[Rezension] Dämonenzeit

Dämonenzeit – Stephan Russbült
Bastei Lübbe
Dezember 2011
575 Seiten

14,00 €

 Nachfolgeband von Dämonengold

Brisenburg die zweite. Baazlabeth sitzt immernoch in der Stadt fest, und hat schlechte Laune. Er hat 5000 Goldstücke gesammel – wo bleibt denn nun die Erfüllung der Prophezeiung???

Zur selben Zeit beim großen Buch des Schicksals: Der Sündenvater Amez, Bruder des Septs, überprüft den Fortschritt des Weltuntergangs. Aber etwas läuft gewaltig schief – und Schuld kann nur sein blöder Sohn, der Horde Baazlabeth sein!

Zurück in Brisenburg. Seibot Nell, Taschendieb und Halunke, wollte nie wieder zurück in die Stadt, von der es heißt, sie sei von den Göttern erbaut worden. Irgendwie spürt er, dass sie sein Tod sein wird.
Und ganz unrecht hat er nicht. Als er eines Tages auf Baazlabeth trifft, explodiert sein Kopf fast. Zurück bleiben nur blutende Ohren – keine Garantie für eine lange Lebensdauer.

Baazlabeth ist genervt: Ihm fehlen noch 6 andere Sünden, und von den 7 Tugenden, gegen die er kämpfen soll, hat er noch kein Stückchen gesehen. Außerdem muss es irgendwo einen Fehler geben, das spürt er. Bisher hat er alles so gemacht, wie die Prophezeihung es vorausgesagt hat. Doch plötzlich sagt ihm ein kleines Mädchen noch viel mehr – und Baazlabeth erkennt seinen Fehler. Jetzt hilft nur noch ein blutiger Mord…

Dämonenzeit“ ist zwar der Nachfolger von „Dämonengold“, aber auch gut als Einzelband zu lesen. Die Geschichte knüpft (nach anderen Aussagen) nahtlos an das vorherige Geschehen an, doch davon ist im zweiten Band (ohne Vorwissen) nichts zu merken. Es dauert nur ein bisschen länger, bis man drin ist, und einen Überblick hat, wer nun wer ist.
Dazu kommt erschwerend, dass der Klappentext des Buches mit dem Dämon Baazlabeth wirbt, das Buch jedoch mit Amez beginnt, und im 2. Kapitel Seibot Nell vorgestellt wird. Als im 3. Kapitel dann der Dämon die Dinge aus seiner Sicht beschreibt, ist die Verknüpfung schwer.

Da das Buch jedoch ein paar Seiten mehr hat, und das Format auf den vielen Seiten auch noch viel Inhalt zulässt (immerhin eine Buchhöhe vonmehr als 21 cm), hat auch der Leser genug Zeit, alles mitzuverfolgen. Zwischendurch sogar ein bisschen zu viel, wie mir schien. Es passierte nichts halbes und nichts ganzes, der Autor versuchte seinen Horden lustig und spöttisch zu charakterisieren – manchmal saß der Dämon aber nur in einer Kneipe. Über Seiten hinweg. Diese Szenen sind zu 2/3 meiner Meinung nach überflüssig…

Einzelne Kapitel sind aus der Sicht der anderen Sündenkinder. Die meisten enden mit dem Tod des Erzählers – der Autor nutzt diese Perspektive jedoch auch dafür, den Blick aus der Stadt zu bringen. In der Geschichte einen anderen Winkel aufzuzeigen. Was mich anfangs etwas irritierte, fand ich am Ende sehr nützlich.

Wirklich schön gemacht finde ich dagegen das Cover. Der Hintergrund ist in roten und braunen Tönen gehalten, sodass die goldenen geprägten Buchstaben des Titels klar hervorstechen. Wie schon „Dämonengold“ sieht man eine Kreatur der Finsternis im Hintergrund, diesmal mit einer Sanduhr – passend für die ablaufende Zeit der Stadt Brisenburg.

Das Setting ist sehr gelungen. Die Stadt Brisenburg hätte genauso im Mittelalter stehen können. Es wird mit Goldstücken bezahlt, als Lasttiere werden Pferde genommen, die Medizin ist gerade am Reifen und Magier und Alchemisten erfreuen sich hoher Beliebtheit. Eine Mischung aus Mittelalter und Fantasy also (vor allem, da ja Dämonen etc. mitspielen).

Der Spannungsbogen dauert etwas länger, das Ende kommt rasch und ein bisschen unbefriedigend. Es wirkt, als hätte der Autor ein paar Seiten kürzen müssen.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen, weil ich den Schreibstil von Russbült mag, auch wenn es etwas gezogen war diesmal. Von dem Autor werde ich auch weitere Bücher lesen!

Weitere Bücher des Autors:
– Die Oger (meine Rezension)
– Der Rubin der Oger
– Blutiger Winter
– Dämonengold
Besucht den Autor auf seiner Homage: http://russbuelt.net/
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2 Gedanken zu “[Rezension] Dämonenzeit

  1. Ich hatte große Probleme mit dem ersten Teil „Dämonengold“, obwohl ich die Idee total gut fand! Der Schreibstil hat mir so gar nicht zugesagt und die Geschichte hat sich eher wie ein zäher Kaugummi gezogen. Deshalb habe ich beschlossen, die Fortsetzung nicht mehr zu lesen. Deiner Rezi nach zu urteilen, hat sich da am Erzählstil nicht so viel geändert…

    LG
    Kathi

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  2. Hey Kathi 🙂
    Den ersten Teil kaufe ich mir wohl doch noch, weil ich wissen will, wie es angefangen hast. Es wird an einigen Stellen doch Bezug darauf genommen. Oder wollen wir einfach tauschen? ^^
    Ganz so Kaugummiartig war es ja zum Glück überwiegend nicht.

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