Dazu will ich auch etwas loswerden

Ach ja, wie schön ist das Internet und seine Foren, die Verbreitung und der ganze Müll.
Viele von uns unterschätzen, wie schnell sich ein kleines Foto, ein Satz oder eine Idee durch die Weiten des www schlängelt – und plötzlich sind diese Dinge in aller Munde.

So geht es mir bei dem Thema „Rezensenten-Mafia“, wie John Asht, Autor des Buches „Twin-Pryx: Zwillingsblut“ uns Laienkritiker und Blogger so schön nennt. Gerade eben habe ich einen netten Eintrag von seiner Facebook-Seite gefunden:

Logbuch Eintrag – Jahr 2012 Monat 01 Tag 23.
[…] 
Wohlbedacht über’s Wochenende habe ich diesen Blog in die Welt des deutschsprachigen Raumes geschickt. Er hat viel Staub aufgewirbelt und mir letztendlich den erhofften Beweis erbracht, dass es tatsächlich so etwas wie „Rezensenten-Mafia für Arme“ gibt. Diese Leute sind in Foren und Blogs organisiert und schießen auf Kommando, wie die Zecken aus den Büschen, ohne überhaupt nachzudenken, was sie da eigentlich anstellen. Da gibt einer den Ton an und alle anderen folgen ihm bedingungslos in den Irrsinn. Typisch!

Über 14.600 Personen haben in nur 48 Stunden diesen Blog gelesen – in über 1.200 Foren im gesamt deutschsprachigen Raum wurde darüber debattiert – an die 80 Onlinezeitungen und ca. 20 gestandene Jouranlisten haben Anfragen geschickt, obwohl wir Wochenende hatten.

Fazit: Solche falschen Rezensenten und Möchtergern-Literaturkritiker sind eine Schande für’s freie Internet aber ganz besonders für die Literaturbranche des einstigen Volkes der Dichter und Denker. Und sie sind auch die Totengräber des freien Internets. Es braucht sich niemand mehr wundern, wenn es schon in baldiger Zeit, die Anonymität im Internet nicht mehr geben wird und wenn es überall diverser Zugangscodes bedarf. Die schönen, guten alten Tage des Freien Internets sind gezählt – wegen eben solch‘ schwachsinnigen Halbstarken.

Worum es geht? 
Zusammengefasst darum: Eine Bloggerin hat sein Buch nach 90 Seiten abgebrochen, einen Post darüber geschrieben, dass ihr das Buch so nicht gefallen hat – und der Autor hat gekränkt einen Kommentar geschrieben, dass die Bloggerin Hetzrede gegen ihn treiben würde und Fantasy auch gar nicht das Genre sei, sondern Phantastische Literatur und sie hätte gar keine Ahnung und solle lieber Angst vor seinem Anwalt haben. (Achtung: (engl.) Fantasy = Phantastik / Fantastik (dt.))


Nochmal in Bildsprache: Die Bloggerin hat das Buch angelesen und weggelegt. Weil sie bloggt, hat sie das gesagt.
Der Autor plustert sich auf und droht mit gerichtlichen Folgen – es sei ja alles abgesprochen hier.


DANN regt er sich auf seinem eigenen Blog auf, indem er eine hanebüchene Geschichte von einer Erpresserin erzählt, die sein Buch heimtückisch zerreißt und ihn erpresst. Und Literaturkritiker hätten gar keine Chance mehr, weil das große böse Internet jedem Laien die Chance gibt, Bücher zu zerreißen.
Ach ja, und die freie Meinungsäußerung gehöre verboten (schreibt er in einem Artikel, der seine freie Meinung äußert). Siehe oben der dritte Absatz seines Logbuchs.
–> Bemerkt: John Asht ist ein Pseudonym. Er schreibt also „anonym“…


[Achtung Ironie] Hier jetzt mein Aufruf an die Foren und Blogs, die sich organisieren und mit Rezensionen Geld verdienen: Ich schmeiß meinen Job und mache mit! Bitte meldet euch bei mir!!! 

Mal ganz ehrlich… 
die Bloggerin hat sich garantiert nix gedacht, und der Autor schießt mit Kanonen auf Spatzen. Sich jetzt aufzuregen, dass er nur recht hatte, dass wir alle böse und korrupt sind (bisher hab ich NIX verdient mit Rezensionen – erst recht nicht mit den schlechten…), ist totaler Unsinn. Versteht der nicht, dass die ihn alle aufs Korn nehmen? Dass jetzt lauter Rezensenten in die Wunde drücken wollen, und er alles nur noch schlimmer macht?


Das musste ich jetzt mal loswerden – und hoffentlich hat der Spuk bald ein Ende!


Interessante Statements findet ihr auch hier:
http://konsensor.de/2012/01/ein-blog-ein-buch-eine-rezension-und-die-kunst-mit-kritik-umgehen-zu-konnen/
http://www.achronos.de/tom/2012/01/vom-umgang-mit-kritik/
http://lesekreis.org/2012/01/21/das-wird-teuer-lady-autor-und-verlegerin-drohen-literaturblog-mit-klage/


Fantastischer Roman, phantastischer Roman
Ein Roman, der von fantastischen (unwirklichen) Elementen gekennzeichnet ist, die über den Realismus hinausgehen. Vgl. Fantasyroman.

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11 Gedanken zu “Dazu will ich auch etwas loswerden

  1. Genau das verstehe ich auch nicht. Wie kommt der auf so eine schwachsinnige Idee, wir würden Geld dafür bekommen.
    Witzig finde ich ja, dass ER auch ein Ghostwriter ist – sprich: er bekommt Geld für sowas 😉
    Man soll ja nicht von sich auf andere schließen, nicht wahr?
    Ich hoffe, dass wir alle etwas gegen ihn ausrichten können und wir uns nicht länger sein sinnloses Gequatsche anhören müssen.
    Vielleicht sollte ein John Asht sich demnächst lieber hinter einem Pseudonym (wenn das nicht schon ist) verstecken?

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  2. Hi du,

    ich denke auch schon die ganze Zeit darüber nach ob ich meine Two Cents zu dem Thema loswerden soll oder nicht.
    Im Endeffekt bringt es nicht, weil John Asht es nicht lesen wird, er nutzt dieses aufpoppen seines Google-Alerts als Beweis.

    Wie du so schön beschrieben hast, er schreibt anonym und will es den Blogger absprechen, wobei besagte Bloggerin in ihrem Impressum Name und Adresse stehen hatte.

    Es ist lächerlich und traurig und unverständlich. Ist es gezieltes Marketin 1,5 Monaten nach erscheinen der schlechten Rezi einen Post zu schreiben oder ist es einfach nur Dummheit… egal, er hat sich definitiv den Namen ruiniert… schade nur das es nur sein Pseudonym ist.

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  3. @Mira Sun: Du sprichst mir aus der Seele. Lächerlich, traurig, unverständlich.

    @Cat: Du hast ja auch schon so einen guten Post dazu veröffentlicht…

    @Moon: Na, wenn die Verlagsfrau ihn unterstützt, dann sind die wohl ganz dicke…

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  4. *Hier* ich mach mit. Ich mache bislang nämlich irgendwas falsch. Ich bekomme komischerweise kein Geld für Rezensionen, obwohl ich sogar 5 Sterne vergebe und Bücher weiterempfehle. Das muss sich natürlich ändern, deswegen schließe ich mich der Organisation der erpresserisch geldverdienenden Blogger an ;-)))

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  5. Ich schließe mich auch den erpresserischen geldverdienenden Bloggern an, dann hätt ich mehr Zeit zum Lesen und zum Bloggen *lol*.

    Ich verfolge das Thema auch schon seit einigen Wochen und mir will es einfach nicht in den Schädel, wie man solch einen chauvinistischen Müll von sich geben kann!!??? Und Blogger als untervögelte Single-Mädchen darzustellen, setzt allem noch die Krone auf!

    Ich glaube von uns wird keienr jemals mehr ein Werk von John Asht oder ein Buch aus dem Roder Verlag lesen!

    LG
    Kathi

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  6. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und schlechte Kritik mag vermutlich keiner gerne hören. Alles legitim.
    Wenn ein Urteil aber nicht gut ausfällt; ist es erstmal nur eine Meinung…unter Menge X der verkauften Auflage. Also kein Beinbruch oder, im mafiös richtigem Soziolekt, kein „Drive-By-Shooting“.

    Wer dann aber hysterisch diese Meinung hochkocht, der bringt erst diese Meinung in den Fokus von Vielen.

    Man sollte meinen, ein selbstbewusstes Werk, bzw. ein souveräner Autor könne doch wohl einer Blog Rezension – zumal diese ja laut eigenen Aussage nicht qualifiziert wäre – gerade noch widerstehen, oder doch nicht?

    Vor allem hat bis zu dem Zeitpunkt, da sich Autor und Verlegerin ergossen haben, keine Sau auch nur irgendwas dazu geschrieben?!
    Kam vielleicht nur bei Google zufällig auf Seite 1 unter Amazon mit den 5 tollen Bewertungen.

    Das ist mal ein klassisches Eigentor.
    Es sei denn die Welle sorgt für Absatz, weil sich jeder nochmal selber davon überzeugen möchte, was denn der Mann da verbrochen habe oder eben nicht.

    In dem Fall: lieber schlechte Publicty als gar keine 😉

    Ein reflektierender Mensch nimmt Kritik ernst und wenn er ein Publikum erreichen will, welches nunmal bei „Phantastischer Literatur“ naturgemäß nicht zum überwiegenden Teil von Marcel Reich-Ranickis vertreten wird, dann auch von „Amateurkritikern“, bzw. Lesern.

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  7. Also ich halte ja nichts von Zensur und das will dieser Autor offensichtlich erreichen. Es gibt immer positive und negative Stimmen (ich hoffe mal, dass das Buch nicht so schlecht ist, dass es nicht auch Leute gibt, die es mögen). Auch die negativen Meinungen haben eine Daseins-Berechtigung. Also bei mir im Blog würde man das nicht finden – ich bin ja kein Mitglied eurer Rezensenten-Mafia, ich schreibe also nur, wenn ich ein Buch ausgelesen habe und es mochte.
    Also mir fehlen die Worte, mich wirklich auszudrücken… Anstatt mit Anwalt zu drohen (das macht einen noch schlechteren Eindruck als eine negative Kritik!!), sollte er den Inhalt der Kritik hinterfragen.

    Aber übrigens empfinde ich persönlich auch einen Unterschied zwischen Fantasy und fantastischer Literatur. Liegt vielleicht daran, dass wir in 13.1 fantastische Literatur in Spanisch hatten und Borges gelesen haben. Da erinner ich mich zum Beispiel an eine Geschichte, wo ein Mann ein Buch liest, in dem ein Mann durch einen Garten in ein Haus geht, sich hinsetzt und ein Buch liest, in dem ein Mann durch einen Garten in ein Haus geht … naja, du versteht, worauf es hinausläuft. Oder wo man vielleicht zwischen wach sein und Traum nicht unterscheiden kann. Fantasy hingegen ist Harry Potter oder Herr der Ringe, alles so mit Wesen wie Elfen, Trollen, Feen und eben nicht-menschlichen Figuren. Aber vielleicht stehe ich mit diesem EMPFINDEN da auch alleine da.

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  8. @Jana: Der Unterschied im Empfinden lässt sich ja nicht diskutieren. Fakt ist, dass es deutsch „Phantastik“ heißt und auf englisch „Fantasy“. Sich darüber aufzuregen ist totaler Unsinn – das ist ja festgelegt, und kein Gefühl mehr. Ich verstehe aber, was du sagen willst.

    @Phil: Zum Glück lesen viele einfach nur die Leseprobe. Selbst wenn jetzt 10 oder 20 das Buch kaufen, ist trotzdem der Ruf ruiniert. Und unbeliebt hat sich sowohl der Verlag als auch der Autor.
    Für ihn war das ja tatsächlich eine Masche, sein Buch bekannter zu machen – sagt er jetzt. Als ob er das vor 4 Wochen geplant hätte, sich zum Affen zu machen.

    @BlueNa: Wenn es nur um die Kritik ginge, wäre es ja irgendwie nachvollziehbar. Aber er beleidigt richtig, das ist nicht ok.

    Übrigens noch ein Hinweis: Die Rezensentin Myriel hat das Buch aus einer Büchertauschbörse, die das Buch vom Autor SELBST zur Rezension bekommen hat. Also nichts von wegen geklaut und die böse erpresserische Diebin Myriel…

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