[Rezension] Als die schwarzen Feen kamen

Als die schwarzen Feen kamen – Anika Beer
cbj Taschenbuch
April 2012

447 Seiten

12,99 €

Es ist schon länger her, dass Marie von den schwarzen Feen geträumt hat. Mit diesen seltsamen Wahnvorstellungen kamen auch immer Herzanfälle einher. Doch seit sie mit ihrem Therapeuten Dr. Roth darüber spricht, werden die Anfälle weniger.
Plötzlich träumt Marie wieder nicht nur von den Feen, sondern auch von einer schwarzen Stadt. Von dort kommen ihre Feen, und sie sind nicht freundlich! Als Maries Mutter apathisch wird und ins Krankenhaus muss, wendet sich Marie an Gabriel. Gabriel ist ein seltsamer Mitschüler, der sie einige Tage zuvor warnen wollte – Marie hat ihm jedoch nicht geglaubt.

Gabriels Hilfe hat jedoch einen Preis: Marie muss sich darüber bewusst werden, dass sie sich niemandem sonst anvertrauen kann – und ihre Freunde in Gefahr sind.

Hinter der Realität gibt es die Obsidianstadt. Die dort lebende Lea ist gefangen in einem Nebel, der jeden Menschen in der Stadt, jedes Leben und jedes Glück verschluckt und zu Schattenwesen macht.
Eines Tages taucht ein Schwarm schwarzer Feen auf, der verspricht, für Lea wieder glückliche Erinnerungen zu holen. Denn Lea ist der Schlüssel zur anderen Welt … zu Marie …

Als die schwarzen Feen kamen“ ist der erste Jugendroman unter Anika Beers richtigem Namen. Zuvor hat sie bereits einen Romane bei atb als Franka Rubus veröffentlicht, ein zweiter folgt demnächst.
Alleine der Titel und das Cover machten mich so neugierig, dass ich das Buch lesen wollte – und der erste Eindruck war ein beeindruckter! Nach „Lamento“ habe ich gedacht, dass jemand sich mit schwarzen Feen auseinandersetzen muss (nein, ich lese generell keine Klappentexte wenn mir das Cover und der Titel schon gefällt). Bereits die Einleitung spielt in der Obsidianstadt und machte neugierig, vor allem als der Switch zu Marie kommt. Was haben Marie und Lea miteinander zu tun? Wie sind sie verknüpft?

Die Figur der Marie ist total liebenswert. Sie litt, und ich wäre mal wieder gerne ins Buch gesprungen um ihr zu helfen.
Was parallel passiert, was Lea macht, war nachvollziehbar. Aber ich wusste ständig  nicht, ob ich nun für die eine oder die andere Seite sein sollte.

Gabriel, der toughe, liebenswerte aber verletzbare Held, zeigt Marie eine ganz neue Welt, in der nicht alles so ist, wie sie bisher geglaubt hat. Doch er gibt ihr Kraft bei diesen neuen Erfahrungen. Die Idee mit den Schattenkreaturen war genial – und kein bisschen seltsam. Es passte perfekt in die Geschichte.
Anika Beer hat sich gut überlegt, wie die Welt hinter der Realität aussieht.

Zwischenzeitlich war ich an das Buch „Die Träume des Jonathan Jabbok“ von Ralf Isau erinnert. Jonathan träumt von der anderen Welt, lebt aber in seiner „richtigen“ Welt normal weiter. Als Marie aufwachte, und sich schlecht fühlte, nachdem Lea so etwas schreckliches erlebt hatte, dachte ich zuerst an diese Variante. Aber da steckte mehr dahinter 😉

Anika Beer schreibt wunderschön. Ihre Ausdrucksweise ist flüssig, fließend und mitreißend.
Und im gleichen Moment hatte Marie plötzlich das Gefühl, auf eine Weise sie selbst zu sein, wie sie es noch nie zuvor erlebt hatte.“ (S. 202)
Mit diesen Formulierungen habe ich Maries Veränderung gespürt, ihr Reifen, das wie ein Aufatmen wurde zum Ende (obwohl die Spannung so zunimmt).

Zeitweilig war das Buch so spannend, dass ich mich über kleine Geräusche im Zimmer erschreckt habe. Ich konnte es nicht zur Seite legen – und habe tagsüber nur so darauf hingefiebert, endlich weiterlesen zu können. Und immer die Frage: Können beide Welten wieder normal existieren?

Volle Punktzahl für so ein packendes Abenteuer mit einer mitreißenden Idee!

★★★★

Eine weitere schöne Rezension auch hier:
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