[Rezension] Der Klang des Pianos

 Der Klang des Pianos – Elisabeth Büchle
Gerth Medien Verlag
Hardcover, Februar 2012
445 Seiten

16,99 €

Inhaltsangabe des Verlags:
Freiburg, 1912: Richard darf einen lukrativen Auftrag ausführen. Als Klavierbauer für die Firma Welte soll der junge Mann ein selbstspielendes Piano auf einem Luxusliner einbauen: der Titanic. In Irland trifft er auch die bezaubernde Norah wieder, die sein Leben gehörig auf den Kopf stellt.

Die Stewardess soll sich um das Wohl der reichen Gäste auf dem Schiff kümmern. Doch mit einer gewagten Rettungsaktion im irischen Hafenviertel schafft sich Norah mächtige Feinde. Als finstere Ganoven hinter ihr her sind, versucht Richard, sie zu beschützen. Und als die Titanic schließlich aus Southampton ausläuft, blicken beide in eine ungewisse Zukunft …

Der Klang des Pianos“ versprach ein gelungener Roman über die Titanic zu werden. Doch  zunächt lernt man erstmal Richard kennen, dann Norah, dann die zart keimende Liebesgeschichte, dann Irland und Norahs Familie und endlich dann die Titanic. Und die ist nur Nebenschauplatz… ein ganz kleiner.

Die Inhaltsangabe ist etwas irreführend. Bis Richard das Piano auf die Titanic bringt, vergeht einige Zeit.
Die Hauptgeschichte in Irland, wo Norah sich von einer Schwierigkeit in die nächste stürzt. Wir erfahren beim Lesen sehr viel über die Titanic, auch über die letzten Minuten, aber so richtig in Stimmung kam ich nicht dabei. Wir erfahren zumindest schöne Details. Bauskizzen werden besprochen, der Bauch wird besucht und die unterschiedlichen Klassendecks besichtigt. Richard sieht das Schiff natürlich anders als Norah.
Die Handung wurde mir dafür immer wieder zu sehr unterbrochen.
Norah ist impulsiv, lebenslustig und spontan. Ihr erster Besuch in Deutschland verändert bereits bahnbrechend Richards Leben.

Dann verschwindet Richard, aus dessen Perspektive bisher rund die Hälfte der Geschichte war, plötzlich, und die Perspektiven springen zu anderen Charaktären. Bereits bei „Das Meisterstück“ habe ich das bemängelt, und ich kann zwar verstehen wenn die Autorin ihr Augenmerk auf etwas anderes legen möchte. Aber plötzlich die Nebencharaktäre zu Hauptcharaktären zu machen und ihre Sicht der Dinge einzufangen finde ich selbst nicht ansprechend.

Die Schreibart der Autorin ist wirklich schön, das muss ich sagen. Sie schreibt flüssig, ansprechend und ruhig. Keine gewagten Kürzel, keine seltsame Sprache oder Ausdrucksweise und eine gute Überlegung der Formulierungen.

Die Dicke des Romans ist etwas abschreckend. Einige Szenen und zum Beispiel die Figur der reichen, verzogenen Frau und ihr Leben hätte ich vielleicht ausgespart.

Ich vergebe nur 3 von 5 Sternen. Eine romantische Liebesgeschichte ist für mich etwas tiefgehender – und ohne zwei weitere große Nebengeschichten, die einen unkonzentrierten Lesefluss hervorriefen.

Anmerkung zur Rezension:
Es tut mir sehr leid, weil ich weiß, wie viel Arbeit die Autorin mit der Geschichte hatte, und dass sie in jede Geschichte ihr Herzblut steckt. Ich werde mir auch andere Bücher noch holen, um die Schreibentwicklung zu vergleichen. Allerdings ist mein Eindruck immer subjektiv, und ich schreibe dennoch eine Rezension, damit vielleicht jemand anderes denkt „hey, genau soetwas habe ich gesucht“ und sich auf das Buch anders freut!

Weitere Werke der Autorin:
Goldsommer
Das Mädchen aus Herrnhut
Wohin der Wind uns trägt
Im Herzen die Freiheit

Weitere in Vorbereitung.

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