[Rezension] Im Rausch der Ballnacht

Der älteste Sohn eines Earls pflegt nicht, eine verarmte Landadlige zu heiraten, und das weißt du.“ (Elisabeth Fitzgerald zu ihrer Schwester Georgie, S.337)

Im Rausch der Ballnacht – Brenda Joyce

Mira Taschenbuchverlag

Deutsche Erstveröffentlichung Mai 2011

460 Seiten

7,95 €

Im Sommer 1806 ist Elisabeth Fitzgerald 10 Jahre alt, als ein Junge sie ärgern will und ihr Buch in den See wirft. Schnell versucht sie es noch zu fassen, doch das Schicksal lässt sie in den See hineinfallen – und Lizzie kann nicht schwimmen! Doch starke Arme ziehen sie aus dem kalten, tödlichen Wasser. Tyrell de Warrende hat sie gerettet!

Von diesem Tag an kann Lizzie von keinem anderen Mann mehr schwärmen, und träumt mit dem Alter zunehmen auch erotisch von Tyrell. Doch dieser ist unerreichbar, denn Lizzies Familie ist verarmt und gehört nur zum niederen Adel, Tyrell dagegen ist der Erbe des de Warrende-Reichtums. Und dazu muss er eine reiche englische Erbin heiraten.

Bei einem Kostümball auf dem Anwesen der Warrendes flirtet Tyrell heftig mit Lizzie, und bittet sie sogar zur einem Stelldichein um Mitternacht. Doch wie der Zufall es will, muss Lizzie früher nach Hause – und damit schaltet sich wieder das grausame Schicksal ein.

Statt ihrer taucht Lizzies Schwester Anna bei dem Rendezvous auf. Mit fatalen Folgen!

Im Rausch der Ballnacht“ ist ein Roman so voller Gefühle, Hoffnungen und Enttäuschen, alles dicht komprimiert und sehr mitreißend. Es ist der typische Groschenroman, aber in Romanform (mit Happy End – endlich!). Es wird mit Klischees bis zum Umfallen gespielt, aber alles ist sehr herzzerreißend verpackt.

Lizzie, die Hauptfigur, ist das schüchterne Mädchen, die im Glanz ihrer älteren Schwestern stets verblasst ist. Sie geht so in ihrer Liebe zu Tyrell auf, dass sie dafür ihr eigenes Leben weitgehend opfert, und noch zu viel mehr bereit wäre. Über sich selbst denkt sie, dass eigentlich jede Frau mehr Glück als sie selbst verdient hat.

Tyrell ist der klassische heiße, unerreichbare Traumtyp, von dem Frauen in ihren feuchtesten Momenten träumen, und morgens gesättigt aufwachen.

Lizzie brachte kein Wort heraus. Sie konnte nicht sprechen, wenn sie seinen starken, muskulösen Leib neben sich fühlte. (S.172)

Die Sprache des Romans ist mit einer starken unterschwelligen Romantik, die gar nicht durch sexuelle Handlungen ausgedrückt werden muss, sondern einfach in der Thematik schon vorhanden ist (ein Lob an die Übersetzung!).

Die Geschichte ist mit furchtbar mitreißender Fülle von Missverständnissen gespickt, und man betet die ganze Zeit, dass endlich jemand mal sagt, was Sache ist (aber es dauert 400 Seiten lang, bis endlich jemand mal den Mund aufmacht).

Sehr verwirrend jedoch war die Inhaltsangabe auf dem Umschlag – da sind zwei gravierende Fehler drin!

Ich vergebe volle Punktzahl, weil so ein Roman für jedes schmachtende Frauenherz einfach nur glücklich machend ist, und ich solche Geschichten als Abwechslung liebe!

★★★★★

Vielen vielen Dank an den Verlag, dass ich dieses Zuckerstück lesen durfte!

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