[Rezension] Virtuosity

Virtuosity – Jessica Martinez
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Sabine Bhose
Boje, Hardcover
Februar 2012
256 Seiten

12,99 €

Carmen ist zwar erst 17 Jahre alt, gehört jedoch schon zu den weltbesten Musikern. Sie spielt Geige, als wäre das Instrument ein Körperteil von ihr. Gestärkt durch ihre Mutter, einer ehemaligen Solosängerin, hat Carmen den besten Lehrer, die beste Vorbereitung und die beste Betreuung.
Kurz vor dem wichtigsten Wettbewerb ihrer Karriere lernt sie jedoch ihren Konkurrenten Jeremy kennen. Auch er ist passionierter Violinist.

Sich mit der Konkurrenz anzufreuden, gar verlieben, passt jedoch überhaupt nicht ins Trainigsprogramm für Carmen. Sie ist verunsichert und gleichzeitig gestärkt. Doch kann Carmen Jeremy vertrauen, oder versucht er nur, sie aus dem Konzept zu bringen, um selber zu gewinnen?

Carmen ist sich nicht mehr sicher, ob sie überhaupt noch unter dem Druck stehen will, den ihre Mutter um sie herum aufgebaut hat…

Ich war fast überrascht, dass nicht behauptet wurde, sein Vibrato könnte Krebs heilen.“ S. 53

 Mal ohne Fantasy, ohne Monster und ohne Kriminalgeschichte zeigt sich „Virtuosity“ wie die Musik, die darin beschrieben wird. Wunderbar leicht und musikalisch fängt Martinez sowohl die Vorbereitung auf den Wettbewerb als auch die junge Liebe ein.

Das Buch beginnt mit einer Szene, in der Carmen alles aufgibt. Aber träumt sie das nur? Ist das ein Wunschdenken? Kein Hinweis deutet darauf hin, dass es ein Ausblick auf weitere Ereignisse ist – denn danach gibt es offensichtlich einen Sprung, der jedoch nicht angekündigt wird.

Die Sprache ist sehr leicht und einfach. Das Lesen ging schnell und wurde nicht durch verschnörkelte Sätze unterbrochen.

Sehr gut hat mir gefallen, dass Carmen eine in allen Lebensbereichen außer dem Musizieren völlig unerfahrene Jugendlich ist – und nicht anders handelt. Sie benimmt sich wie 12, wenn sie mit Jeremy zusammen ist. Nachvollziehbar ist auch der Druck, mit dem sie zu kämpfen hat. Sie ist nicht erwachsen, sie will eigentlich nur Geige spielen. Alles drumherum baut ihre Mutter (bzw. die Familie) auf, und das ist bei talentierten Kinder häuftig so. Ebenso häufig sind die Eltern gescheiterte Existenzen – und Carmens Mutter zeigt, dass sie ihre Karriere in ihrer Tochter fortsetzen will.

Während ich ihr noch in die Augen blickt, kam mir ein Gedanke: Vielleicht tat ihr etwas ganz anderes leid. Etwas, das überhaupt nichts mit mir zu tun hatte.“ S. 125

Wieder bestärkt sich meine These: Wenn ein Cover mir super gefällt, kann das Buch nicht schlecht sein. Volle Punktzahl für einen Roman, der aus der Reihe tanzt und einfach nur eine Liebesgeschichte aufweist (sowohl zur Musik als auch…).

Lest auch mal DIESE Rezension.
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3 Gedanken zu “[Rezension] Virtuosity

  1. Das klingt nach einem erfischendem Buch – wobei ich immer dachte, das es sich hier um ein Fantasybuch handelt. Ich hätte mich nicht vom Cover blenden lassen sollen – oder gar vom Titel. Auf der WL bleibt es, dank deiner tollen Rezesion, natürlich trotzdem 😉

    Liebe Grüße und einen schönen (sonnigen) Samstag
    Marleen

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  2. Hey Marleen,
    ja, ich dachte auch erst an Fantasy. Das ist sehr erfrischend, dass es so „normal“ ist. Keiner verwandelt sich, keiner trinkt Blut, es sind einfach nur zwei normale Jugendliche 🙂

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  3. Hach das hört sich toll an – auf der Wunschliste ist das Buch ja schon längst, aber ich hoffe, ich stolpere demnächst im Buchladen darüber und kann es dann endlich mein Eigen nennen 🙂
    liebe Grüße, Melanie

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