[Rezension] Die Maurin



Die Maurin

Lea Korte

663 Seiten, 3 Unterteilungen

Knaur Verlag

Granada 1478. Die junge Maurin Zahra gerät durch Zufall sehr nah in den sich anbahnenden Konflikt zwischen den Mauren und den Kastiliern. Die spanische Königin Isabel will sich ihr Land zurückerobern, nachdem der maurische Emir plötzlich die jährlichen Tributzahlungen verweigert. Bei der Begegnung mit den Abgesandten der Königin verliebt Zahra sich in den Christen Gonzalo, eine Liebe die keine Hoffnung haben kann.

Nicht lange danach entbrennt der heiße Krieg zwischen den Fronten, und als Hofdame Aischas, der Herrscherin von Granada, wird Zahra immer wieder als Übersetzerin eingesetzt, denn sie kann sowohl Arabisch als auch fließend Spanisch sprechen.

Als dem Krieg ein Ende gesetzt werden soll, muss die Muslimin sogar an den christlichen Hof, um als Vertraute auf den Sohn des neuen Emirs aufzupassen. Doch wieder spielt das Schicksal ihr einen Streich. Zunächst scheint es, dass sie und Gonzalo sich sogar annähern können, doch er hat noch einen Bruder, der ebenfalls ein Auge auf Zahra geworfen hat.

Im Krieg um das maurische Land führt auch die Liebe ihren ganz eigenen Krieg. Am Ende ist alles ganz anders als Zahra erwartet hatte.

„Die Maurin“ ist ein so fesselnder Roman, wie ich ihn lange nicht erlebt habe. Zunächst hatte ich meine Schwierigkeiten mit den Namen, und den Orten (teilweise hätte ich eine angehängte Karte sehr gut gefunden), auch haben mich die Meinungen einiger Personen ziemlich aufgeregt, dass ich das Buch hin und wieder zur Seite legen musste, um mich abzureagieren (zum Beispiel beim Verrat der Brüder). Zahras Geschichte fand ich aber wunderbar lebendig, und sehr emotional. Ob es sie gegeben hat oder nicht, war mir schnell unwichtig, es galt nur, zu erfahren wie sie weiterleben kann.

Wie das so meine Tradition ist, habe ich auch bereits nach den ersten Kapiteln die letzte Seite gelesen, und das schürte meine Neugier noch mehr, wie Zahra nun zu ihrem Mann kam (was zu Anfang des Buches einfach völlig ausgeschlossen scheint). Und etwa bei der Hälfte des Buches schien es, als käme die Liebesgeschichte endlich ins Rollen, aber dann kam doch wieder alles anders. Ich hatte Herzklopfen und Schweißausbrüche, als Zahra über ein halbes Jahr im Kerker schmoren musste. Durch Mitgefühl wollte ich weiterblättern, schneller lesen, um die Muslimin endlich von ihrem Leid erlösen zu können!

Der Schreibstil der Autorin war auch in ihrem zweiten Buch wieder sehr gewählt. Es war schnell zu bemerken, dass Lea Korte keine Umgangssprache schreibt, ihre Hauptpersonen drücken sich überlegt und gehoben aus, was wiederum angenehm für den Lesefluss war.

Gegen Ende des Romans sind mir immer wieder kleine Bemerkungen aufgefallen wie „er strich sich vom Nacken über den Hals“, solche Kleinigkeiten finde ich wichtig für Geschichten. Es zeugt davon, dass die Autorin sich so tief in die Geschichte gesetzt hat, als wäre sie selbst dabei gewesen.

Der zweite Roman von Lea Korte hat mich noch mehr mitgerissen als „Die Nonne mit dem Schwert“. Das lag sicher auch daran, dass Frau Korte bei ihrem zweiten Band einfach noch mehr Liebe zu ihrem Land empfunden hat, und auch mehr Freiheiten, weil ihre Hauptperson weniger als eine historische Persönlichkeit gebunden war. Ich freue mich sehr auf weiter Bände von Frau Korte, ob sie nun Geschichte aufarbeitet oder frei schreibt!

Vielen vielen Dank an Lea Korte und den Droemer-Knaur Verlag für die Bereitstellung des Exemplares!

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