[Rezension] Hapu Teufel im Leib

Hapu Teufel im Leib – Michael Zandt
Candela Verlag
2011
Mit Illustrationen von Grit Richter
273 Seiten

11,90 €

In Stuttgart wohnt eine junge Frau, die ganz normal ist. Hapu heißt sie, sie steht auf die Stuttgarter Kickers und fährt gerne Motorrad. Aber ganz so normal ist sie nicht – sie stammt direkt vom Teufel ab…
Sichtbar wird das durch ihren Schwanz an der Kehrseite und durch den Hunger auf Menschenfleisch. Regelmäßige Spenden von Menschen helfen ihr, bei Kräften zu bleiben.
Hapu ist eine Asartu. Die Asartu wurden von Luzifer erschaffen und kraftvoll und bösartig gemacht – doch Menschen können noch bösartiger sein. So entstandt eine Art Waffenstillstand zwischen den beiden Rassen, doch die Asartu waren bis heute nie ganz anerkannt. Und die Dämonen, die für die Menschen arbeiten, unterstützen die „schwache“ Rasse gegen die Asartu.
Nachdem Hapu lange Jahre friedlich ihr Leben gelebt hat, wird plötzlich eine ihrer Freundinnen zur obersten Herrscherin der Asartu gewählt, und Hapu wird ihre Assistentin. Doch daraus entwickelt sich eine viel größere Geschichte, und Hapu entdeckt, dass sie nur ein kleines Puzzlestück in einem großen Spiel ist…

Hapu Teufel im Leib“ ist der Debütroman von Michael Zandt. Zuvor schrieb er bereits eine Kurzgeschichte, auf die er im Buch auch anspielt. Diese Kurzgeschichte war sogar für den deutschen Phantastikpreis nominiert.
Nun schreibt er eine ganze, ziemlich große Geschichte – die zwischen den Zeilen enorme Ausmaße annimmt.
Zu Beginn ist die Geschichte noch nur fantastisch. Eine Asartu, ein Geschöpf, dass Zandt sich ausgedacht hat, lebt ihr Leben, mit Höhen und Tiefen. Hin und wieder braucht sie Menschenfleisch, wird nicht immer akzeptiert und hat einen nervigen Boss, aber es könnte sich dabei auch um eine fast normale Menschenfrau handeln.
Erst nach und nach entfaltet sich die Geschichte hinter der Geschichte. Zandt hat sich nicht nur eine Frau mit Teufelsschwanz ausgedacht, sondern eine ganz neue Weltgeschichte. Die Asartu haben ihren Weg gemacht, mit Entwicklung, Bevölkerung und allem drum und dran. Während Hapu, die zwar eine Menge vorher weiß aber eben nicht alles, die Vergangenheit ihres Volkes erforscht und mehr über sich und die Asartu erfährt, saß ich nur vor dem Buch und habe gestaunt. Präzise und in Kleinstarbeit hat Zandt sich da scheinbar Gedanken gemacht. Verwicklungen, Entwicklungen und Verknüpfungen sind sauber durchdacht und überzeugen!

Die Namen der Figuren erinnern an Manganamen, sie klingen asiatisch, bzw ägyptisch. Das passt zur ägyptischen Mythologie, an der der Autor sich orientiert.

Das Buch ist in drei Teile mit einzelnen Kapiteln unterteilt. Zandt schreibt eine geschlossene Geschichte mit einem irren Spannungsbogen. Die Sprache ist sehr kompakt und nicht immer einfach, wechselt aber mit vulgären Ausdrücken und flapsiger Straßensprache. Ebenso wie die Handlung, die zum einen vom Beginn der Welt philosophiert und dann sitzen Hapu und ihre Freundin in Stuttgart daheim und schauen Lindenstraße.
So schnell wie üblich konnte ich das Buch nicht lesen, weil die Namen und Geschichtsteile sehr intensiv verfolgt werden mussten. Eine leichte Lektüre ist Hapu also nicht – und das hat mir sehr gut gefallen!

Für mich ist Michael Zandt eine großartige Neuentdeckung, und ich bin sehr gespannt, wie sich sein Weg entwickelt – welche Bücher hält er noch für uns bereit?
„Hapu“ erhält von mir 5 Sterne, weil es eine tolle Geschichte war, für mich zur Abwechslung mal etwas anspruchsvolles und außerordentlich empfehlenswert.

Und haltet die Augen offen – morgen hat der Autor selbst hier etwas zu sagen 😉

Eine sehr schöne Rezension findet ihr auch hier: Newkidontheblog

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2 Gedanken zu “[Rezension] Hapu Teufel im Leib

  1. Pingback: »Hapu Teufel im Leib« von Michael Zandt | bloggervernetzt

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