[Rezension] Die Eiserne See: Wilde Sehnsucht

Meljean Brook
Deutsche Erstveröffentlichung November 2011
Egmont Lyx, Taschenbuch
479 Seiten
9,99 €

Es raucht über England: Vor zweihundert Jahren wurden unzählige englische Bürger mit kleinen Bugs verseucht, die sich über eine bestimmte Frequenz kontrollieren ließen. Damit konnte die Horde, eine asiatische Gruppe, bestimmte Gefühlsregungen unterdrücken oder verstärken. Nicht mal Europa konnte die englischen Bürger retten – bis der Eiserne Herzog den Sendeturm zerstörte und damit den Einfluss auf die Bürger…
Jahre später:
Inspektorin Mina Wentworth wird zu einem seltsamen Mordfall gerufen. Ein Mann wird tot auf einer Treppe eines Herrenhauses vorgefunden – allem Anschein nach wurde er aus der Luft dorthin abgeworfen. Das Haus gehört Rhys Trahaearn, der nicht begeistertist, dass die Polizei bei ihm schnüffelt. Doch die kleine Inspektorin hat es ihm angetan und er begleitet sie auf der weiteren Ermittlung. Mina kennt Trahaearn: Er ist der Eiserne Herzog. Jeder Bugger kennt ihn, denn er ist der Befreier. Und so hochgelobt wie er wird, wird Mina angespuckt und verachtet. Rhys versteht ihre Sorge nicht, er will sie nur in seinem Bett haben.
Gemeinsam fliegen sie aus England, um den Mordfall aufzuklären – und decken eine Verschwörung gegen England auf…

Und das alles steht ihrer Liebe im Weg…

Die Eiserne See Wilde Sehnsucht“ ist mein zweiter Roman aus dem Steampunkt. Wie auch beim ersten Buch fand ich die Gegebenheiten schwer nachzuvollziehen. Erst zum Ende des Lesens hin habe ich auf Hinweise anderer Blogger eine Liste mit den wichtigsten Begriffen von Lyx gefunden (Klick mich).
Der erste Eindruck war somit etwas irritierend. Die Schrift vom Buch war kleiner als ich es gewohnt bin, und so habe ich mich auf den ersten Seiten sehr schwer getan.
Doch zunehmend fand ich in die Geschichte, die Zeit und die Thematik – und es wurde immer besser!
Meljean Brook hat sich richtig viel ausgedacht. Nicht nur Dampfmaschinen und eine fortführung der viktorianischen Zeit, auch eine Vorgeschichte war dabei. Asiatische Herrscher, die durch kleine Maschinchen (ich hab mir die wie bei Matrix vorgestellt) ihr Volk kontrollieren. Und später können diese Bugs ihre „Wirte“ heilen und kräftiger machen. Wie cool ist das denn!?

Mina und Rhys sind wie schon in meiner letzten Rezension DIE klassischen Charaktäre – aber ich liebe sie beide von Herzen, und freue mich schon auf mehr Bücher! Mina ist zart, klein und wird schlecht angesehen, kämpft aber wie eine Löwin für ihre Familie und ihr Land. Rhys, der tapfere, treue Kapitän seiner Mannschaft, fühlt sich nur seiner Familie verpflichtet (die Mannschaften, Besitz und Diener einschließt). Was er will, holt er sich. Bei Mina jedoch wird er plötzlich schwach, und erkennt sich selbst nicht mehr wieder.

Die Liebesszenen, oder besser erotischen Szenen (als der Begriff „aufgespießt auf ihm“ fiel, war das keine Liebe mehr…) haben es in sich. Und obwohl Brook eigentlich sehr schön beschrieben hat, störte mich in der Übersetzung das Wort „vögeln“. Rhys verwendet nichts anderes – da gibt es doch mehr Möglichkeiten, lieber Verlag? Und man fragt sich, was die AutorInnen immer erlebt haben, dass die Männer in solchen Romanen so enorm bestückt sind. Müssen die Männer den Frauen immer so stark mit Größe imponieren? Reicht nicht auch ein einfacher Mann?
Schön fand ich aber, dass die Szenen nicht kurz oder abgehackt waren. Es wurde viel Platz eingeräumt für die (überwiegend) liebenden Momente. Dann konnte ich auch darüber hinwegsehen (bzw. schmachten 😀 ), dass Rhys so ein überaus gutaussehender und wahnsinnig attraktiver, männlicher Superman ist…

Sehr viel zur Geschichte etc möchte ich jetzt gar nicht sagen, dafür ist das zu speziell. Aber ich kann dieses Buch nur voll empfehlen!
Fünf Sterne deswegen für dieses außergewöhnliche, mitreißende und gut ausgedachte Buch!

★★★★

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