[Rezension] Die Musenfalle

Die Musenfalle – Nora Miedler

Argument Verlag
Ariadne Kriminalroman

250 Seiten, Taschenbuch

11,00 € bei

Lilly Sommer braucht dr
ingend Arbeit, und der Werbevertrag mit einer Handyfirma kommt ihr gerade recht. Als einer der Mitarbeiter sie zu einem privaten Date einläd, denkt sie sich nichts dabei. Im Nachhinein bereut sie das Treffen jedoch bitter, denn sie hat nicht nur die Befürchtung, schwanger zu sein, sondern wird auch noch des Mordes an Alexander Strehl verdächtigt.
Sie nimmt Kontakt zu Dino Winter auf, einem Mitarbeiter eines Dedektivbüros. Sie kennt Dino von früher, von der Schauspielschule. Gemeinsam hatten sie den Traum, in der Schauspielschule von Frieda Bernhard zu laden – die scheinbar auch etwas mit dem Mord an Alexander Strehl zu tun hat.
Lilly setzt alle ihre Schauspieltalente ein, um sich für die Ermittlung bei Frieda einzuschleichen. Doch was sie entdeckt, raubt ihr den Atem.

“Die Musenfalle” ist ein Krimi aus Österreich, der von einem harmlosen Besuch zu einer Mordverdächtigung führt – und wieder ist jemand unschuldigerweise mittendrin.

Die Protagonistin Lilly führt ein miserables Leben. Sie kifft, hat kein Geld, und kommt als Schauspielerin nicht durch. Dass sie endlich ein geregeltes Leben, bzw für zwei Jahre ein festes Einkommen haben soll, sagt ihr sehr zu – aber bringt auch alles durcheinander, sowohl positiv als auch negativ.
Die anderen beiden Hauptfiguren, Dino und Martin, sind etwas verschlossener. Man wird relativ schnell in ihr Leben eingebracht, und mit ihren Problemen konfrontiert. Über Lilly erfährt man jedoch sehr viel mehr.

Sehr faszinierend ist die Schreibweise, aus Lillys Sichtweise in Ich-Perspektive, und aus Dinos, Martins und Friedas Sichtweise immer aus der 3.Person-Perspektive.
Von der Schreibweise und Ideengebung erinnerte mich das Buch an “Die Liebe der Matrosen” von Annette Mingels, bei der auch Perspektiven wechseln und Situationen manchmal doppelt geschrieben werden (wobei bei Miedler die Perspektive wechselt, aber nicht eine Situation wiederholt).
Dass verschiedene Leute ihre Gedanken preisgaben, trug zur Fülle an Details bei, die dem Leser vorgelegt wurden, sodass man sich ein eigenes Bild machen konnte.

Bis kurz vorm Schluss hatte man nicht mal eine Ahnung, wer der Mörder war, weil sich ständig neue Details auftaten, die aber irgendwie nicht zum Fall beitrugen, sondern mehr Fragen aufwarfen. Eine gewisse Krimi-Spannung kam dadurch leider nicht auf. Erst auf den letzten 30 Seiten wurde es plötzlich richtig spannend – mit 220 Seiten Vorspann eigentlich zu spät bei einem Krimi, finde ich.
Auf der anderen Seite fesselte der Krimi durch diese neuen Details für die Geschichte doch, weil man wissen wollte, wann endlich Details für den Mord kommen.

Lustig ist, dass ich im März auf der Buchmesse ein Interview von Nora Miedler und ihrer Lektorin gehört habe, und unbedingt ein Buch von ihr lesen wollte (wenn auch nicht zu Beginn einen Krimi 😉 )!

Dem Buch gebe ich 3 von 5 Sternen, weil es sehr interessant geschrieben war, und schon Elemente eines guten Krimis beinhaltet, aber nicht das Nonplusultra war. Ich hab leider schon sehr viel bessere Krimis gelesen.

★★★☆☆


Ich bedanke mich beim Argument-Verlag für die Bereitstellung des Gewinnspielexemplares, und bei Claudia für die Veranstaltung des Gewinnspiels 🙂

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