[Rezension] Goldmarie auf Wolke 7



Goldmarie auf Wolke 7 – Gabriella Engelmann
Arena Verlag
Taschenbuch, 1. Auflage August 2012
271 Seiten

9,99 €

Marie Goldt lebt seit längerem nur noch mit ihrer Stiefmutter Kathrin Pechstein und deren Tochter Lykke. Während Lykke allerdings ihr Leben leben kann muss Marie helfen Geld zu verdienen und im Haushalt mitarbeiten. Und ihre Chefin im Bio-Backwarenladen ist alles andere als nett.

Doch nach einem Unfall mit der Brotschneidemaschine scheint sich Maries Glück zu erinnern, wo es sein soll. Durch Zufall trifft sie auf Nives, die Besitzerin eines Bettenladens. Diese möchte Marie gerne als Aushilfe einstellen. Und gleich am ersten Arbeitstag begegnet Marie dem attraktiven Dylan, in den allerdings ihre Kollegin Nikki total verschossen ist.

Aber das ist ja noch Morten, der gerne mit Marie ausgehen will. Und Sören, der ihr das Leben rettet.
Irgendwie ist das alles jedoch eher unbefriedigend, bis auch Lyyke plötzlich einen Jungen mag.

Und Nives hat gewisse Ähnlichkeiten mit Frau Holle…

Goldmarie auf Wolke 7″ ist das fünfte Märchenbuch von Gabriella Engelmann. Und diesmal scheint sie den Bogen wirklich rauszuhaben – und verflicht nicht nur eine märchenhafte Elemente mit Liebesgeschichten sondern lässt sogar das Märchen selbst eine große Rolle spielen, einfach als Märchen. Das gefiel mir sogar noch besser als bei „Küss den Wolf“, wo das Märchen vor jedem Kapitel wiederholt wurde.

Die Märchenelemente sind wieder gekonnt verbaut. Marie Goldt, die Goldmarie, lebt bei ihrer Stiefmutter und deren Tochter, die „Pechstein“ heißen. Schöne Wahl, diesmal 🙂
Im Märchen von Frau Holle (auf das man im Vorwort wieder kurz hingewiesen wird) gibt es mehrere Aufgaben für Goldmarie. Eine davon ist, Brot aus einem Ofen zu holen. Gabriella Engelmann hat Marie Goldt in ihrer Geschichte gleich in einem Bio-Brotladen arbeiten lassen. Sehr passend!

Zunächst entwickelte sich das Buch ähnlich wie im Märchen. Marie ist liebenswürdig, freundlich, hilfsbereit und die Gute, Lykke dagegen eben die Pechmarie, voller Hass, Unglück und Schmerz. Schnell wird dem Leser aber deutlich, dass Frau Engelmann die Schwarz-Weiß-Malerei des ursprünglichen Märchens etwas anders verbauen möchte.
Marie ist nicht ganz so mit Glück gesegnet, auch wenn sie noch so herzensgut und lieb ist. Lykke dagegen hat endlich etwas Glück und taut auf, kommt aus sich heraus.
Die Überlegung fand ich gut, auch wie die Autorin ihre Geschichte mit den Märchenelementen gestaltet hat, sich davon aber teilweise gelöst hat um ihre eigene Geschichte zu kreieren.

Auch das allerneueste Buch von Gabriella Engelmann ist eine Liebeserklärung an Hamburg. Kleine Details über die Umgebung, die Sprache und Gewohnheiten der Bewohner würzen die Geschichte stets aufs Neue.
Nach der Lektüre freue ich mich umso mehr auf unseren Wochenendtrip in die Stadt 🙂

Und die Sprache ist gewohnt witzig, mitreißend und locker. Das Buch ließ sich runterlesen wie weiche Schokolade und ich musste mich gehörig zusammenreißen, nicht alles sofort zu verschlingen. Die Kapitel sind kurz und somit kommt man in der Geschichte immer flott voran, auch wenn die Perspektive sich zwischen drei Personen ändert.

Ehrlich gesagt fand ich „Küss den Wolf“ ein ganz kleines bisschen besser. Die Strukturen waren klarer, es waren weniger Figuren dabei und das Buch jugendlicher. Gabriella Engelmann hat diesmal viele Figuren eingeführt (auch mit netten Abstechern zu bereits bekannten!), die mich manchmal verwirrt haben. Zum Glück gab es zu Anfang wieder ein Figurenverzeichnis – und zumindest die Zwergen-WG kannte ich ja schon 😉
Vielen anderen Lesern werden sicher noch mehr Insider auffallen, die sich auf die ersten drei Bücher beziehen.

Dennoch gebe ich 5 Sterne für diese neue, moderne Märchen. Die Geschichte für sich ist wirklich zauberhaft, und ich mag den Stil und die Schreibweise diesmal sehr. Außerdem konnte ich mich mit Marie voll und ganz identifizieren. Von ihr würde ich zu gerne mehr lesen – schade dass es nach dem letzten Märchenprojekt aussieht (oder, Gabriella?).

Weitere Romane der Autorin und Infos HIER.

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3 Gedanken zu “[Rezension] Goldmarie auf Wolke 7

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