[Rezension] Garp und wie er die Welt sah

Garp und wie er die Welt sah – John Irving

rororo, Taschenbuch

Aus dem Amerikanischen „The World According to Garp“

9,95 €

[Bild von der Verlagsseite]

Inhaltsangabe des Verlags:

„Ich wurde geboren mit einem sonnigen Gemüt und der Gewißheit, daß die Welt verrückt ist.“ Die Welt des Schriftstellers Garp ist bevölkert von Lehrern und Huren, Spießern und Randexistenzen, Verlagslektoren und Mördern, Transsexuellen und Sittenstrolchen, Männern, Frauen und Kindern – grotesk, brutal, banal, perfide. Ein Pandämonium: unsere Welt. Diese Geschichte ist so absurd, so komisch, so tränenreibend, so kühl und sachlich, so wirklich und genau, daß man das Buch nicht mehr los wird.

Dieses Buch hatte ich fast ein Jahr auf dem Stapel liegen, und jetzt war mir danach, es endlich zu lesen.
Den gleichnamigen Film kannte ich bereits, und wusste, dass das Buch mich nicht enttäuschen würde.
Und: ich wurde mehr als positiv überrascht! Das Buch war eine so unter die Haut gehende, mitreißende Familiengeschichte, dass ich es nur mit Mühe zum Schlafen zur Seite legen konnte. Nicht nur packt einen das Schicksal von Garp, seiner Mutter, und seiner Familie, sondern auch Garps schriftstellerisches Schaffen.

Zeitweilig hatte ich das Gefühl, Irving hat die Geschichte und Garps Kreativität genutzt, um selbst mal richtig vulgär und abartig schreiben zu können, ohne seinen Ruf zu verlieren. Zwischenzeitlich waren die Produktionen aus der Feder Garps sehr derb, und wären zweifelsohne nie einzeln abgedruckt worden (wobei der heutige Büchermarkt doch ähnlich brutale Geschichten aufweist).

Doch im Vordergrund stand Garp, und seine Liebe zu seiner Frau Helen und seiner Mutter Jenny. Irving beschreibt wahnsinnig gut, wie der Mann fühlt, mit so vielen kleinen dezenten Hinweisen, dass ich teilweise das Gefühl hatte, selbst eine Figur des Romans zu sein.

Besonders schön waren die Fortschritte Garps als Schriftsteller. Ständig hatte er Sinnkrisen, ständig wusste er nicht, worüber er schreiben soll. Seine Geschichten waren ebenfalls voller Gefühle und Sehnsüchte. Mit passenden Worten (die in der Übersetzung sehr wohlklingend waren) wurden Schwierigkeiten und Hürden von Schriftstellern und die Tatsachen über Romane auf den Punkt gebracht.

So zum Beispiel hier:

„Er [Garp] schrieb einmal, ein Roman sei ’nur ein Platz zum Speichern – all der wichtigen Dinge, die ein Romancier im Leben nicht benutzen kann.‘ “ (S.602)

„Garp und wie er die Welt sah“ ist voller Gefühle, Schicksalen und Träumen, dass ich das Buch nur jedem ans Herz legen möchte, der sowohl ergreifende Familiengeschichten als auch gute Geschichten aus der Feder eines Mannes lesen mag!

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