[Rezension] Pinguinwetter

Pinguinwetter – Britta Sabbag
Bastei Lübbe
Taschenbuch, Juni 2012
256 Seiten

8,99 €

Was ist schlimmer, als genau dann gefeuert zu werden wenn man die Karriereleiter schon erklommen hatte? Charlotte weiß es nicht. Für sie ist es der Weltuntergang, als sie sich schon als Cheflektorin wähnte und einfach entlassen wurde.
Frustriert vergräbt Charly sich in Schlabberklamotten und mit Süßigkeiten zuhause, lässt sich nur von Patenkind Finn herauslocken.
Mit diesem besucht sie sogar wiederwillig den Zoo, denn Finns Mutter ist hochschwanger und braucht einen Moment Pause von ihrem „Terrorkind“.
Im Zoo lernt Charly den attraktiven Vater Eric kennen, der irgendwie immer wieder dort auftaucht, wo auch Charly sich gerade danebenbenimmt. Scheinbar möchte der junge Mann anbandeln, doch da ist ja auch noch Marc, der Langzeitlover…

Ich will das Buch jetzt nicht verreißen, aber so wahnsinnig vom Hocker hat es mich nicht gerissen. Die Geschichte ist bekannt, die Klischees werden bedient.
Das Setting finde ich gelungen, denn Patentante – Zoo – Heimatlos kannte ich so noch nicht. Hin und wieder habe ich auch schmunzeln können, aber wieder einmal finde ich mich in der Thematik nicht so wieder.
Ich bin eben nicht Anfang 30 und Single und arbeitslos.

Dennoch glaube ich, dass etwas ältere Frauen (als ich es bin) sich eher angesprochen fühlen. Die Szene im Arbeitsamt kenne ich so selber auch (alles leer und man darf erst PUNKT HALB rein…), aber ich kenne auch einen Mitarbeiter dort und der ist alles andere als untätig.

Weil ich Britta Sabbag bei Facebook in meiner Timeline habe, wünsche ich der Autorin viele LeserInnen, die das Buch eher mögen als ich. Die Zielgruppe sollte vielleicht festgelegt werden 😉

Bei Amazon schreibt User Grauwolf  , dass er den Hinweis am Ende des Buches daneben fand. Britta Sabbag schreibt gewollt humorvoll, dass man beim Schreiben immer einen guten Wein oder anderen Alkohol griffbereit haben sollte.
Das war im ersten Moment lustig, im zweiten eher traurig. Musst die Autorin gar selber zur Flasche greifen um überhaupt kreativ zu sein? Ist deswegen das Buch so dünn und etwas oberflächlich?

Viele Szenen, die sehr lustig anklangen, wurde schnell abgehandelt. Hier und da hätte mehr Inhalt und Ausführungen zur Situation nicht geschadet. So wurde Charly von den anderen Leuten nicht schräg angeschaut, weil Finn so rumschreit. Und Charly lässt ihn auch noch schreien – und erzieht das Kind nicht mal…
Und dann ist die Protagonistin Mitte 30, ihr wird von allen Seiten geraten schwanger zu werden –  aber sie denkt mit keinem Piep darüber nach, dass ihre biologische Uhr tickt. Nein, sie regt sich nur auf dass sie keinen Mann dafür hat und ihr das alle raten. Ich kenne duzent junge Frauen, selbst solche die nur gering älter sind als ich, die sich tausend Gedanken um die ablaufende Uhr im Inneren machen.
Charly nicht… das fehlte mir etwas, weil es für mich so nicht logisch war.
Überhaupt wird das Kinderthema ständig angeschnitten, aber nicht so richtig weiterbehandelt. Bei Eric oder Marc stellt sich Charly niiie mögliche Kinder vor. Dabei gibt es unzählige Gelegenheiten.

Wie gesagt. Vielleicht ist das Buch perfekt aus dem Leben von Frau Sabbag geschrieben. Vielleicht kennt sie lauter Leute die sich darin wiedererkennen.
Ich konnte es leider nicht und vergebe schweren Herzens nur 2 Sterne. Der Pinguin auf dem Cover und auf den Seiten ist sehr süß 🙂

★★☆
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5 Gedanken zu “[Rezension] Pinguinwetter

  1. Deine Rezension finde ich wirklich sehr gelungen! Ich habe das Buch noch nicht gelesen, wollte es aber alleine wegen des Pinguins auf jeden Fall tun!
    Mal sehen, ob es mir vielleicht besser gefällt als dir, auch wenn ich mit 17 Jahren sicherlich auch nicht ins Beuteschema passe 😉
    LG,
    Fina

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  2. Ich bin mit meinen 48 Jahren schon weit drüber…was die 30er jetzt angeht,aber Mädels,wenn Ihr leichte amüsante Lektüre für den Urlaub braucht,greift zu !
    Herrlich erfrischendes Buch für unbeschwerte Tage…
    viel Spass beim Lesen 🙂

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  3. Meinungen sind ja zum Glück immer subjektiv – und es hat den Verlegern ja deutlich gefallen, also stehe ich (für die Autorin hoffentlich) mit meiner Meinung eher alleine da 😉

    Gefällt mir

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