[Rezension] Immer Ärger mit Opa

Immer Ärger mit Opa – Brigitte Kanitz
Blanvalet
Taschenbuch, Juli 2012
320 Seiten

8,99 €

In München war Nele der Meinung, sich endlich von ihrer komischen, kautzigen Familie aus der Lüneburger Heide abgekapselt zu haben. Doch selbst dorthin verfolgt sie ihre Vergangenheit – in Form von Opa. Doch bevor ihr Großvater überhaupt dazu kommt, Nele vom Grund seines Besuchs zu unterrichten, stirbt er im vierten Stock vor der Haustür von Neles Nachbarin (Nele wohnt leider im 5. Stock). Es passt der Heidjerin gar nicht, dass sie jetzt die Asche ihres Opas zurück zur Familie und zur Beisetzung bringen muss.
Unterwegs trifft die toughe Erste Dame eines Hotels einen seltsamen Unbekannten, der merkwürdig vertraut riecht. Auch er steigt in Lüneburg aus, verschwindet aber gleich.
Und im Eifer des Gefechts vergisst Nele auch noch Opa im Zug. Wer denkt, es kann nicht mehr schlimmer kommen, irrt gewaltig. Denn Opa ist aus einem ganz bestimmten Grund nach München gereist. Oder besser aus zwei Gründen. Oder sogar drei?

„Immer Ärger mit Opa“ habe ich mir als Lektüre geschnappt, als ich zwischen lauter erotischen Romane versunken bin. Denn Brigitte Kanitz (auch bekannt als Brigitte Janson oder D’oratio oder oder oder) bewirbt ihr Buch als humorvolle Liebesgeschichte. Kam mir also gerade recht.
Und schon der erste Leseeindruck war sehr lustig. Auch wenn ich permanent wtf gedacht habe, weil Nele sich nun wirklich in die unmöglichsten Situationen bringen kann, war die Geschichte doch überaus interessant. Ich meine, wer schreibt denn so makaber, dass der Opa ein Stockwerk zu früh stirbt (und mit den letzten Worten „Krematorium. Nur keine Umstände“ S.13)?

Nele ist eine total süße Frau. Ich konnte mich prima mit ihr identifizieren. Unsicher, irgendwie tollpatschig und mit Zielfernrohr für Fettnäpfchen trampelt sie durch ihr Leben und hofft nur, dass keiner sie sieht oder ihre Familie irgendwie merkt, dass sie da ist. Obwohl sie die Aufmerksamkeit doch irgendwie will. So auch bei Kalle. Oder Paul. Oder doch Kalle?

Die Schreibweise von Frau Kanitz ist herrlich. Die Geschichte flog nur so dahin und immer wieder kleine Anmerkungen brachten mir die Familie Lüttjens herrlich näher. Zum Schluss wollte ich nur noch meine Sachen packen und Ferien machen auf dem Pferdehof in der Lüneburger Heide.
Von Brigitte Kanitz werde ich noch viel viel mehr lesen!

Das Buch ist also mal etwas ganz anderes zwischen den Dystopien und komischen Grey-Erotika und seltsamen Frauenschmonzetten. Eine richtige Liebesgeschichte würde ich es jetzt nicht nennen, eher eine Familienliebesgeschichte. Und dafür gibt es bei mir volle Punktzahl!

★★★★★

Weitere Bücher der Autorin:
Der verbotene Duft (als Brigitte Janson)
Die Tortenbäckerin (als Brigitte Janson) zur Rezension
Villa Monteverde (als Letizia Conte)
und weitere.

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