[Rezension] Weiblich, jung, flexibel

Weiblich, jung, flexibel – Felicitas Pommerening
Von den wichtigen Momenten im Leben und wie man sie am besten verpasst
Herder Verlag
Taschenbuch, 2012
178 Seiten

14,99 €

Endlich ist die Uni geschafft! Voller Tatendrang stürzen sich Catlynn und Ellen ins Berufsleben. Aber schon beim ersten Vorstellungsgespräch wird Catlynn vorgeworfen, sie wäre viel zu gradlinig in ihrem Lebenslauf. Also macht sich die junge Frau auf zur Selbstfindung nach Indien.
Anders Ellen, die schnell einen Job findet. Dabei ist das eigentlich nur ein Kompromiss, denn sie möchte gerne in Teilzeit arbeiten. Schließlich braucht sie gar nicht so viel Geld. Nach und nach jedoch nimmt die Arbeit überhand und Ellen muss sich fragen, was sie eigentlich von einem Job erwartet – und bereit ist zu geben.
Catlynn macht ebenso eine interessante Erfahrung im fernen Indien. Die fällt allerdings ganz unerwartet aus…

Was schreibt man über ein Buch, das einem voll aus der Seele spricht? Ich weiß nicht, ob es gut oder schlecht ist, wenn ich ein Buch nicht sofort lesen kann weil es genau das ausdrückt, das ich auch sagen will.
Carlynn und Ellen haben ihren Hochschulabschluss und ihre ganz eigenen Vorstellungen vom Leben – genau wie ich. Anders als bei mir wissen die beiden zwar nur vage, wohin sie wollen, aber viele ihrer Handlungen und Denkweisen konnte ich nur nachvollziehen.

Warum müssen wir am Anfang unserer Karriere kriechen und beuteln (nicht, dass es so bei mir wäre!) und werden in vorrübergehende Anstellungen gepresst (kenne ich aus dem Freundeskreis), selbst wenn wir eigentlich alles lockerer angehen wollen.
Ellen möchte gerne in Teilzeit arbeiten. Kann ich nachvollziehen. Sofern sich mir die Möglichkeit bietet, und mit Familie vereinbar ist, möchte ich auch diesen Weg gehen.

Die Schreibweise der Autorin Felicitas Pommerening fand ich sehr angenehm. In ihrem Buch geht es nicht um die Geschichte, um Liebe, sondern um Zweifel, Ängste und Fortschritte im Leben. Dementsprechend gab es Zeitsprünge, unerkläre Geschehnisse und Ortswechsel. Aber das passte zum Buch, weil es um den Rahmen nicht ging.

Passend fasst die Autorin ihr Buch und die Aussage (wie ich sie rausgelesen habe) am Schluss zusammen:
„Alles, was Frauen machen, ist falsch. Alles, was Männer machen, und sei es genau dasselbe, ist toll.“ (S. 172). Hin und wieder taucht das Wort „Mutterfalle“ auf, mit dem auch Ellen zu kämpfen hat.
Sieht unsere Gesellschaft das so? Gibt es keinen einfacheren Weg, Beruf und Familie sowohl bei Frauen als auch bei Männern zusammenzubringen?

Das Buch wird mir sicher noch einiges an Gesprächsstoff geben und mich gedanklich auf meinem Arbeitsweg begleiten. Schön, dass eine Autorin mal so kurz und knapp eingefangen hat, womit meine Generation zu kämpfen hat. Wir sind vielleicht nicht mehr die „Generation Praktikum“, aber noch immer wird von uns unmögliches verlangt – ein perfekter Lebenslauf mit möglichst vielen Dellen, und am besten noch Berufserfahrung und Charakter sowieso.

Volle Punktzahl für Felicitas Pommerening und ein Buch über Ängste, Mut, Zukunft und die Wahrheit.

★★★★★

Vielen vielen Dank an BloggdeinBuch für die Auswahl als Rezensentin und den Herder Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares!

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3 Gedanken zu “[Rezension] Weiblich, jung, flexibel

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