[Themenwoche] Heute: Hans-Christoph Liess

Nicht nur Frauen können Kinderbücher schrieben und veröffentlichen. Nein, auch Männer sind in diesem Genre vertreten. Wenn auch manchmal nur mit Fachliteratur, wie unser Autor heute…

Lieber Herr Liess, stellen Sie sich bitte kurz vor. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen – eigentlich sind Sie ja Dozent?

Hans-Christoph Liess: Geboren wurde ich vor vierzig Jahren in Belgien und die ersten dreißig Jahre habe ich mich dann vor allem viel rumgetrieben. Studiert, gelebt und gearbeitet habe ich in Deutschland, Frankreich, England und der Schweiz, inzwischen bin ich allerdings deutlich sesshafter geworden und lebe in Norddeutschland auf dem Land mit meiner Familie und einer sehr begabten Katze namens Minka.

Arbeiten tue ich normalerweise als Wissenschaftshistoriker, was vor allem bedeutet, dass ich ziemlich langweilige wissenschaftliche Texte verfasse. Wie ich dazu kam, ein Jugendbuch über Wirtschaft zu schreiben, ergab sich folgendermaßen: von Wirtschaft wusste ich bis vor ein paar Jahren auch nur, dass sie vermutlich ziemlich kompliziert und ziemlich langweilig ist. Das änderte sich erst, als ich zufällig an einem Forschungsprojekt über die Geschichte von Wirtschaftstheorien mitarbeitete. Dabei fiel mir nämlich auf, dass Wirtschaftstheorien wie große und kompliziert verzierte Sahnetorten sind. Von außen sehen sie fürchterlich raffiniert und kompliziert aus. Aber wenn man sie sich genauer ansieht, stellt man fest, dass nur die oberste Schicht der Verzierung kompliziert ist, der größte Teil darunter besteht ganz einfach aus zwei Tortenböden und viel Sahne und Früchte dazwischen. Genauso ist das mit Wirtschaftstheorien. Wir sehen immer nur die komplizierte mathematische Oberfläche, aber darunter verbergen sich oft ganz einfache Zusammenhänge, die jeder verstehen kann.
Schade ist das vor allem deswegen, weil Wirtschaft und Wirtschaftstheorien viel interessanter sind, als man denken würde! Am besten stellt mich sich das so vor, wie wenn man einen komplizierten Funkwecker geschenkt bekommt, allerdings ohne Gebrauchsanleitung. Man kommt einfach nicht dahinter, warum er manchmal piept und manchmal nicht. Mit der Wirtschaft ist es genauso. Wirtschaftstheorien sind wie Gebrauchsanweisungen für die Wirtschaft und wenn wir sie kennen, verstehen wir plötzlich vieles von dem, was um uns herum jeden Tag passiert, viel besser. Z. B. warum es eine Krise gibt oder warum wir uns andauernd neue Handies kaufen. Und da ich das gerne alles schon als Jugendlicher gewusst hätte, habe ich mich hingesetzt und ein Buch geschreiben, dass für Jugendliche und Einsteiger die Wirtschaft und ihre Theorien verständlich erklärt. Zum Glück kam dann noch der tolle Illustrator Gerd Albrecht dazu, dessen Cartoons das alles noch viel besser verständlich machten.

Wow – das klingt spannend!
Um 12 Uhr heute erfahrt ihr genaueres über das Buch.
Und um 18 Uhr beantwortet Hans-Christoph Liess alle eure gestellten Fragen.

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