[Rezension] Die Tortenbäckerin

Die Tortenbäckerin – Brigitte Janson

Ullstein, Taschenbuch

448 Seiten

Erschienen Februar 2011

8,95 €

Im historischen Hamburg 1895 arbeitet Greta Voss mit ihrer Tante Mathilde als Hilfsköchin in einem vornehmen Haus. Greta verdient nicht viel, doch für ein bescheidenes Leben für sie und ihre Mutter reicht es. Und Greta träumt ohnehin davon, bald den jüngsten Sohn der Familie, Christoph Hansen, zu heiraten. Doch eines Tages erfährt sie, dass Christoph für ein Jahr nach Afrika fahren wird, um dort für die Familienbank zu arbeiten. Aus dem Grund wird Greta auch entlassen.

Damit steht nicht nur sie vor finanziellen Problemen. Auch eine weitere Person, von der nur Greta und Christoph wissen, wird darunter leiden müssen.

Als Gretas Mutter immer kränklicher wird, und dringend zur Kur muss, nimmt Greta notgedrungen einen Aushilfsjob als Köchin bei einem ehemaligen Leutnant an. Die Stelle hat ihr der Fuhrmann Siggo verschafft, der zufällig von ihrer Not erfahren hat.

Die beiden beschließen eine Art Geschäft, dass Siggo für Greta nach weiteren Anstellungen Ausschau hält, und für sie als Aushilfe wirbt, und sogar einen Teil ihrer Einnahmen erhält. Siggos Mutter unterdessen weiht Greta in die geheime Kunst der Konditorei ein.

Schließlich fühlt sich Greta Siggo so freundschaftlich verbunden, dass sie ihm ihre Geheimnis anvertraut. Denn Christoph ist noch immer weit weg, und meldet sich weder noch unterstützt er sie weiter.

Siggo hilft Greta. Denn für ihn ist das junge Mädchen schon längst mehr als eine Geschäftspartnerin.

Die Tortenbäckerin“ ist ein so wundervoller historischer Roman, den ich kaum zur Seite legen konnte. Am Anfang wird das Geheimnis von Greta ziemlich schnell thematisiert, und zunächst war ich etwas enttäuscht, dass ich nicht selber rätseln durfte (wobei man sehr schnell auf die Lösung kommt…). Aber dann entwickelte sich eine so irre packende Geschichte rund um Greta, Siggo und das Geheimnis (das ich nicht verraten will :D), dass ich hellauf begeistert war.

Brigitte Janson hat ein wirkliche tolles Buch als Debut hervorgebracht!

Besonders angenehm war der Schreibstil. Janson schreibt flüssig und ohne überflüssiges Drumherum. Ihre Geschichte hatte keine Kanten, und die Figuren entwickelten sich nicht seltsam schnell oder unverständlich. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Monate, und die Figuren benehmen sich authentisch und in einer nachvollziehbaren Weise.

Ein Highlight sind die Rezepte und angesprochenen Gerichte. Janson thematisiert vor allem gutbürgerliche Speisen und deren Herstellung. Die Torten spielen vielleicht eine nicht so große Rolle, wie es der Titel nichtsdestotrotz vermuten lässt, aber sind auch ein Schlüsselelement.

Ich erinnere mich an das Buch „Die Kochkünstlerin“. Auch dieses Buch sollte nur so von Rezepten und Gerichten strotzen – was es aber nicht annähernd so appetitlich tat, wie Brigitte Jansons Buch!

Was ich allerdings anmerken will: Auf dem Cover steht „Die Torten _ Bäckerin“ (Also mit Lehrzeichen). Auch wenn ich mir denken kann, dass das nur stilistische Gründe hat, finde ich es schade, auf dem Cover so einen Patzer hinzulegen. Selbst mit Bindestrich hätte das Cover noch so schön ausdrucksstark ausgesehen. Im Zweifel wäre es doch sicher auch irgendwie gelungen, den Titel zusammenzuschreiben, wie es sich korrekt gehört.

Mein Fazit: „Die Tortenbäckerin“ reiht sich ohne Probleme neben viele tolle historische Romane ein. Freunde von „Die Kochkünstlerin“ und Fans von Hamburg, sowie tollen historischen Details sollten sich dieses Meisterstück nicht entgehen lassen.

Ich vergebe ohne zu zögern fünf Sterne!

★★★★★

Liebe Brigitte, bitte schreib noch viel viel mehr solch tolle Bücher (und wie du ja schon verlauten lässt, schreibst du gerade)! Danke, dass du mir dein Buch geschickt hast!!!

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