[Rezension] Grim Erbe des Lichts


Grim Erbe des Lichts (Band 2) – Gesa Schwartz

Egmont-Lyx Verlag, Hardcover

716 Seiten

19,99 €

Die Rezension zu Teil 1 findet ihr hier.

Inhalt:
Seltsame, schrecklich grausame Morde geschehen in Paris. Und Grim, Leiter der Gargoyle-Polizei, kann den Mörder nicht finden. Die Opfer werden blutleer und ohne Augen gefunden, was Grim bis in seine Träume verfolgt. Auch Mira verfolgt beunruhigt die Mordserie, und leidet mit Grim. Doch viel mehr leidet sie unter dem Tod ihres Bruders, der freiwillig in die Zwischenwelt gegangen ist. Als sie einen Abend an seinem Grab verbringt, stellt sie fest, dass der Sarg leer ist! Wo ist Jakob hin?
Grim findet endlich den Mörder, einen Schattenalb aus der Zwischenwelt, der jedoch nicht alleine unterwegs ist, und auch kein eigenes Ziel verfolgt. Er dient einer höheren Macht: einer einst aus der Menschenwelt verbannten Fee, genannt die Eiskönigin.
Mit einem schrecklichen Ritual kann sie aus ihrer Verbannung befreit werden, und damit sind nicht nur einzelne Menschen in Paris gefährdet. Die gesamte Menschheit soll vernichtet werden – doch die Bewohner der Anderswelt, der Untergrundstadt von Paris, sehen sich nicht gezwungen zu handeln. Grim, Mia und der Kobold Remis suchen den einzigen noch lebenden Feenkrieger Theryon auf, und hoffen auf seine Unterstützung.

Um die Eiskönigin aufzuhalten, brauchen sie mehr als Gargoyle- und Hartidenmagie. Es braucht einen Krieger. Den Krieger des Ersten Lichts.

Meinung:
Der zweite Band über den Gargoyle Grim und seine Menschenfreundin Mia umfasst wie der erste Band unmengen an Seiten. Um genau zu sein: 716.

Keine Rezension könnte ALLES einfangen, was ich dabei empfunden habe, deswegen gleich zu Beginn mein Rat: Lest selbst beide Teile. Sie sind nicht perfekt, aber dennoch lesenswert!

Und nun ausführlich 😉
Schaut euch das Cover des Umschlags an: Wie auch schon für das erste Buch wurde ein wirklich hübsches, dem Inhalt angepasstes Bild entworfen. Grim und die Nacht…
Auch in den Innenseiten des Buches ist eine tolle gezeichnete Darstellung vom Palast der Eiskönigin. Ein Bonbon vor dem Lesen, und auch währenddessen!

Wie auch in Band 1 glänzt Gesa Schwartz mit unheimlich viel Fantasie und Ideenreichtum. Es werden keine Klischee-Legenden abgegrast, sondern spannenden, unbekannte bedient. In Band 2 steht Irland ziemlich im Vordergrund, und neben Legenden, die es vielleicht wirklich in der Geschichte gibt, erfindet Gesa Schwartz eine tolle Heroengeschichte um den Krieger des Ersten Lichts.
Wieder steht die Magie und das Vertrauen darin im Mittelpunkt, doch diesmal sind es nicht Grim und Mia, die ihren Weg suchen müssen. Während Teil 1 irgendwie doch auf eine kleine Romanze hinarbeitet, sind Grim und Mia in Teil 2 bereits ein Paar (irgendwie), aber keineswegs nervig. Sie umarmen sich, wenn sie sich gegenseitig das Leben gerettet haben, und halten hin und wieder Händchen. Einzig ihr Vertrauen ineinander kommt ständig zur Sprache, weil es ihnen hilft, weiterzumachen, und weiterzukämpfen.
Wie auch in Band 1 gibt es in Band 2 Familienbande, die nach und nach enthüllt werden. Zunächst überraschend, dann ein wenig fad, wie ich fand. Was zunächst gut ausgedacht klang, wurde für den schlauen Leser nur allzu offensichtlich.

Wirklich nervig waren die Schattenalben. Nach gut 400 Seiten dachte ich, dass es Absicht der Autorin ist, auch den Leser bis an seine Grenzen zu reizen, und jeden Kampf bis zum äußersten zu dehnen. Mia, Grim und ihre Mitstreiter können immer in der absolut allerletzten Sekunde entkommen, doch die Alben haben unerschöpfliche Kraft… Die Weltretter leider nicht, was aber nicht so schön dargestellt wurde, wie ich es mir manchmal wünschte. Sie machten keine Pause, um zu trinken, aßen eigentlich nie, und Rast für die Nacht wurde auch nicht gemacht – als Gargoyle konnte Grim nur bei Nacht in steinernder Gestalt laufen. Der Tag schien irgendwie immer verschluckt.
Dementsprechend unüberlegt fand ich es auch, dass die Fünf sich hin und wieder einen Heilzauber zuwarfen, und damit scheinbar wieder bei vollen Kräften waren.
Der nächste Minuspunkt hat auch damit zu tun: Es war mir einfach viel zu viel Aktion! Ein oder zwei Legenden oder Ausflüge in andere Welten hätten auch dicke gereicht. Gesa Schwartz spannt einen riesengroßen Spannungsbogen, der sich an manchen Stellen durch die Kämpfe etwas zu zäh entfaltet, oder gar aus den Augen verloren wird.
Es folgt Abenteuer auf Abenteuer, und wird gekrönt, als Mia und Grim am Ende doch wieder ihren Ängsten und Schwächen gegenüberstehen – und auch noch ihre Mitstreiter aufrecht erhalten müssen!

Nicht schön fand ich auch die Brutalität. Das Buch beginnt nicht nur mit viel Blut und herausgerissenen Augen, sondern endet in einem Massaker. Die Fantasie von der Autorin ist dabei nur zu beneiden, aber auch hier hätte gekürzt werden können. Ich werde noch wochenlang über Knochenbrechgeräusche und Blutlachen nachdenken müssen…

Fazit:
Da es leider einige Punkte gab, die mich an diesem Buch störten, kann ich keine volle Punktzahl vergeben. Für Fans von Band 1 ist dieses Buch ein Muss, ich ärgere mich auch nicht, dass ich es gelesen habe! Ich kann nur empfehlen, Band 1 (und anschließend Band 2) zu lesen, weil Gesa Schwartz eine Welt so voller Fantasie und magischen Wesen entworfen hat, die man als Fantasy-Liebhaber kennen MUSS!
Überhaupt ist dieses Buch eine Entspannung zwischen Erotik und Vampire, zwischen Harry Potter, und Frauenliteratur: Kein Kinderbuch mehr, aber voll Magie!

Ich vergebe dreieinhalb Sterne.

Ich bedanke mich herzlich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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