[Buchvorstellung] Zum Teufel mit Barbie

Zum Teufel mit Barbie – Sylvia M. Dölger
Satzweiss, November 2011
Kindle Edition
ca. 156 Seiten

3,99 €

Was ist In und was ist Out? Mit wem darf ich heute reden mit wem morgen nicht mehr? Die adoptierte Sue fühlte sich schon immer ein bisschen fremd. Ihre wahren Wurzeln liegen in Thailand, in Bangkok. Bisher kam sie in Deutschland immer gut zurecht, doch seit sie auf der Berufschule neu anfangen muss geht alles schief. Ihre beste Freundin, die nun eine andere Schule besucht, führt plötzlich ein eigenes Leben, in das Sue nicht mehr hineinpasst.
Der einzige Hoffnungsschimmer ist Jimmy, ihre Internetbekanntschaft.Endlich will er sich mit ihr treffen – doch das läuft anders als geplant.

Frustriert und voller Panik kann Sue in Deutschland nicht mehr atmen. Kurzentschlossen reist sie nach Bangkok…

„Zum Teufel mit Barbie“ klingt zunächst nach einem annehmbaren Jugendbuch. Selbstfindung, Erwachsenwerden, das ist bekannt.
Sylvia Dölger greift jedoch sehr viel tiefer in die Tasche. Sue ist nicht nur ein adoptiertes Kind, sie ist auch noch Rebellin. Vor Augen hatte ich eine punkige junge Frau. Allerdings ist sie noch immer sehr unsicher.
Als der Halt ihrer Freunde zerbricht und das Internet ihr auch noch aufzeigt, wie grausam Menschen sind, flüchtet Sue in eine ganz andere Welt.
Schon im Flugzeug trifft Sue auf nettere Menschen und kann ihre Probleme hinter sich lassen. Bangkok ist das Aufatmen im Leben, und im Verlauf des Aufenthaltes wird auch die Sprache ein bisschen lockerer.

Generell ist die Sprache im ganzen Buch sehr angepasst. Zu Beginn sind die Worte derb und hart, Sue schlägt sich mit Gossensprache und Beleidigungen herum. Mit der Reise geht es aufwärts, und Sue beruhigt sich etwas.
Besonders amüsiert hat mich das falsche Englisch der Thailänder. Sylvia Dölger hat sich hier wirklich viel Mühe gegeben – oder sie kann selber kein Englisch 😉

Überrascht hat mich auch die nahe Beschreibung von Bangkok. Heute Abend erfahren wir, ob Frau Dölger sich das mit blühender Fantasie alles ausgedacht hat oder von einem eigenen Besuch inspiriert wurde. Das Lesen war jedenfalls sehr bildhaft. Fast hörte ich den Straßenlärm und fühlte den warmen Sand unter den Füßen.

Sehr gut fand ich die Entwicklung, die Sue macht. In Deutschland fühlte sie sich nicht wohl, also suchte sie ihre Wurzeln. Nach und nach entdeckt sie jedoch, dass sie doch viel deutscher ist als sie dachte. Das passiert nicht plötzlich, sondern sehr unterschwellig. Diese Art gefiel mir.

Hervorheben muss ich jetzt auch noch das Thema Adoption. Als ich zuerst die Beschreibung des ebooks gelesen habe, dachte ich an dieses klassische Handlung „Ihr seid nicht meine Eltern, ich such jetzt die richtigen“. Aber für Sue ist die deutsche Mutter die richtige Mutter. Das hat meinen Eindruck in jedem Fall sehr positiv gestimmt.

Kandara von Amazon fasst meinen Eindruck sehr gut zusammen:
„Zum Teufel mit Barbie“ ist ein realistisches Buch, das sich mit einigen der Problemen beschäftigt, die viele Jugendliche heutzutage haben. Ob es Probleme mit den Freunden sind, Zweifel über die eigene Person oder Unvorsichtigkeit im Internet – Sylvia M. Dölger spricht all diese Probleme an und verpackt sie in eine überzeugende Geschichte. Manche Kapitel könnte man wirklich in der Schule lesen lassen, weil sie anschaulich darstellen, wie man sich nicht verhalten sollte und was passiert, wenn man es doch tut …

Das ebook hat mich also voll und ganz überzeugt. Sylvia Dölger überzeugt mit jugendlicher Kenntnis und viel Schreibtalent – bitte mehr davon! 🙂
Volle Punktzahl für die Geschichte von Sue.

★★★★★

Und einen Blog zum Buch von der Autorin gibt es auch!

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