[Rezension] Der Minnesänger



Der Minnesänger – Tim Pieper

Historischer Roman

Heyne Verlag

477 Seiten, Taschenbuch

Inhalt:

Schon in seiner Kindheit war die beste Freundin Hartmanns von Aue die hübsche Judith. Da Hartmann aber nur der zweitgeborene Sohn war, schickten seine Eltern ihn in eine Klosterschule, damit er dennoch eine Lebenschance neben dem Bauerndasein hatte. Als er endlich zurückkehren kann, muss er feststellen, dass seine Jugendliebe mit dem freien Bauern August verheiratet ist. Nach und nach finden aber beide heraus, dass der andere die Liebe ihres Lebens ist.

Doch bis sie endlich glücklich sein können, steht noch ein weiter Weg bevor, der sie über Jerusalem, den Kerker, und viele weitere Schwierigkeiten führt.

Meinung:

Das Buch „Der Minnesänger“ fing zunächst sehr gut an. Die Kindheit Hartmanns wurde zwar nicht so sehr beschrieben, da es zunächst aus Sicht seines Vaters geschrieben wurde, dennoch kamen sehr schöne Bilder vom Dorf und den Kampfschauplätzen auf. Nach und nach ließen die Beschreibungen jedoch nach. Die Szenen wurden leider immer kürzer, und ich hatte zunehmend das Gefühl, teilweise das Skript eines Filmes zu lesen. Immer wieder brach das Kapitel an einer „spannenden“ Stelle ab, um dann einen Sprung zum nächsten Kapitel zu machen, wo es leider ohne deutlichen Zusammenhang zum vorherigen Geschehen weiterging. Diese kurzen Szenen waren zunächst nicht störend, zerstörten aber zunehmend den Lesefluss.

Leider konnte das Buch damit auch keine besondere Stimmung aufbauen, auch wenn Tim Pieper sich sichtlich Mühe gegeben hat, die Minnekunst von Hartmann von Aue einzufangen und darzustellen. Einzige die Liebe zur Musik und die Loyalität zum Herzog können beim Lesen nachvollzogen werden, bei den meisten Figuren fehlt aber die Tiefe, und es lesen sich Klischees über die gute Jungfrau, den bösen Dorffiesling, und den träumerischen Musiker heraus.

Die angekündigte „stürmisch-romantische Mittelaltersaga“ enttäuschte mich.

Dieses Buch wurde gelesen für den Rezensionswettbewerb von Herzgedanken.

Vielen Dank an Rici für die Organisation des Wettbewerbs und den Heyne-Verlag für die Bereitstellung des Exemplares!

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