[Rezension] Das Meisterstück


Christiane Gref – Das Meisterstück

272 Seiten
ISBN 978-3-940168-70-2
Verlag M. Naumann, Hanau
12,80 €

Inhaltsangabe des Verlages:
Hanau 1621. Der alte Zunftmeister der Goldschmiede wird gezwungen abzudanken und durch den Nürnberger Meister Hanns Rappolt ersetzt. Unter dessen strenger Herrschaft hat insbesondere der Geselle Johann zu leiden. Das Blatt scheint sich zu wenden, als die Zunft einen äußerst vielversprechenden Auftrag erhält. Rappolt soll einen silbernen Pokal für den Hanauer Stadtrat schmieden. Der Zunftmeister beschließt, dass der Ratspokal Johanns Meisterstück werden soll. Verunsichert ob dieser Verantwortung, stellt Johann Nachforschungen über die Auftraggeber an und findet heraus, dass sich viel mehr als befürchtet hinter dem Meisterstück verbirgt. Er sieht sich nicht nur mit dem Neid und den Intrigen der Zunft konfrontiert, auch seine Familie droht unter dem wachsenden Druck zu zerbrechen.

Das Meisterstück” ist ein Buch über die Veränderungen nach dem Mittelalter, über die Intrigend zur Zeit der Reformation und über den wirklich existierenden Hanauer Ratspokal, der heute im Museum des Schloss Philippsruhe in Hanau steht. Auf dem Cover ist auch genau dieses Meisterstück abgebildet.

Die Figuren waren klar und verständlich charakterisiert und ausformuliert. Dennoch holperten die Beschreibung, dazu bei der Handlung unten mehr.
Die Sprache im Buch war etwas einfach, passte aber zum Setting. Die einfachen Bürger in der Neuzeit konnten sich sicher nicht super geschwollen ausdrücken. Deswegen fand ich die Sprachwahl authentisch.
Zum Ende jedoch fand ich, bediente sich Gref zu oft bei Sprichwörtern.

Das zeitliche Geschehen war zum Ende des Mittelalters gesetzt, auf jeden Fall nach der Reformation. Die deutschen Bürger befinden sich noch im Glaubenskonflikt, und auch diese Wirrungen stellt Christiane Gref überzeugend dar.
Leider haperte die Handlung an einen Stellen, und ich verstand nur bei sehr genauem Lesen, wie es weiterging. Da ich Bücher aber oft beiseite lege, war ich stellenweise verwirrt, weil der Einstieg leider oft sehr schwer war.
Viele kleine Details passieren plötzlich und nicht ganz nachvollziehbar. Es wird erst nach Überlegen deutlich, was dahinterstecken könnte, was aber negativ auffiel, und keineswegs die Spannung erhöhte.
Dennoch war Spannung da! Als der Meister Rappolt den Gesellen Martin in die Schmiede holt, weiß man nicht warum – und dieser führt ein Eigenleben, dass man nur bedingt durchschaut. Hier findet sich sehr interessante Spannung!

Sehr unangenehm fand ich die plötzlichen Perspektivenwechsel auf den letzten 80 Seiten. Es war klar, dass der Goldschmiedgeselle aus seinem kleinen Gefängnis keine Möglichkeit mehr hatte, weiter zu berichten, aber auf einmal wurde aus Sicht des Priesters, des Gegenspielers und sogar eines kleinen, unbedeutenden Wächters berichtet! Es wirkte ein wenig, als hätte Frau Gref zum Ende hin schnell alles beenden wollen. Ich habe die letzten Seiten gelesen, weil ich wissen wollte wie es ausgeht. Nur deswegen konnte ich den Perspektivenwechsel akzeptieren.

Mich beeindruckt, dass Frau Gref scheinbar für ihren zweiten Roman “Im Bann der Engel” (die Rezi findet ihr hier) im Kopf komplett umdenken konnte.
Vielleicht sagt aber jemand anderem der Stil von Christiane Grefs erstem Buch mehr zu als mir. Historisch ist das Buch ein Schmuckstück, und wirklich interessant um den Ratspokal geschrieben. Deswegen vergebe ich 2 Sterne für die Szenerie und die Idee 🙂

★★☆☆☆


Ich danke dem Verlag recht herzlich, dass ich dieses Buch rezensieren durfte!

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