Ein bisschen Geschichte

Zum ersten Mal werde ich auf diesem Blog nur indirekt auf ein Buch verweisen, aber nicht darüber schreiben, sondern etwas Privateres bloggen – letzendlich passt es aber doch wieder hier hin 🙂

Falls ihr es noch nicht wisst: Ich studiere Geschichte als Zweitfach (im Erstfach Germanistik) in Rostock.
Im Rahmen einiger Übungen hat man dabei manchmal ganz schöne Schmuckstücke in der Hand. Angefangen hat es im ersten Semester mit alten Münzen (die mich allerdings nicht sonderlich beeindruckt haben – immerhin hat in der Oberstufe ein Mitschüler mal einen Dinosaurierknochen vorgestellt, nebst Zahn) und dieses Semester habe ich eine Übung zu alten Siegeln, und eine zur Sütterlin-Schrift.
Im ersten haben wir uns mit Mecklenburgischen Siegeln der Universitäten, Klöster und Stadtoberhäupten auseinandergesetzt, und werden nächste Woche auch ein oder zwei originale Siegel anschauen, nicht nur als Foto über den Beamer. Interessant ist die Sphragistik-Übung (Siegelkunde) vor allem deswegen, weil ich im vergangenen Semester eine sehr interessante Vorlesung über Hilfswissenschaften hatte, in der die Themen viel zu kurz erläutert wurden, und viele bunte Bilder an die Wand projeziert wurden (unter anderem unsere Gründungsurkunde, und ich muss mal angeben: als älteste Norddeutsche Universität wurde die Uni Rostock auch noch vom Papst gegründet *ätsch*). In der heutigen Sitzung hatten wir dann die Zeit, mal genauer über das Rostocker Uni-Wappen zu sprechen (zu sehen rechts).

Heute Abend aber habe ich mein bisher tollestes Erlebnis seit Beginn meines Studiums gehabt (und ich bin letztes Semester schon entzückt gewesen, als ich mich so viel mit Sprachgeschichte auseinander gesetzt habe)!
Im Rahmen der Schriftübung waren wir in unserem Universitätsarchiv, das, womit ich ungelogen angeben kann, das umfangreichste des deutschen Nordens ist. Eigentlich sollten wir uns nur „alte“ Spruchakten der Juristischen Fakultät (gesammelt seit Gründung der Universität 1419) anschauen, haben dann aber einen kurzen Einblick in die „Schätze“ der Uni werfen dürfen. Dazu gehören die Gründungsurkunde (ihr erinnert euch: davon hatte ich bisher nur ein Bild gesehen, ihr seht es links) mit einem echten originalen Papstsiegel, das originale Siegel-Typar (quasi der Stempel, der das Wachs formte), die originalen Rektor-Zepter und das allererste Matrikelnummerbuch sowie das originale Statuenbuch – worin die allerersten Rektoren unserer Uni ihren Finger gelegt hatten, um den Leibeseid zu schwören!

Wie Loel Zwecker so schön in seiner Einleitung geschrieben hat: In diesem Moment habe ich mich als Teil der Geschichte empfunden. Ich werde auch mal mit Matrikelnummer in so einem Buch stehen. Ich werde mal erwähnt sein, nach meinem Tod lesen vielleicht immer noch Leute meinen Blog (der dann vermutlich in der Luft projeziert wird, und den man mit den Händen durch die Luft weiterblättert 😀 ). Meine Uni existiert seit 1419, ebenso wie meine Fakultät – und weil ich hier studiere bin ich ein Teil ihrer Geschichte. Es bleibt etwas von mir, ich war und bin Teil der Geschichte.


Übrigens: Wer hier gerne kommentieren möchte, es aber nicht kann, weil blogspot sich verstellt, kann mir einfach eine Mail schreiben, vielleicht können wir das Problem lösen.

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