wenige Tage vergangen, und alles geht holterdipolter. Gideon ist sehr liebevoll zu Charlotte, scheint sich aber in Gwen zu verlieben – dabei wird mir unzureichend erklärt, warum er denn so nett zu Charlotte wäre.

Und dass Gwen Geister und Dämonen sehen kann, wird überwiegend außer Acht gelassen. Dabei ist das ein wichtiges Detail, was jeder vor Augen hat, aber keiner damit arbeitet. Das war etwas frustrierend beim Lesen.

Band 3 Smaragdgrün:
Der Showdown! Aber trotz der Fülle des Buches (immerhin fast 500 Seiten!) war es recht wenig Inhalt, wie mir schien.
Das große Finale, auf das manche Leser ja monatelang warten mussten, eröffnete sich mir sofort nach Beenden des 2. Bandes. Sowas mag ich ja 🙂

Endlich wurde auch die Szene in der Schule gelüftet, die in Band 1 offen bleibt (Gwendolyns zweiter Sprung).

Das Ergebnis, das herauskam, fand ich aber ganz und gar nicht überzeugend. Ehrlich gesagt war es mir zu oberflächlich, sehr schnell und wenig dramatisch. Die Wendung war zwar überraschend aber nicht zufriedenstellend. Ich hätte mir etwas Spektakuläreres gewünscht. So ein bisschen hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass Frau Gier gerne noch sooo viel mehr erzählt hätte, ihr plötzlich aber die Seitenzahl vor Augen stand und sie schnell alles zuende gebracht hat.

Es werden viele Pläne geschmiedet und angedeutet, der Leser dann aber schließlich überwiegend vor das Ergebnis gesetzt.

Mein Fazit zu der Reihe ist leider nicht wirklich gut. Ich finde die Idee sehr gelungen, dass Zeitreisen geplant werden kann und irgendwie schon alles vorausbestimmt ist. Auch war ich total fasziniert von der Tatsache, dass VOR Gwendolyns Initiationssprung scheinbar keiner einen Ton gesagt hat – dabei hat ja zumindest der Großvater mit Sicherheit von ihrem Gen gewusst. Er hätte sie nicht so ins offene Messer laufen lassen müssen.

Die Wächter und ihre Geschichte war schön durchdacht. Die Anmerkungen, Zitate und Übersichten trugen stets zum Fortschritt der Geschichte bei.

Der Schreibstil von Kerstin Gier ist sehr flüssig und die Wörter rauschten nur so vor meinen Augen dahin. An Beschreibungen und Ausführungen habe ich nichts auszusetzen. Die Kleider und Örtlichkeiten wurden in meinem Kopf sehr lebendig 🙂
Manchmal hätten es weniger Heulszenen, weniger Geplänkel oder Möchtegernwitze sein können, die vielleicht Platz für etwas mehr Tiefe in die Geschichte gebracht hätten. Oder anderen Figuren etwas Persönlichkeit gegeben hätte.
Die Perspektive bleibt nämlich ausnahmslos bei Gwendolyn. Was überwiegend sehr angenehm ist, weil man sich nicht in jemand anderes reindenken muss, aber auch dafür sorgt, dass man niemals weiß, was die anderen nun wirklich denken.

Einige Handlungsfäden waren mir ein bisschen zu lang. Wenn ich eine Sache im ersten Buch nicht verstehe und erst im 3. Buch erklärt bekomme, bin ich gelangweilt. Weil selten kauft man sich erst den Schuber oder alle drei Bücher zusammen. Eine Trilogie sollte auch mit einzelnen Büchern beeindrucken, und bei der Edelsteintrilogie habe ich von den einzelnen Büchern einen eher mittelmäßigen Eindruck.

Schade war für mich auch, dass ich einige Details schon in Band 1 wusste. Während Gwen und Gideon noch tagelang grübeln und die Lösung, die auf der Hand liegt, einfach nicht sehen, wusste ich sofort bescheid. Und dadurch war der Lesespaß auch schon etwas gemildert.

Sehr geärgert habe ich mich über Gwendolyns Mutter. Wenn ihr die Bücher selber gelesen habt, versteht ihr mich sicher: Spoiler für alle, die noch nicht Band 3 kennen: Wenn Lucy und Paul das Gen haben, wird doch ihr Kind mit absoluter Sicherhaut auch das Gen haben. Warum man da so naiv sein kann und zu glauben, dass es das andere Kind ist, verstehe ich nicht. Vor allem wenn Lucas schon wusste, dass Gwen bei ihm war – niemals Charlotte. Den Mädchen hätte viel Leid erspart geblieben sein können. Auch wenn ich weiß, dass dann die Bücher ganz anderes wären 😉

Für die gesamte Trilogie vergebe ich 3 Sterne. Für Jugendliche sind die Bücher sicherlich noch eine Spur besser geeignet als für mich, die mittlerweile etwas mehr Tiefe erwartet. Viele Jugendbücher sind eben doch noch leichter geschrieben.

★★★☆☆

Auf den Film bin ich dennoch sehr gespannt!

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6 Gedanken zu “[Rezension] Edelsteintrilogie – Liebe geht durch alle Zeiten

  1. Eine gelungene Rezension. Ich stimme dir insgesamt auch zu. Ich weiß, viele lieben die Reihe, aber mich hat sie auch nicht umgehauen. Manche Sachen, zum Beispiel auch, dass Charlotte ausgebildet wurde, waren einfach nicht wirklich schlüssig, anderes lag lange auf der Hand, bevor die Figuren auch nur den Hauch einer Ahnung hatten.
    Für mich wäre das Buch mit ein paar Kürzungen auch ein deutlich besserer Einzelband, denn für eine Trilogie fehlen mir die abgeschlossenen Handlungsstränge in jedem Band für sich.

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  2. Danke fürs Zustimmen. Schön, dass ich nicht alleine in all der Huldigung stehe 🙂
    Tatsächlich dachte ich mir auch, dass es eine schöne runde Geschichte in einem Buch hätte werden können. Aber manche Autoren brauchen ja (meist zum Glück) viele Worte ^^

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  3. Ich finde deine Rezension sehr aussagekräftig, liebe Sandra. Ich werde diese Reihe nicht lesen, denke ich, sondern greife dann doch lieber zu den „Erwachsenen“-Büchern von Kerstin Gier. Den Film werde ich mir aber vermutlich auch anschauen.

    LG
    Kathi

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  4. Das freut mich, dass ich dir da weiterhelfen konnte. Ein Erwachsenenbuch habe ich schon hier – und da es weder eine Trilogie noch sonderlich dick ist, habe ich da Hoffnung 😉
    Den Film schaue ich auch!

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