[Rezension] Vergissdeinnicht

Vergissdeinnicht – Cat Clarke
Bastei Lübbe Taschenbuch 2012
Aus dem Englischen von Zoe Beck
286 Seiten

12,99 €

Eigentlich hatte Grace den Plan, sich umzubringen. Sie ist sauer, wütend und verletzt und betrinkt sich, um sich anschließend aufzuschneiden. Doch dann trifft sie Ethan, der sie nach Hause bringen will…
Als sie wieder zu sich kommt, ist sie in einem weißen Raum. Auf einem Tisch liegen Stifte und Papier.
Aus Langeweile beginnt Grace, aufzuschreiben wieso sie soweit gekommen ist, sich umzubringen. Ethan bringt ihr regelmäßig Essen, redet aber sonst fast nichts mit ihr.

Bevor Grace den misteriösen Ethan getroffen hat, war sie glücklich vereint mit Nat. Sie liebte ihn. Doch auch ihre Freundin Sal war ihr enorm wichtig, nur die beiden scheinen sich nicht so recht anfreunden zu können.
Der Sommer hätte so perfekt werden können. Aber Sal begeht eine Dummheit, und Nat ist nie zu durchschauen!

Selten habe ich so ein verwirrendes Buch wie „vergissdeinnicht“ gelesen. Auf der einen Seite ist es ein stinknormales Jugendbuch, mit einer Jugendlichen und ihren Problemen. Auf der anderen Seite ist die Handlung ja nur Teil einer höheren Sache – und bis zum Ende wusste ich nicht wovon.

Meine Vermutung, die ich das ganze Buch über mit mir rumgetragen hatte, war nicht ganz richtig und nicht ganz falsch. Darüber war ich überrascht, die Sache ist gelungen!

Zwischenzeitlich wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Warum ist Grace eingesperrt, und warum soll sie ihre Geschichte aufschreiben? Warum hält Ethan die Tür nicht permanent verschlossen?
Ethan ist auch ein einziges Rätsel. Es gefällt mir auch nicht, dass ich bis zum Ende scheinbar nicht so ganz seine Rolle verstanden habe. Da war mir die Autorin dann zu… naja. Lest es selbst.

Dann aber gab es wieder Hänger, die nervten. Sal – Nat – Grace – Streit – alleswiedergut, so ein hin und her… ich weiß, es läuft im echten Leben auch so ab, aber nach dem fünften Mal war es mir zu viel. Grace ertrinkt nicht nur in Selbstmitleid, sondern auch im Alkohol.
Dass jemand in dem Alter schon so viel trinkt, fand ich erschreckend. Grace‘ Freunde machten sich Sorgen, dass das Mädel sich ritzt (an den Armen UND Beinen), aber gegen die Sauferei war nichts einzuwenden… das fand ich nicht gut.

Wie quatschten ein bisschen, und ich redete so dämliches Zeug, dass ich mich förmlich zusammenreißen musste, um mir nicht das Telefon gegen den Kopf zu schlagen.“ S. 81

Die Sprache hat mir überwiegend aber gut gefallen. Viele Klischeesätze überraschten wenig, aber manchmal fand ich es echt niedlich. Mir gefiel sehr gut, wie jugendlich Grace redet. Kein bisschen gestelzt. Und als sie dann total durcheinander ist, sind auch die Sätze nur noch unvollständig und verworren. Das immerhin war stimmig. Ein Kompliment an die Übersetzerin!

Weil das Buch doch irgendwie anders ist, als ich es mir vorgestellt habe, vergebe ich dennoch 3 Sterne. Es hatte einige Längen, einige Schwächen und diesen dermaßen überspannten Spannungsbogen, dass es zwischendurch definitiv kein Lesevergnügen war.

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