[Rezension] Die Wachsmalerin

Die Wachsmalerin – Sabine Weiß

Historischer Roman

List / Ullstein Buchverlag GmbH

4. Auflage November 2009

416 Seiten

8.95 €

Vielen Dank für den List/Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar!

Inhalt:

Marie Grosholtz und ihre Mutter ziehen 1766 nach Paris, als Marie gerade 5 Jahre ist. In ihrer Heimat werden sie beschimpft und nicht gerne gesehen, denn sie sind eine in Schande gefallene Henkersfamilie.

In Paris jedoch beginnen sie bei Doktor Curtuis ein neues Leben. Philippe Curtuis, ebenfalls ehemaliger Deutscher, führt ein Wachsfigurenkabinett, für das er Personen des öffentlichen Lebens portrairtiert. Als Marie etwas älter ist, nimmt „Onkel“ Curtuis sie in die Lehre, und bringt ihr sein Wissen über die Wachsfiguren bei. Zunehmend gewinnt Marie darin Geschickt, und übernimmt mehr und mehr die Leitung des Kabinetts und es Portraitierens. Ihr Onkel wird dabei in die politischen und militärischen Geschehnisse eingebunden, denen Marie und ihre Mutter stets zu entgehen wissen.

Doch eines Tages werden auch sie festgenommen – ohne den Grund zu wissen.

Nun können sie nur auf einflussreiche Bekannte hoffen.

Meinung:

Sabine Weiß hat mich bereits in der Leseprobe ihres neusten Romans „Die Buchdruckerin“ zu überzeugen gewusst. Und ihr erster Roman „Die Wachsmalerin“ ist um keinen Deut schlechter.

Schon zu Beginn hatte ich das Gefühl, sie sieht selbst mit den Augen von Marie, die jedes kleine Detail von Gesichtern und menschlichen Gesten einfängt, um sie später so getreu wie möglich zu portraitieren. Da ich selbst schon die Wachsfiguren in England gesehen habe, wusste ich auch um ihre Großartigkeit und Ausstrahlung.

Es war sehr interessant zu lesen, wie die junge Marie und ihre Mutter in die Strudel des protestierenden und revolutionierenden Frankreichs geraten – und Marie ihren Überzeugungen dennoch treu bleibt.

Es wird eine nervenzerreißende Spannungskurve durch den Prolog aufgebaut, und im Nachhinein wollte ich nur bei Frau Weiß anrufen, und sie für den tollen Einfall dieses Aufbaus loben. Zunächst dachte ich, dass der Beginn ja schon alles voraus nimmt, aber es ist nur ein Vorgeschmack auf die spannende Geschichte von Marie, ihrer Mutter, ihrem Onkel und den wenigen Menschen, die Marie näher kommen und sie ein Teil ihres Weges begleiten.

Als der Name „Tussaud“ endlich fiel, musste ich das Buch für einen Moment zur Seite legen, so nahe ging mir dieser Augenblick, der endlich zu der Madame Tussaud führte, die ich die ganze Zeit vor Augen hatte.

Ich bin wahnsinnig gespannt auf die Fortsetzung, die glücklicherweise schon erschienen ist!

Ebenso empfehlenswert ist an dieser Stelle natürlich auch der neuste Band „Die Buchdruckerin“ (Leseprobe bei Vorablesen.de).

Mein Fazit: Selten ist mir ein historischer Roman so lebensecht und überzeugend vorgekommen, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Und selten habe ich so wenig störende Ausschmückungen feststellen können (nämlich gar keine!). Ein absolut empfehlenswertes Buch!!!

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