[Notiz zum Buch] Als das Cello vom Himmel fiel

Verlag Krug & Schadenberg, Berlin
Aus dem Amerikanischen Englisch von Andrea Krug
1. Auflage 2011
222 Seiten

1. Satz:
Wenn ich geahnt hätte, was er damit vorhatte, hätte ich ihm den Wagen gar nicht erst verkauft.

Rückseitentext:
Joey, Anfang 40 und Automechaniker in der kanadischen Provinz, versteht die Welt nicht mehr: Seine Frau Allyson hat ihn verlassen, um in Calgary mit einer Frau zusammenzuleben. Doch nicht die andere Frau ist Joeys Problem. Er begreift nicht, wie es überhaupt zu der Trennung kommen konnte. Hat er seine Frau denn so wenig gekannt?
Als Joey unverhofft Besitzer eines Cellos wird, erfährt sein Leben eine Wende. Er beschließt, im fernen Calgary Cellounterricht zu nehmen…
Wie es Joey gelingt, wieder auf die Füße zu kommen und sich mit seiner Ex-Frau und ihrer Lebensgefährtin auszusöhnen, erzählt Ivan E. Coyote auf außerordentlich berührende Weise. Am Ende des Romans eröffnen sich für Joey, Allyson und Kathleen unerwartete Perspektiven…

Eigene Notiz:
Dass eine Frau, die selbst auch noch die Beziehungen mit Frauen bevorzugt, aus der Sicht eines Mannes schreibt, ist gewagt. Dennoch vermittelt sie die Gefühle des verlassenen Mannes sehr authentisch. Joeys drückt sich in Gedanken derb und männlich aus, und man riecht beim Lesen teilweise den Moschusgerucht…
Der Stil des Buches ist ziemlich amerikanisch und beim Lesen erwartete ich ständig den um die Ecke reitenden Cowboy – warum auch immer 😉

Die Geschichte behandelt aber eine Normalität, die beruhigend und mitnehmend zugleich ist. Es kommt kein Schnickschnack vor, der Automechaniker Joey ist einfach normal – und so auch sein Werdegang. Manchmal passieren Dinge, die man nicht erwartet und mit denen man nie gerechnet hätte!
„Als das Cello vom Himmel fiel“ ist eine Momentaufnahme von einem Leben, wie sie überall hätte passieren können.

Mein einziger Abzug in der B-Note ist das Lesebändchen. Grell Pink – wer hat das ausgesucht??? Das passt ja wohl gar nicht zum Buch und der Ruhe, die die Geschichte eigentlich ausstrahlt!

Gut finde ich, dass das Buch zwar in einem Verlag für lesbische Literatur verlegt wurde, aber auch für Heteros geeigent ist. Ich zumindest habe keine Situation im Buch unangenehm oder anstößig gefunden – erst im Nachhinein habe ich überhaupt gesehen, dass die Autorin eine Frau hat und der Verlag speziell für lesbische Literatur ist.

Fazit also: Empfehlenswert!

Eine weitere ausführliche Rezension findet ihr auch hier: l-talk.de

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Ein Gedanke zu “[Notiz zum Buch] Als das Cello vom Himmel fiel

  1. Liebe Sandra,
    freut mich sehr, dass Dir das Buch so gut gefällt! Und danke für den link, den Du uns geschickt hast. Und das Lesebändchen hab ich ausgesucht – es sollte ein Kontrapunkt zu dem vielen Grüngrau sein. Na ja, Geschmackssache … 🙂 Mit herzlichen Grüßen und vielleicht auf bald mal wieder – Andrea
    Verlag Krug & Schadenberg
    http://www.krugschadenberg.de

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