[Rezension] Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod – Bastian Sick

Verlag Kiepenheuer & Witsch (KiWi)

Erscheinungsdatum August 2004

240 Seiten, Paperback

8,99 €

Inhaltsangabe des Verlags:

Die oder das Nutella – diese Frage hat schon viele Gemüter am Frühstückstisch bewegt. Der, die, das – wieso, weshalb, warum? Ob Nutella nun weiblich oder sächlich ist, ist sicherlich keine Frage auf Leben und Tod, aber eine Antwort hätten wir schon gern. Wir? Ja, wir hilflos Verlorenen im Labyrinth der deutschen Sprache. Wir, die wir unsere liebe Not mit der deutschen Sprache haben. Und leichter, verständlicher oder zumindest nachvollziehbarer ist es nach der Rechtschreibreform auch nicht geworden. In seinen hinreißend komischen und immer klugen Kolumnen bringt Bastian Sick Licht ins Dunkel der deutschen Sprachregelungen und sortiert den Sprachmüll. Ist der inflationären Verwendung von Bindestrichen noch Einhalt zu gebieten, angesichts von Spar-Plänen und Quoten-Druck?
Versinken wir sprachlich gesehen nicht längst im Hagel der Apostrophe, wenn Känguru’s plötzlich in den Weiten Australien’s leben? Derlei Unsinn scheint nicht mehr aufhaltbar, wenn es nicht dieses Buch gäbe. Darauf zwei Espressis!

In Band 1 seiner in Buchform vom „Zwiebelfisch“ veröffentlichten Kolumne beschwert sich Sick Kapitel für Kapitel über die Unfähigkeit der Deutschen, korrektes Deutsch zu benutzen. Aber zwischendurch zeigt er auch gewitzte Sprachspiele und Dialektformen auf, die überraschen und belehren.

Etwas ungünstig fand ich, dass Sick auch die falschen Formen aufzählt. Wie wir in er Schule gelernt haben, merkt sich das Gedächtnis auch falsches – und nach der Hälfte des Buches wusste ich nicht mehr, was denn nun richtig ist und was nicht. Die Tabellen nach einigen Kapitel waren da sehr hilfreich.

Um dem Titel gerecht zu werden, kommt der Autor auch immer wieder auf den Genitiv zurück, mit dem wir scheinbar am meisten Schwierigkeiten haben.

Wirklich spannend waren die Kapitel, in denen Sick sich Gedanken gemacht hat, ob wir jene Ausdrücke in ein paar Jahren noch verwenden. Zum Beispiel chatten. Jeder chattet heute – das kennen sogar viele Senioren! Und wir „laden“ Sachen aus dem Internet, statt sie „daunzuloden“. Da musste ich echt schmunzeln. Schön, dass jemand die Rechtschreibthematik damit dokumentiert hat!

Weil nach 100 Seiten die Thematik etwas ermüdend war, gebe ich nur 3 von 5 Sternen. Band 2 ist definitiv besser.

Mehr zum Zwiebelfisch findet ihr in der Kolumne.

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Ein Gedanke zu “[Rezension] Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

  1. Blöde Internetverbindung, löscht mir den ersten Kommentar. *sfz*

    Nun gut, dann aus dem Gedächtnis: Ich wollte die Reihe auch seit langem wieder besprechen, aber habe mich auch an den zum Teil langatmigen Stellen im ersten Band gestört; wenngleich ich eher schmunzeln musste und mich darüber amüsiert habe, was manche Leute denn in der deutschen Sprache schon für Details als „störend“ empfinden. ^^

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