[Rezension] Kopfüber ins Fegefeuer

Kopfüber ins Fegefeuer – Jackie Kessler

Egmont – LYX Verlag

Deutsche Ersterscheinung Juni 2011

Taschenbuch, 445 Seiten

9,95 €

Rezension Band 1, Rezension Band 2

In der Hölle geht es manchmal um mehr als nur um die Sünden. Es geht auch um Machtspiele, und um Schicksale. Das muss der Inkubus Daunuan feststellen, als er zum ersten Prinzen des Lustkönigs Pan ernannt werden soll – allerdings unter einer Bedingung. Daun muss eine Seele verführen, die für den Himmel bestimmt ist. Und da sie eine Gute ist, muss sie sich im freiwillig öffnen. Zu allem Überfluss sieht die Auserwählte Virginia auch noch aus wie die wahre Liebe des Inkubus… Jezebel ist jedoch für ihn unerreichbar, da ihre Seele rein ist. Und Virginia ist auch alles andere als einfach zu knacken.

Während Daun sein Möglichstes versucht, Virginia in die Hölle zu locken, brodelt unter den Höllenwesen auch noch ein Komplott, denn an bloße Verführung hat Pan nicht gedacht. Daun darf nicht nur nicht versagen, sondern muss auch noch seine nackte Haut vor anderen Dämonen retten, die seinen Tod wünschen!

„Kopfüber ins Fegefeuer“ war zunächst ungewohnt zu lesen. In Band drei der Reihe von Jackie Kessler geht es nicht mehr um die heiße, lebenslustige Jezebel, sondern um ihren dämonischen Freund Daun. Die Geschichte beginnt plötzlich und sexy, und zunächst es ist etwas unklar, worum es eigentlich geht.

Doch schnell kommt alles in seine Bahnen. Daun, der an wirklich nichts anderes denkt als an Sex, wird zu seinem König zitiert, und soll sich ihm als würdig erweisen. Und damit beginnt das Chaos.

Die Figur des Daun macht eine erstaunliche Wandlung durch. Ist er zunächst selbstsicher und absolut sexbesessen, lernt er nicht nur über sein Opfer Virginia, sondern viel über sich selbst. Und vor allem über seine Liebe zu Jezebel (die leider nur eine kleine Rolle am Rand spielt). Spätestens bei den Beschreibungen des Inkubus über seine Freundin wird deutlich, wie tief seine Gefühle sind. Und als Leser hofft man, dass sie es irgendwann erwidert.

Sehr lustig und wirklich toll fand ich die Flüche, die Kessler sich für ihren Hauptprotagonisten ausgedacht hat. Wenn er etwas beleidigen will, nutzt er „himmlische“ Ausdrücke, und flucht herrlich passend für einen Inkubus („heilige Eier“ zum Beispiel).

Auch sonst war die Sprache gewohnt fetzig und mitreißend. Die Rückblenden waren zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, haben aber gut geholfen, die Figuren am Rand noch kennen zu lernen (wie Pan). Jezebel wurde rein aus der Sicht von Daun beschrieben, und wie oben schon gesagt, ist er sehr verliebt.

Die Aspekte mit Mozart waren etwas unnötig (auch wenn Kessler sich die Figur nur geborgt hat und den Komponisten garantiert nicht kaputtschreiben wollte), zum Glück wurde sehr mit Detail gespart. Für die Gesamtgeschichte passte natürlich Dauns Handeln mit dem Wiener – es hätte aber auch nicht gefehlt, hätte sie sich etwas anderes einfallen lassen.

Insgesamt kann ich dem Buch nur vier Sterne geben, weil es mich nicht vollständig vom Hocker gerissen hat, aber dennoch ein gelungenes Buch zum Ende der Sukkubus-Inkubus-Reihe war. Fans der ersten beiden Bücher sollten es auf jeden Fall lesen (einfach der Vollständigkeit halber), Neulingen empfehle ich Band 1. Jackie Kessler Fans werden sich das Buch ohnehin nicht entgehen lassen!

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

★★★★☆

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