[Rezension] Yelena und die Magierin des Südens

Band 1: Yelena und die Magierin des Südens – Maria V. Snyder

Mira Fantasy

März 2011 (Deutsche Ersterscheinung 2006)

Tschenbuch, 458 Seiten

7,95 €

Schreckliche Folter und grausame Experimente brachten Yelena dazu, ihren Peiniger Reyad umzubringen. Doch statt gehängt zu werden, bietet ihr Valek, der Ratgeber des regierenden Commanders, die Stelle als Vorkoster an. Jeden Tag kann sie an einem Gift im Essen des Herrschenden sterben – aber jeder Tag mehr ist ein lebendiger Tag mehr.

Yelena entschließt sich, durch Valeks harte Schule zu gehen und wird Vorkosterin des Commanders. Doch nicht nur mögliches Gift im Essen kann sie umbringen. Ihr sind auch noch Soldaten ihres Mordopfers auf der Spur, und wollen ihren Tod.

Nach und nach gewinnt das Mädchen das Vertrauen ihres Lehrers Valek. Gemeinsam steht ihnen eine neue Gefahr gegenüber: Der Commander scheint Opfer einer Intrige zu werden. Doch wer sind die Täter, wer zieht die Fäden? Und gibt es tatsächlich einen Spion in den eigenen Reihen?

„Yelena und die Magierin des Südens“ begann erfrischend anders. Eine Gefangene sollte begnadigt werden, aber gleichzeitig weiter ihr Leben riskieren. Eine Idee, die nicht ganz neu ist, aber mit einem Hauch Magie und ständig im Nacken steckender Gefahr interessant gewürzt wurde.

Die Hauptfigur Yelena, aus deren Ich-Perspektive erzählt wird. Zu Anfang springt die Perspektive jedoch noch ein paar Mal in die Außensicht, was etwas gewöhnungsbedürftig ist, später aber nicht mehr vorkommt.

Yelena ist jung, verschlossen und verletzt, als sie endlich in eine stabilere Umgebung geführt wird. Valek vertraut sie nicht in dem Maße, wie sie es könnte, die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich jedoch in angenehmer Weise. Erst nach und nach können sie einander abschätzen. Eine kitschige Liebesgeschichte wurde zum Glück ausgelassen. Yelenas Verliebtheit kommt etwas plötzlich, und die Schwärmerei ist etwas kindlich, aber sehr kurz. Als sich die Handlung ohnehin verdichtet und schneller wird, ist die Liebe eine Zutat, die nicht fehlen dürfte.

Valek ist eine Figur, aus der man bis zum Ende nicht ganz schlau wird. Ganz nach seiner beratenden und beschützenden Funktion taucht er ohne Vorwarnung auf (und nicht nur Yelena hat sich erschrocken…), erklärt sich nicht und bleibt geheimnisvoll. Er könnte etwas männlicher rüberkommen, und wird nur durch Yelena hin und wieder genauer beschrieben, aber vielleicht ist das auch Wahrnehmungssache.

Die anderen vorgestellten Figuren wie Rand, Ari, Janco uvm. bringen liebevoll gezeichnet ihren Teil zur Handlung ein und stören an keiner Stelle.

Die Sprache in der Übersetzung (und vermutlich auch von Maria Snyder selbst) ist sehr flüssig. Die Handlung hat keine überflüssigen Szenen, alles geschieht aus einem Grund, und die Figuren versinken nicht in ewig lange Gedankenmonologe. Die Geschichte ließ sich schnell lesen und warf keine ungeklärten Fragen auf – und macht dennoch Lust auf Band 2!

Den englischen Titel „Poison Study“ finde ich übrigens viel glücklicher gewählt als die deutsche Übersetzung, da die Magierin aus dem Süden doppeldeutig verstanden werden kann. Dennoch spielt sie beileibe keine so große Rolle wie die Gifte.

Interessant fand ich die Ausarbeitung des Landes, über das der Commander regiert. Es ist in Abschnitte unterteilt und militärisch kontrolliert von eigenen Generälen. Soldaten und Kampf spielen eine große Rolle, und Zauberei soll streng unterbunden werden.

Wie letztendlich aber das Land genau kontrolliert und wie dort gelebt wird, wurde nicht geklärt.

Insgesamt kann ich dem Buch keine ganz volle Punktzahl geben, weil mich das Buch zwar gefesselt hat, ihm aber letztendlich doch das gewisse Etwas fehlte – vielleicht finde ich es in Band 2?

Ich vergebe vier von fünf Sternen für eine interessante Geschichte und eine tolle Mischung aus Fantasy und Neuem.

★★★★☆

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares!

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