[Rezension] Memento Die Überlebenden

Memento Die Überlebenden – Julianna Baggott
Baumhaus bei Bastei Lübbe
Hardcover, März 2012
461 Seiten

16,99 €

Pressia ist sieben Jahre alt, als die Welt untergeht. Chaos, Atombomben und Zerstörung beherrschen das Stadtbild, und die wenigen Menschen, die dieses Szenario überleben sind schrecklich deformiert. Sie sind die Unglückseligen, die nicht mehr ins Kapitol kamen, wo sie gerettet wären. Pressia verschmilzt an der Faust mit ihrer Puppe, und ihr Großvater verschmilzt am Hals mit einem Ventilator.
Doch irgendwie überleben einige, und neun Jahre später ist  etwas wie Normalität eingetreten.
Doch nun wird Pressia 16 Jahre alt, und damit zum Opfer der OSR, die sie für ihre Armee gegen die Bewohner des Kapitols rekrutieren wollen.

Gleichzeitig hat Partridge, Bewohner des Kapitols und Sohn des Chefwissenschaftlers Willux, die Nase vom Leben unter der Kuppel satt. Er möchte seine Mutter finden, die mit Sicherheit noch außerhalb lebt. Er kann fliehen – doch draußen erwartet ihn eine Welt voller Deformierung und Schrecken. Als Pressia auf den Jungen trifft, ist er in Lebensgefahr…

Memento“ ist eine der vielen Dystopien, die jetzt aus dem Buchboden gesprossen ist. Wie auch in „Ashes“ und „Starters“ ist die Welt zerbombt, erschüttert und aus den Fugen geraten. Diesmal sind die Menschen mit Gegenständen oder anderen Menschen verschmolzen. So auch die Hauptfigur Pressia, die einen Puppenkopf statt einer Hand hat.
Oder Bradwell, der zum Zeitpunkt der Explosionen in einen Vögelschwarm gesprungen sein musste, und nun Flügel auf dem Rücken hat.

Anders dagegen die Bewohner des Kapitols, wie Partridge und Lyda. Sie sind „rein“, und lernen eine verfälschte Darstellung der Geschichte, denn sie sind auserkohren, als etwas besseres einmal die Welt erneut zu bevölkern.

Die Idee des Buches ist sehr interessant. Eine geplante Zerstörung der Menschheit, nur ein Bruchteil soll überleben und wie nach einer Atombombe soll die Menschheit und die Erde bereinigt werden. Warum und wieso erfährt man erst im Laufe des Buches, denn die Hauptfiguren müssen sich ihr Wissen auch selber erarbeiten.

Ich bin immer wieder überrascht, wie brutal diese Dystopien sind. Memento ist keine Ausnahme. Das Buch ist ab 14 Jahren vom Verlag empfohlen, und besonders zum Ende spritzt das Blut, werden Stümpfe beschrieben und keine Ausnahmen in der Brutalität gemacht. Und ab 14 kann man doch das Ausmaß der Geschichte gar nicht erfassen, oder?

Mal kurz für die, die es auch gelesen haben:
Habt ihr am Ende alles verstanden? Warum die Menschen mit Gegenständen verschmelzen sollten? Und Sedge gar nicht böse war?

So ganz hat  sich mir die Geschichte leider nicht erschlossen. Bradwell wusste irgendwie alles, aber ab einem bestimmten Zeitpunkt hatte ich einen Fussel des Handlungsfaden verloren, der mir wichtige Informationen vorenthalten haben musste. So etwa die Hälfte des Buches wusste ich nicht, wo die Reise hingeht, und haben nach 200 Seiten zunehmend lustlos gelesen. Ich glaube, jemand anders hat in seiner Rezension auch geschrieben, dass sie fast aufhören wollte – ich dachte mir, da muss doch noch etwas kommen.
Es kam auch etwas, und ganz anders als ich erwartet habe. Etwa 230 Seiten braucht die Geschichte, um wirklich an Fahrt zu gewinnen. Und dann geht alles Schlag auf Schlag.

Die Figuren sind aber auch etwas sprunghaft. Teilweise erschlossen sich mir ihre Gedanken nicht, und Handlungen waren mehr schlecht als recht nachvollziehbar. Aber weder die Welt noch die Situation ist für mich nachvollziehbar, weswegen ich es einfach hinnehmen musste.

Weil mich also nur das halbe Buch richtig überzeugen konnte, das Ende aber punkten konnte, vergebe ich 4 Sterne für eine gelungene Dystopie mit einer großartigen Idee und einer erschreckenden Welt.

★★★★☆

Advertisements

3 Gedanken zu “[Rezension] Memento Die Überlebenden

  1. Zu deinen grau hinterlegten Fragen:

    Nein! Besonders Punkt 1 nicht. Aber das Buch soll ja auch eine Trilogie werden, nicht wahr? 😉 … habe noch mal schnell geguckt:

    „Fuse, the second book in the Pure trilogy,
    will be published in February 2013.“

    In diesem Sinne: dann dürfen die Fragen ruhig vorhanden sein, sie werden noch gelöst.

    Freue mich dennoch, dass das Buch kein totaler Reinfall war! =)

    Gefällt mir

  2. Huhu Kathi, einmal sollte man es wohl auf jeden Fall gelesen haben, um die guten aktuellen Dystopien alle erlebt zu haben 😉

    @Mini: Nein, ein totaler Reinfall war es nicht. Weil du darauf gepocht hast, dass ich es lesen muss hab ich das ganze Buch durchgehalten und wurde ja am Ende auch überrascht 😉 Danke also für den Tipp 😀
    Bei Band 2 warte ich aber wie bei Finding Sky erstmal eure Leserstimmen ab, bevor ich zugreife.

    Gefällt mir

Schreib mir einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s