[Rezension] Magyria 1 Das Herz des Schattens

Magyria 1 Das Herz des Schattens – Lena Klassen

Taschenbuch, 576 Seiten

Deutsche Ersterscheinung 2011

Blanvalet Verlag

9,99 €

Die Deutsche Hanna kommt für ein Jahr nach Budapest. Sie wird als Au-Pair in einer Familie arbeiten. Doch schon bei ihrer Ankunft stellt sie fest, dass mit dem ihr anvertrauten Mädchen Réka etwas nicht stimmt. Das Mädchen verheimlicht ihr etwas, genauer gesagt jemanden: einen Mann, der ihr Blut will.
In einer anderen Welt, und doch nicht weit entfernt, erfährt der Lichtprinz Mattim, dass er einst viele Geschwister hatte, die jedoch von der dunklen Bedrohung aus dem Wald, den vampirischen Schatten und ihren Wölfen geholt wurden. Weil er glaubt, die Lösung zu finden, in dem er selbst ein Schatten wird, übergibt er sich in die Hände seines ältesten Bruders Kunun, der König der Schatten geworden ist.
Doch ein Vampir zu sein, ist nicht leicht. Erst als er Hanna begegnet, erliegt er seinem Durst. Dass sie ihm das Blut freiwillig gibt, erwirkt noch etwas ganz anders: Die beiden erkennen, dass sie Seelengefährten sind – und genau für diesen Augenblick gemacht!
Nur gemeinsam können sie Kunun aufhalten, denn der dunkle König will die Lichtwelt Magyria beherrschen – und alles der Dunkelheit unterwerfen. Hanna und Mattim müssen mehr als Kraft und Mut geben, denn ihr Leben steht auf dem Spiel!

„Magyria – Das Herz des Schattens“ ist ein unglaublich eng geschriebener Roman voller Gefühle, Hoffnungen und Kraft.
Mattim und Hanna erfahren eine Liebe auf einem ganz anderen Weg. Ohne sich lange zu kennen, müssen sie in kürzester Zeit lernen, sich zu vertrauen. Dass ihre Blutsverbindung sie zueinander führt, ist nur hilfreich.
Die Figur der Hanna ist ein starkes Mädchen, dass sowohl Vertrauen in sich selbst als auch in ihre Liebe hat. Mattim dagegen ist der unsichere, noch naive, junge Mann, der das Vertrauen in sich erst lernen muss. Hanna gibt ihm die Kraft dafür, doch auch sein Werdegang prägt ihn nicht unerheblich.
Die anderen Figuren, wie Réka, Kunun oder seine Schwester Atschorek fand ich teilweise sehr undurchsichtig. Ihre Handlungen waren oft nicht klar, und vor allem nicht zu erahnen. Dennoch war das nicht unangenehm, sondern auch passend zur Handlung.

Leider fand ich die Thematik schon sehr ausgenutzt. Sterbliches Mädchen verliebt sich in Vampir, Vampir trinkt nur von ihrem Blut weil sie ihn zwingt, gemeinsam retten sie die Welt. Bella zwang Ätzward zwar nicht dazu, ihr Blut zu trinken, aber dass er sie ebenfalls zur Vampirin macht. Ihre Liebe war ach so dramatisch. Stefan und Elena verlieben sich, alles ist ok wenn sie zusammen sind. Stefan kann sogar ihr Blut trinken, weil es ihn stärker macht.
Und Mattim trinkt Hannas Blut, um bei Tag zu laufen, und das Licht zu retten.
Dennoch kann man sagen, dass Lena Klassen der Thematik einen neuen Hauch verpasst hat. Die Geschichte spielt in Budapest, aber auf die mystischen Elemente der Stadt wird nicht eingegangen. Lediglich der magische Übergang von Magyria nach Budapest spielt eine Rolle.

Dass Akink und Budapest quasi Spiegelstädte in Paralleluniversen sind, war zunächst nicht ganz verständlich, insgesamt aber eine wirklich schöne Idee.

Die Schreibsprache von Lena Klassen ist sehr deutlich und flüssig. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Hanna und Mattim, doch auch kleine Einschübe zeigten die Perspektive von jemand anderes.
Zum Ende der Geschichte verdichteten die Ausdrücke sich sehr, die Sätze wurden kürzer und abgehakter. In Anbetracht der Handlung, der Spannung und der Komplikationen der Figuren war das aber völlig ok. Es ging nichts verloren, sondern erhöhte die Spannung noch mehr.
Ich finde es sehr gut, dass eine deutsche Autorin in einem so großen Verlag das Glück hatte, verlegt zu werden!

Übrigens fand ich das Cover großartig. Das Taschenbuch hatte die gewohnte Blanvalet-Größe, und seit neustem sind ja diese 3D-Drucke in. Während des Lesens sind meine Finger immer über diese glatten Aufdrucke auf dem papiernen Umschlag gestrichen – passend zur Geschichte und wahnsinnig hübsch.

Ich vergebe für dieses Buch 4 Sterne, weil ich die Geschichte an sich sehr gelungen fand, und das Buch kaum zur Seite legen konnte (es mir aber den einen Abend zu spannend war…). Volle Punktzahl kann ich nicht vergeben, weil mir das Thema zu häufig unterkam, und selbst Lena Klassen nur bedingt etwas Neues daraus holen konnte.

★★★★☆

Vielen vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Ich stürze mich voller Vorfreude auf den zweiten Band „Magyria 2 – die Seele des Schattens“!

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