[Rezension] Nur noch das rote Kleid

Nur noch das rote Kleid – Susanne Fülscher
dtv Junior

151 Seiten

7,00 €

Steffie lernt in einem Café die hippe Auszubildene Connie kennen. Connie hat Stil, schneidert sich selbst ihre Klamotten und hat das Leben im Griff. Anders Steffi, denn Steffie wohnt mit ihrer Schwester und den Eltern in einer winzigen Wohnung voller antiker Lampen. Und das Taschengeld reicht vorne und hinten nicht.
In der Schule fühlt sich Steffie unwohl. Alle anderen haben die neusten Klamotten und nicht so wie sie eine hässliche Brille. Von ihrem ersten eigenen Lohn aus dem Nebenjob kann sich Steffie nun endlich Kontaktlinsen leisten. Dann will Connie mit ihr aber auch noch nach Griechenland, und Steffie leiht sich notgedrungen Geld von einer anderen Freundin. Und plündert ihr Konto. Und belügt ihre Mutter, um an mehr Geld zu kommen.
Plötzlich hat Steffie an verschiedenen Stellen Schulden. Und da hängt schon wieder ein T-shirt in der Auslage, das sie für das persönliche Glück unbedingt haben muss…

Nur noch das rote Kleid“ hat wenig Seiten aber viel Inhalt. Die Protagonistin Steffie kämpft mit den jugendlichen Problemen wie Geldmangel, erster Liebe und dem Phänomen, dass irgendwie alle mehr Erfahrung und sowieso die besseren Klamotten haben.
Die Freundin Mia kann sich immer alles leisten und hat sexuelle Erfahrung, die Freundin Connie ist schon so erwachsen und arbeitet bereits.
Steffie hat das Gefühl, sie hinke hinterher – wer kennt dieses Gefühl nicht? Viele von uns haben im Teenageralter mindestens einmal gedacht, dass jemand bessere Leute kennt und mehr Geld für Klamotten hat.

Was Steffie nicht sieht, Susanne Fülscher aber wirklich gelungen anspricht: Auch die beiden scheinbar perfekten Freundinnen haben ihre Schwächen und Probleme. Sie beschaffen sich das Glück auf andere Art.

Wirklich gut fand ich die Sprachwahl der Autorin. Steffie sagt Sachen wie „labern“, die einfach zu einer Jugendlichen passen (das ist grad das einzige Beispiel, das mir einfällt…). Es war keine Ich-bin-erwachsen-und-schreibe-aus-Sicht-einer-Jugendlichen-Geschichte, sondern hätte auch von einer 17-jährigen direkt stammen können. Da steckt also literarisches Geschick dahinter 😉

Wie erhofft endete das Buch nicht im großen Happy End, sondern realistisch. Fülscher ließ Steffie sich ein bisschen entwickeln, aber ein Teenager bleiben. Ihre Probleme lösten sich nicht in Luft auf, sondern mussten mit Aufwand behandelt werden.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es zeigt Probleme bei Jugendlichen auf, Misverständnisse, die einen zum Denken anregen und schöne Situationen, die Mut und Überwindung einem bringen können.
Volle Punktzahl für ein dünnes Buch mit dicker Aussage.

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