[Interview] Annette Eickert

Annette Eickert wurde im Herbst 1978 in Worms am Rhein geboren. Auf die Mittlere Reife folgte zuerst eine erfolgreiche Ausbildung zur Arzthelferin, wonach sie schließlich nach reiflicher Überlegung eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolvierte. Im Juni 2005 kam die Wendung in ihrem Leben, denn die Ärzte diagnostizierten Multiple Sklerose. Inspiriert von vielen Fantasybüchern, erschuf sie ihre eigene Fantasywelt – und seitdem ist das Schreiben ihre größte Leidenschaft. Derzeit wagt sie sich in das Genre Thriller vor. Liebe Annette, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mir ein paar Fragen zu beantworten:

Wie sieht dein perfekter Tag aus?Er beginnt mit ausschlafen, einem guten starken Kaffee und einem guten Buch. Doch meistens klappt es mit dem Buch nicht, da ich mich meist vormittags auf meine eigenen Texte stürze. Dazu viel Sonnenschein, auf dem Balkon sitzen mit dem Laptop und den Tag dann abends mit einem guten Buch ausklingen lassen.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?Richtig mit dem Schreiben angefangen habe ich nach meiner Diagnose Multiple Sklerose. Vorher habe ich immer nur für mich geschrieben, aber ohne jemals daran zu denken, etwas zu veröffentlichen. Doch als mir mein Neurologe damals sagte, ich sollte etwas tun, was mein Gehirn anregt (und er mir riet ich sollte das Telefonbuch auswendig lernen), habe ich zum ersten Mal ernsthaft mit dem Schreiben auseinander gesetzt. So entstanden dann auch meine ersten Fanfictions. Niemals hätte ich gedacht, dass anderen meine Geschichten gefallen würden, doch plötzlich bekam ich positives Feedback und ich habe weiter gemacht und seitdem auch nicht mehr aufgehört.

Was reizt dich am Schreiben?
Dein Eintauchen in eine andere Welt, ob Fantasy oder Thriller. Jedes Mal aufs Neue ist es eine ganz eigene Welt für mich. Mir die Szenen auszudenken und sie dann zu schreiben, das macht mir sehr viel Spaß und es kann nach einer Zeit wirklich süchtig machen, ganz besonders den Figuren ihren eigenen Charakter zu verleihen.

Gab es Schriftsteller, die dir ein Vorbild waren/sind?
Ein ganz großes Vorbild ist R.A. Salvatore, der mich mit seiner damaligen Dunkelelfenreihe in seinen Bann gezogen hat und mich seitdem auch nicht mehr loslässt. Ich liebe seine Geschichten und kann sie jedes Mal aufs Neue verschlingen (und das meine ich wörtlich) *lach*
Aber auch Margret Weis, die gemeinsam mit Tracy Hickman und der Drachenlanze bekannt geworden sind. Einmal so schreiben zu können, wäre fast wie eine Gabe Gottes.

Was ist dein Lieblingsbuch?
“Der dritte Sohn“ von R. A. Salvatore. Mit diesem Buch bin ich zum ersten Mal in die Welt der Drow, Intrigen und Götter eingedrungen, die mich bis heute fasziniert.
Wie bist du auf die Idee zu den Ysanter-Büchern bekommen?Die Idee entstammt aus einer meiner früheren Fanfictions. Als ich mir dazu eine Fortsetzung überlegte, dachte ich mir, wieso versuche ich es nicht einfach mal als eine ganz eigene Geschichte. Ynsanter ist das Ergebnis.
Wie kam es zur Geschichte „Pech und Schwefel“, und wovon handelt diese?
Die Idee entstand während des Schreibens von „Ynsanter“. Meine Betaleser haben mir immer wieder gesagt, wie toll sie die Zwillinge finden und sie mehr über ihre Vergangenheit wissen möchten. Dann habe ich mir Notizen dazu gemacht und am Ende kam „Pech und Schwefel“ zum Vorschein.
Es geht um die eineiigen Zwillingsbrüder Ronor und Nomarac. Bei einem Aufstand in ihrer Heimats
tadt gegen den Klerus werden sie in der Nacht des Chaos zu Waisen. Ihr Vater war der Hohepriester und wurde regelrecht abgeschlachtet. Plötzlich auf sich gestellt, sehen die Brüder der harten Realität ins Auge. Verzweifelt versuchen sie den Überlebenden klarzumachen, dass sie die Kinder des Hohepriesters sind, doch niemand will ihn überhaupt zuhören. So geraten sie von einer Gefahr in die nächste. Unterschlupf und ein einigermaßen sicheres neues Zuhause finden sie schließlich in einem Bordell. Die Prostituierte Liehshy sieht in ihnen so etwas wie ihre eigenen Söhne und hilft ihnen. Doch auch im Bordell schweben die Zwillinge in Gefahr – Intrigen stehen auf der Tagesordnung. Mit der Hilfe von Liehshy können die Brüder einige Jahre später fliehen, doch das Leben meint es nicht gut mit ihnen. Erst als der geheimnisvolle Venarez auf der Bildfläche erscheint, erfüllt sich ihr Schicksal.

Dein neustes Projekt heißt „Sträflingskarneval“. Wie bist du darauf gekommen, und worum wird es gehen?
Es war eine Blitzidee. Plötzlich war sie da und ich habe mich sofort daran gemacht zu schreiben. Das kommt bei mir selten bis gar nicht vor.
Sträflingskarneval spielt in Irland der Neuzeit. Dort gibt es einen uralten Druidenorden, der sich über die Jahrhunderte im Geheimen überlebt hat und nach seinen eigenen Regeln und Traditionen lebt. Die Hauptfigur Ryan Tavish (ein anfänglich 17jähriger Teenanger) wird durch ein tragisches Ereignis plötzlich in ein Netz aus Rätseln und Intrigen gezogen. Doch seine beste Freundin Kimberly steht ihm mit Rat und Tat zur Seite.

Im Verlauf der Geschichte freundet Ryan sich mit einem angeblichen Verräter des Ordens an, Adain McGrath, und damit beginnt nicht nur eine Berg- und Talfahrt der Gefühle, sondern ein Geheimnis jagt das nächste. Denn der eigentliche Verräter ist der neue Großmeister des Ordens. Er sucht den kostbarsten Schatz der Menschheit und will damit die bis dahin bestehende Ordnung völlig auf den Kopf stellen. Dabei geht er über Leichenberge. Doch Ryan, Kimberly, Aidan und dessen bester Freund Gillean wollen ihn aufhalten und tauchen dabei in eine Welt ein, die ihnen nicht nur fremd, sondern auch tödlich ist. Ihr Plan: sie wollen den Großmeister aufhalten und stoßen dabei selbst auf den mysteriösen Schatz.

Was steckt von dir in deinen Figuren?
Nicht ganz so viel, wie vielleicht einige meinen. Ich sehe die Figuren immer aus der Sicht des Lesers und genauso gestalte ich sie auch. Doch ab und zu fließt mein Sarkasmus oder Humor mit ein.

Welche Figur aus deinen Geschichten liegt dir besonders am Herzen?
Zum einen Ronor (aus Pech und Schwefel), ich habe den kleinen Jungen einfach in mein Herz geschlossen. Selbst in den Ynsanter-Büchern, wo Ronor erwachsen ist, könnte ich mich mit ihm einfach am besten identifizieren. Ich schreibe ihn gerne, denn obwohl er oft sehr harmlos erscheinen mag, ist er es nicht. Er hat es sozusagen Faustdick hinter den Ohren *lach*

Anders als noch vor ein paar Jahren sind Autoren heute durch Facebook, Twitter und Co. viel mehr mit ihren Lesern und Fans verknüpft. Wie gehst du mit den „neuen Medien“ um?
Ich bin auf diesen Portalen immer sehr vorsichtig. Niemals sollte man zu viel aus seinem Privatleben erzählen, denn obwohl es mir schmeichelt und ich mich freuen, mit meinen Lesern Kontakt zu haben, kann man nie wissen, wer am Ende sitzt.
Andersherum habe ich dadurch schon sehr viele nette Leute kennen gelernt mit denen ich mich sehr gerne unterhalte, denen ich vertrauen kann und mit denen ich mich auch näher privat unterhalte.

Was war dein schönstes Erlebnis mit „Fans“?
Es gibt zwei Erlebnisse. Der erste war 2009 auf der RingCon in Bonn. Dort durfte ich meine alle erste Lesung halten und obwohl ich wahnsinnig aufgeregt war, haben mich die Fans doch beruhigt. Sie haben mir zugehört und waren neugierig auf das, was noch kommen wird. Ich kam mir plötzlich nicht mehr so alleine vor. Ich saß vorne und alle starrten mich an, aber sie haben mir auch den Mut verliehen weiter zu machen. Ich kann es kaum erklären, aber so etwas zu erleben ist einfach einmalig.
Das zweite Erlebnis ist die derzeitige Leserunde zu meinem Roman „Pech und Schwefel“. Es ist ungemein interessant zu lesen, wie die vielen verschiedenen Menschen das Buch aufnehmen, vor allem die einzelnen Hauptcharaktere. Außerdem macht es mir Spaß diese Leserunde persönlich zu begleiten.

Vielen Dank für das Interview!

Leseproben und News zu ihren neusten Taten findet ihr auf ihrer Homepage: http://autorin-annetteeickert.blogspot.com/

Reinlesen und mit einer Empfehlung unterstützen könnt ihr Annette auch bei neobooks: Leseprobe

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