[Rezension] Liebe auf den zweiten Klick

Liebe auf den zweiten Klick – Rainbow Rowell

Goldmann Taschenbuch

Deutsche Erstausgabe Oktober 2011

416 Seiten

8,99 €

Es ist eigentlich nicht so schlimm, bei der eigenen Mutter zu wohnen. Selbst mit 29 Jahren nicht. Lincoln ist der festen Überzeugung, dass sich daraus nur Vorteile ergeben. Denn seine Mutter kocht für ihn, lässt ihn sonst weitesgehend in Ruhe und er zahlt keine Miete.
So passt sein neuer Job als Sicherheitsbeauftragter in einer Zeitung ganz gut. Nacht für Nacht soll er dort die Mails überwachen, damit auch ja niemand private Gespräche führt.
Jennifer und Beth jedoch haben scheinbar davon gehört, dass ihre Mails überwacht werden könnten, scheren sich aber offensichtlich nicht darum. Und über Wochen und Monate kann Lincoln ziemlich private Neuigkeiten mitverfolgen.

Eigentlich sollte Lincoln die beiden verwarnen. Aber etwas hält ihn davon ab… bzw jemand. Denn Beth scheint eine Frau zu sein, die Lincoln aus dem Konzept bringt. Aber kann man sich in jemanden verlieben, den man noch nie gesehen hat?

Liebe auf den zweiten Klick“ sprach mit vom Ausschreibungstext sofort an. Private Mails sind im Büro verboten – das kennt so ziemlich jeder. Aber dass auch noch jemand mitliest UND sich verliebt, das klang nach einer super Story!
Und ich wurde nicht enttäuscht… 😉

Lincoln, der naive, gutmütige, süße Junge von Nebenan, den wir alle (nach dem ersten Eindruck) als „guter Freund“ abstempeln würden, lebt in einem Teufelskreis. Man erkennt das schon als Leser auf den ersten Seiten. Und so macht es richtig richtig glücklich, wenn er diese tolle Wandlung durchmacht, erst ein Muttersöhnchen zu sein und nach und nach zu einem richtigen Mann zu werden.
Interessant ist dabei auch seine Wirkung auf seinen Freundeskreis. So findet sein Freund Justin auch endlich die große Liebe.

Beeindruckend fand ich, wie die Autorin die beiden Frauen Jennifer und Beth darstellen konnte – nur durch Mails! Bis nach 350 Seiten hat man keine einzige Beschreibung der Frauen, wie Lincoln sie sieht. Sie existieren nur im Web – und doch hat man eine klare Vorstellung.

Die Geschichte im Gesamten war teilweise echt nervenaufreibend. Zu Anfang dachte ich „das ist ja alles ganz einfach“, aber wie das Leben so spielt, verstrickt sich alles kompliziert und verdreht und schwierig.
Als Lincoln Beth gerne angesprochen hätte, eröffnet sich die Problematik, dass Lincoln so viele private Details kennt – wie kann er das bloß sagen?
Es kommt wie es kommen muss: Lincoln sagt sich, dass er lieber komplett auf Distanz geht, und Beth vergisst. Er könnte ihr niemals erzählen, dass er sozusagen gespannt hat.

Glücklicherweise liegt uns hier ein Liebesroman vor. Wie das Ende aber aussieht, verrate ich nicht – ich kann nur wärmstens empfehlen, selbst das Buch zu lesen!

Fazit: Endlich ein Buch, dass sich mit der aktuellen Situation von Mails, Überwachung, und Liebe im Web beschäftigt. Volle Punktzahl für die packende Geschichte, die tolle Entwicklung der Figuren und einem befriedigenden Ende!

Einen großen Dank an den Goldmann-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
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4 Gedanken zu “[Rezension] Liebe auf den zweiten Klick

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