[Rezension] Dann fressen sie die Raben

Dann fressen sie die Raben – Beatrix Gurian
Arena Thriller, Taschenbuch

1. Auflage 2012
370 Seiten

12,99 €

Die Schwestern Ruby und Lina sind wie Tag und Nacht. Lina ist die Schönheit, in deren Schatten Ruby immer stehen muss. Bis zur Scheidung ihrer Eltern. Ruby zieht mit ihrem Vater in ein Dorf nahe München, während Lina in der Stadt bleibt – mit dem neuen Mann ihrer Mutter und dessen Sohn.
Doch Lina schafft es, auch auf die Entfernung ihrer Schwester die Show zu stehlen und spannt der Jüngeren die erste Liebe aus.
Seitdem sprechen Ruby und Lina nicht mehr miteinander, weil Ruby nicht verzeihen kann.

Plötzlich hat Rubys Vater die schreckliche Nachricht, dass Lina einen Selbstmord versucht hat. Verzweifelt zieht Ruby zu ihrer Mutter, um ihre Schwester im Krankenhaus zu bewachen. Denn diese ist zu allem Überfluss auch noch ins Koma gefallen.
Nur Ruby scheint es, als ob Lina den Tod nicht ganz freiwillig gesucht hat, und forscht nach. Wer wusste von Linas geheimen Freund? Hätte Ruby das verhindern können? Wer will der Familie schaden?

Denn jemand hat es beleibe nicht nur auf Lina abgesehen… auch Ruby ist in Gefahr…

Dann fressen sie die Raben“ ist ein packender Jugendthriller. Beatrix Gurian hat bereits einige Thriller veröffentlicht, und schreibt gekonnt (wobei man ja selten merkt, wenn das ein Debüt ist).
Das Cover des Buches ist bereits sehr ansprechend. Herbstliche Blätter und Sträucher ranken sich um eine Leitung, auf der zwei Raben sitzen.
Und wir kennen alle das Kinderlied „Hoppe, hoppe, Reiter…“, bei dem am Ende der Reiter von den Raben gefressen wird – Grusel und Spannung ist also vorausgesetzt.

Der erste Eindruck der Geschichte wurde vermittelt durch die Plötzlichkeit, mit der man in die Geschichte gestoßen wird. Nach einem Vorwort, das lange nichts mit der Geschichte zu tun haben scheint, beginnt Rubys Erzählung sofort mit dem Bericht ihres Vaters, dass Lina Selbstmord begangen haben soll.

Die meiste Zeit liegt die Sicht bei Ruby. Der Leser weiß nur unwesentlich mehr als sie, man sieht mit ihren Augen und hört mit ihren Ohren. Ihre Überlegungen sind gut mitzuverfolgen, und man kann sich eine eigene Meinung bilden, die einem zwar auch nur bedingt weiterhilft aber Spaß macht.

Zwischensequenzen verraten ein bisschen mehr über den Verfolger und den Hintergrund. Zum einen können wir Einträge einer Website nachlesen, zum anderen erhaschen wir einen Einblick in die Gedankenwelt des Verfolgers (was wohl grad voll in Mode ist in Jugendthrillern).

Gurian schreibt auch sehr flüssig. Die Seiten flogen nur so dahin, und ich konnte das Buch einfach nicht zur Seite legen, so spannend wurde es. Sobald Ruby in München ist, verfolgt jemand sie – aber man erfährt einfach nicht den Zusammenhang! Der Spannungsbogen wurde unerträglich – verdammt gut!

Für diesen Jugendthriller vergebe ich vier von fünf Sternen. Ich fand den Nervenkitzel sehr gut (und für mich erträglich ^^), aber zum Schluss war es alles ein bisschen … wässrig. Ich kann das so schlecht beschreiben, aber das i-Tüpfelchen fehlte zum perfekten Roman. Sehen wir es als viereinhalb Sterne 🙂

Beatrix Gurian schreibt noch mehr. Schaut mal auf der Autorenwebsite.

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