[Rezension] Die Buchdruckerin

Die Buchdruckerin – Sabine Weiss

Marion von Schröder Verlag

Hardcover, 509 Seiten

Erstausgabe 2010

19,95 €

Die junge Margarethe liebt es, in der Druckerei ihres Vaters, Johann Prüß, mitzuhelfen. Sie liest Texte zur Korrektur, und hilft auch, Bücher zu verkaufen. Bücher haben eine große Bedeutung für sie, und einen festen Platz in ihrem Leben.
Als ihr Vater jedoch stirbt, entbrennt ein Streit um die Druckerei mit ihren Bruder. Der jüngere Johann Prüß hat Spielschulden, und sieht in der Druckerei, für die er sich noch nie viel interessiert hat, ein gutes Mittel, seine Schulden zu tilgen.
Doch Margarethe schafft es, über den Erbvertrag ihres Vaters die Hälfte der Druckerei übernehmen zu können – die einzige Bedingung ist, dass sie einen Meister einstellt und bald wieder heiratet.
Ihr Retter in der Not ist der Geselle Reinhard Beck, der seine Meisterprüfung ablegen kann, und Margarethe bittet, ihn zu heiraten.
Gemeinsam können sie die Druckerei wieder auf Vordermann bringen, und neue Werke drucken, und auch der Kindersegen lässt nicht lange auf sich warten.
Doch im Hintergrund brodeln bereits hitzige Diskussionen zwischen Katholiken und Evangelen. Ein gelehrter names Luther sorgt für Trubel – aber auch für Geld im Druckergeschäft.

„Die Buchdruckerin“ ist ein neues Meisterwerk von Sabine Weiss. Keine Sekunde Langeweile, keine Zeile, die nicht verschlungen werden wollte, kein historisches Detail, das nicht gefangen nahm.

Die Druckerin Margarethe Prüß entwickelt sich (genug Seiten hat sie ja…) ihrem Alter entsprechend, und Sabine Weiss weiß das auch anzumerken. Zu Beginn, mit jungen Jahren, ist Margarethe ungestüm, vorlaut und unvorsichtig. Sie sieht die Welt naiv – aber je älter sie wird, je mehr Kinder sie hat, und je größer ihre Verantwortung wird, desto besser lernt sie sich anzupassen, vertieft ihre Menschenkenntnis und lernt vor allem aus ihren Fehlern.
Die Zeit ihrer zweiten Ehe war selbst für mich als Leserin anstrengend, denn Johannes Schwan war nervig und unterdrückend. Sein Ende kam sehr plötzlich – fast als hätte die Autorin selbst die Nase voll von ihm.

Wie schon in den Büchern über Madame Tussaud hat Sabine Weiss auch hier wieder hervorragend recherchiert. Natürlich spielt sicher an gewissen Punkten die künstlerische Freiheit des Romans eine Rolle, dennoch hatte ich (als Mittelalterstudentin) an vielen Stellen das Gefühl, über alte Bekannte zu lesen. Nicht nur Martin Luther und seine Gegenspieler werden geschildert, auch andere bekannte Geschichtsfiguren kommen vor.

Meines Erachtens nach ist „Die Buchdruckerin“ nicht nur ein Muss für Fans von Geschichte (und starken Frauen natürlich), sondern auch für alle, die etwas über die Geschichte des Buchdruckes wissen wollen und wie der Druck mit beweglichen Lettern überhaupt seinen Anfang nahm. Es wird so viel über das Lesen geschrieben, und so viele Details der Bücher hervorgezaubert, dass nicht nur die Geschichte über die Familie Prüß interessant war!

Ich gebe 5 Sterne, weil Sabine Weiss eine tolle Autorin ist, und ich trotz der über 500 Seiten einfach nicht aufhören konnte zu lesen!

★★★★★
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