[Rezension] Lord Stonevilles Geheimnis

Lord Stonevilles Geheimnis – Sabrina Jeffries
Egmont Lyx
Übersetzt von Antje Görnig
Taschenbuch Mai 2012
394 Seiten

9,99

Was macht ein Lord, der vom Geld der Großmutter abhängig ist, jede Dirne beim Vornamen kennt und plötzlich zum Heiraten gezwungen werden soll? Richtig: Er spielt seiner Großmutter eine Verlobung vor.
Oliver, Lord Stoneville, lebt ganz glücklich als Junggeselle, bis seine Großmutter ihn und seine vier Geschwister zum heiraten zwingen will. Sonst dreht sie allen den Geldhahn zu. Denn die alte Dame wünscht sich nichts sehnlicher als gesetzte Enkelkinder – und Urenkelkinder!
Doch so leicht will es ihr Oliver nicht machen. In einem Bordell lernt er die Amerikanerin Maria kennen, die ihm wie geschaffen scheint für das Unterfangen. Sie ist nicht nur aufmüpfig, sondern auch noch katholisch und ihr Vater kämpfte einst gegen die Amerikaner im Unabhängigkeitskrieg. Die perfekte Mischung also, welche die Großmutter dazu bringen soll, von ihren Forderungen Abstand zu nehmen.

Doch Hetty Plumtree, seine Großmutter, findet die angebliche Verlobte gar nicht so schlimm. Sie merkt nämlich weit vor den jungen Leuten, dass sich da etwas anbahnt.
Doch auch Oliver stellt zunehmend fest, wie schön es mit Maria ist. Er begehrt sie körperlich – aber findet auch Gefallen an ihrem Lächeln, ihrem Lachen, ihrer Anwesenheit. Dass seine Geschwister ebenso einen fiesen Plan ausgeheckt haben, geht ihm gegen den Strich.

Am liebsten würde er Maria heiraten… wenn er nicht ein eingeschweißter Junggeselle wäre – und Maria nicht schon verlobt!

„Lord Stonevilles Geheimnis“ ist einer der Romane aus der neuen „Romantic History“ Serie von Egmont Lyx. Neben „Kein Lord wie jeder andere“ und „Rühr nicht an mein dunkles Herz“ sind die Geschichten alle sehr ähnlich. Aber ach, wie liebe ich sie, diese wunderbar vorhersehbaren Geschichten. Mann trifft Frau, braucht sie nur zum Schein, sie verlieben sich, alles ist kompliziert und am Ende doch alles gut.
Auch wenn man schon bei der ersten Begegnung zwischen ihm und ihr weiß, wie es ausgeht (und diese Enthüllung den Protagonisten meist bis zur letzten Seite verborgen bleibt), ist die Geschichten dennoch so schön!

Von MIRA kenne ich ja auch schon die Schmonzetten, die verlängerte Groschenromane vom Kiosk sind. Aber Lyx hat sich da nochmal extra viel Mühe gegeben, und wirklich wunderschöne Cover entworfen (nicht immer die klassischen Nackenbeißer oder halbnackten Männer+schmachtender Frau). Fast alle Cover zeigen Frauen in Kleider aus der Epoche.

Lord Stoneville ist auch wieder der klassische Weiberheld. Bisher nur in Bordellen und Kneipen beheimatet muss er nun rechtschaffend und galant sein. Das interessante war dieser Gewissenskonflikt, in den er durch Maria gestürzt wird.
Sie weiß nämlich, mit wem sie es zu tun hat. Und wie das in dieser Art Geschichten so ist, hat sie die Hoffnung, dass er sich noch ändern kann – weil er eigentlich ein anderer ist.

Wirklich gut fand ich diesmal, dass Maria nicht so eine keusche, prüde Tussi war. Es gibt ja auch diese Gesichten (wie „Mein sündiger Engel„), in denen die Frau ahnungslos ist, was zwischen ihr und einem Mann passieren wird. Und dann ist sie überrascht, schockiert und verwirrt. Maria dagegen wollte wissen, was passiert. Sie ist erregt und gibt sich Oliver hin. Dabei hat sie noch die wichtigen gesellschaftlichen Zwänge im Kopf („wenn er mich entjungfert, muss er mich heiraten“), aber eher nebensächlich.
DAS tat mal gut.

Für diese tolle neue Reihe bei Lyx habe ich mich ja schon Anfang des Jahres begeistert. Deswegen kann ich ja jetzt nicht anders, als volle Punktzahl zu vergeben.
Die Geschichten hab ich schnell weggelesen und freue mich auf die anderen Bände! Bitte mehr davon 🙂

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