[Rezension] Alice im Wunderland

Alice im Wunderland – Lewis Carroll

Ursprünglicher Titel „Alices Abenteuer im Wunderland“

Anaconda Verlag

Paperback, 124 Seiten

2009

2,95 €

Ganz kurzfristig habe ich mir gestern noch „Alice im Wunderland“ geschnappt. Ein dünnes Büchlein, mit wenig Inhalt.

Die meisten von uns kennen wohl die Verfilmung von Disney, oder die aktuellste von Tim Burton.
Mit dieser Vorlage ging ich ans Buch… und war überrascht!

Zum Inhalt: Alice sitzt mit ihrer Schwester am See, und sieht plötzlich ein weißes Kaninchen, dass eine Uhr zückt. Verwundert läuft sie dem Kaninchen nach, und fällt in ein Loch. Während sie noch überlegt, ob sie jetzt vielleicht durch die Welt fällt und auf der anderen Seite wiederauftaucht, landet sie in einem Flur voller Türen. Alle sind verschlossen, doch für eine winzige Tür gibt es einen Schlüssel. Als Alice einen plötzlich aufgetauchten Trank trinkt, schrumpft sie – doch der Schlüssel liegt unerreichbar auf einem Glastisch. Da taucht ein Muffin auf, den Alice isst, und wieder wächst. Doch zusehr.
Nach erneutem Schrumpfen trifft Alice eine unhöfliche Maus, und landet in einem Haus, wo sie wieder wächst.

Draußen im Wald trifft sie schließlich eine Raupe, die ihr jedoch keine Hilfe gegen das ständige Wachsen und Schrumpfen ist, und nur unhöfliche Antworten gibt. So landet Alice beim Märzhasen und der Teeparty. Von dort ist es nicht weit zum Croquetspiel der Herzkönigin – die aber noch ganz andere Sachen im Kopf hat.

Alice im Wunderland“ ist ein ganz skurriles, kleines Geschichtchen. Einige Verfilmungen waren mir ja schon bekannt, und so wusste ich in etwa, wie die Geschichte laufen würde. Dennoch ist das Buch sogar noch eine Spur schärfer als der Film von Tim Burton. Alice ist sehr verwirrt über die Dinge, die sie vorfindet, und versteht nicht, wieso alle verrückt sind.
Das Buch gehört für mich definitiv zu den Klassikern der Weltliteratur, und ich bin sehr froh, es endlich gelesen zu haben – um zu verstehen, was daran so faszinierend ist.

Im „Wunderland“ ist alles irgendwie verquer, und wenn Alice Parallelen zu ihrer Welt ziehen will, passiert etwas noch ungewöhnlicheres.
Die Verfilmungen erfassen nicht so ganz den Wahnsinn, denn man beim Buch empfindet (wie kam Carroll bloß auf sowas???), weil immer eine Randgeschichte drumherum gedichtet wurde (wie die blöde Feier, eine anstehende Verlobung, etc.). Die Alice im Buch lernt so gar nicht aus ihren Fehlern, und ist immernoch das komische kleine Mädchen, dafür hat ihre Schwester etwas davon.

Vielleicht lese ich noch die Fortsetzung „Alice hinter den Spiegeln“, die für die meisten Verfilmungen dazugehörte. Aber erstmal reicht ein Klassiker 😉

Die Alice hier im Video ist doch sehr höflich, anders als die im Buch – die war irgendwann so gereizt, dass sie eben nicht mehr lieb und nett reagierte. Soweit ich mich erinnere, widersprach die Alice bei Tim Burton auch endlich der Königin.
Diese Szene von Disney ist auch wieder bezeichnend für die Veränderungen in Verfilmungen. Der wunderschöne Satz „Fang am Anfang an, und wenn du am Ende bist, hörst du auf“, ist eigentlich vom Herzkönig aus der Gerichtsverhandlung. 😦 Auch die Erwähnung der Katze vertreibt eigentlich nicht die Schlafmaus sondern die Maus vom Anfang…

Ich meine auch mal eine alte Verfilmung mit echten Schauspielern gesehen zu haben, in der Szene mit der Schildkröte mich sehr beeindruckt hat, aber laut Wikipedia gibt es 37 Verfilmungen mit dem Thema „Alice“ (unter anderem einen Porno…), dass ich da jetzt nicht ewig suchen wollte.

Für das Buch vergebe ich nur 3 von 5 Sternen, weil es zwar nett zu lesen war, aber dann doch etwas zu wirr für mich – Klassiker hin oder her.

★★★☆☆
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