[Rezension] DICK DOOF UND ARM?


DICK DOOF UND ARM?: Die große Lüge vom Übergewocht und wer von ihr profitiert – Friedrich Schorb

Droemer Knaur, Taschenbuch, 1. Auflage Oktober 2010

240 Seiten

16,95 €

Ein großer Dank geht an den Droemer Verlag für das Rezensionsexemplar!

Wir machen uns viel zu viele Gedanken!
Täglich wird uns durch mindestens einem Artikel, einer Anzeige oder einem Spot mitgeteilt, dass wir uns bitte gesund ernähren sollen, damit wir nicht dick werden und dem Staat auf der Tasche liegen. Denn laut den Politikern und sogenannten Gesundheitsforschern verursachen die Fettleibigen und Adipösen die höchsten Kosten im Gesundheitssystem, und bringen sicher in ein paar Jahren der Menschheit den Ruin!
Aber stimmen die ganzen Forschungen, Umfragen, Überschlagungen und Berechnungen überhaupt? Is(st) Deutschland wirklich so fett und gehört zu den dicksten Ländern Europas?

Diese und viele weitere Fragen stellt sich Friedrich Schorb in seinem Buch „DICK DOOF UND ARM?“. Bei der Suche nach Antworten deckt er viele peinliche Tatsachen auf, Fehler in den Statistiken, Überspitzungen von Vorfällen, und Übernahmen von ungeprüften Infos oder verdrehten Wahrheiten. Wieder und wieder wird deutlich, wie krass sich der Schlankheitswahn in den letzten Jahren entwickelt hat; dass Pharmakonzerne die Suche nach dem perfekten Körper mit Vorwürfen wir seien zu dick, vorantreiben um Geld zu machen; und dass wir uns letztendlich zu viele Gedanken um uns selbst machen.
Schorb betont deutlich, dass es gar nicht die Übergewichtigen und Adipösen sind, die leiden, sondern die „leicht übergewichtigen“, also der Normalo mit den kleinen Bauchpolstern und dem schlechten Gewissen bei einem Stück Schokolade.
Er deckt auf, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem gefühlten und dem tatsächlichen Übergewicht, und dass ersteres durch sogenannte Gesundheitskampagnen und dem ungerechtfertigten Senken des kritischen BMI-Wertes (in Amerika wurden über Nacht mehrere hunderttausend Menschen übergewichtig, ohne ein Gramm zugelegt zu haben), überzogen wird.

Friedrich Schorb hat in seinem Buch „DICK DOOF UND ARM?“ die Theorien und Statistiken rund um das Thema Übergewicht aufgeräumt. Seine Argumente sind schlüssig, seine guten Daten und Statistiken belegt, seine Quellen klingen glaubhaft.
Er prangert gezielt an, und schlägt auch gute Lösungen vor, die zwar vermutlich nie die konkrete Umsetzung erleben werden, aber sicher in den richtigen Händen viel ausrichten könnten.
Insgesamt war das Buch nur schwer zu lesen, die aufgezeigten Lügen, Statistiken, Summen, Zahlen und Theorien waren schockierend, regten zur Diskussion und zum Nachdenken an, und mussten verdaut werden.

Ich empfehle es auf jeden Fall jedem, der sich ein bisschen zu dick fühlt (und sei es nur ein Kilo), denn im Anschluss war für mich zum Beispiel klar: Ich bin doch völlig gesund, was mache ich mir für Gedanken?!
Interessant ist es auch für alle, die gerne Gesellschaftskritische Bücher lesen, die nicht von Pharmakonzernen gesponsert werden, oder einfach nur nachplappern.

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