[Rezension] Ein Sukkubus in Nöten


Ein Sukkubus in Nöten – Jackie Kessler

Egmont-Lyx Verlag
Deutsche Erstausgabe 2010

378 Seiten, Taschenbuch

9,95 €

Inhalt: Die Sukkubus Jezebel flieht aus der Hölle. Grund? Es wird ihr eindeutig zu heiß da unten!
In der Welt der Menschen kann sie aber nur überleben, wenn sie selbst einer wird, und so lässt sie sich kurzerhand verwandeln, und reist nach New York. Auf sie wurde mittlerweile ein Kopfgeld ausgesetzt, und es gilt dringend den Verfolgern zu entfliehen.
Auf der Reise nach New York lernt Jezebel den attraktiven Paul kennen, der zu allem Übel auch noch ihr letzter Auftrag der Hölle war.
Jezebel bewirbt sich in einem Striplocal als Tänzerin, mit Sex und Männern weiß sie schließlich umzugehen, und ohne Geld – das weiß sie mittlerweile – wird sie nicht weit kommen.
Doch Mensch sein ist gar nicht so leicht, erst recht nicht, wenn einem die Kreaturen der Hölle immer mehr auf die Schliche kommen. Wem kann Jezebel trauen, und wem nicht?

Meinung:
Eigentlich wollte ich „Ein Sukkubus in Nöten“ nur anlesen, um zu schauen wie das Thema über Sex-Dämonen ist, und wie die Autorin schreibt. Doch die mitreißende, teilweise vor schwarzem Humor nur so triefende Handlung riss mich von der ersten Zeile an mit. Jezebel ist ein ungeduldiger, Sexsüchtiger Dämon voll Sarkasmus und böser Gefühle. Da das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, war ihre Weltanschauung umso intensiver – und die Witze doppelt so treffend.

Bereits nach zwei Tagen hatte ich das Buch durch, denn die Handlung war flüssig, schön geschrieben und gut nachvollziehbar. Abgesehen davon, dass eigentlich mindestens zwei Drittel aller Geschehnisse mit Sex zu tun hatten, waren auch Jezebels Erlebnisse sehr amüsant. Ihre Verwandlung in die Menschlichkeit war detailreich und humorvoll geschrieben. Kessler hat wirklich gut überlegt, wie sich ein Dämon wohl einleben könnte, und wie die Umwelt reagiert.
Teilweise fand ich die Sprache etwas derb, vor allem wenn Jezebel über ihre Liebe zum Akt sprach. Ihr ging es hauptsächlich um den Raub der Seele des Menschen, was ja an sich auch zu einem Sukkubus passt. Gegen Ende des Buches sprach sie aber eindeutig zu oft davon, jemanden einfach „die Seele aus dem Leib zu vögeln“.

In den Personen hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Kessler hat ziemlich ausgeschmückt über Erotik und Erregung geschrieben, dabei aber andere Eigenschaften außen vor gelassen, was ich etwas schade fand. Besonders Paul hätte mehr Spielraum vertragen, denn auch wenn Jezebel ihn wahnsinnig attraktiv fand, und die meiste Zeit ihres Zusammenseins nur an die Vereinigung mit ihm zu denken schien, fehlte ihre Sicht über Humor, und Ernst, oder auch die Berufe.

Die Beschreibung der Hölle war ausgesprochen humorvoll, und sprach für viel Recherche und Überlegung von Seiten Kesslers.

Dennoch hat Kessler auf jeden Fall viel Potential, und das Buch ist mal etwas ganz anderes als die zur Zeit vorherrschenden Geschichten über Vampire und Werwölfe.
Ich empfehle es wärmstens für Liebhaber von außergewöhnlichen Dämonen, Erkundern von neuen Höllengeschichten, und Fans von schwarzem Humor!

Einen großen Dank an den Egmont-Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Ein Gedanke zu “[Rezension] Ein Sukkubus in Nöten

  1. Das klingt total interessant und das Cover spricht mich auch an, aber der Titel… hätte ich nur den Titel, würde ich es nicht lesen! Und ich muss dabei immer an einen Bibliothekskatalog wie den GVK ohne Cover-Anzeige denken…

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