[Rezension] Sherlock Holmes und die Büste der Primavera

Sherlock Holmes und die Büste der Primavera – Franziska Franke
KBV Verlags- und Mediengesellschaft mbH
Originalausgabe 2009
24 Kapitel, 270 Seiten
Inhalt:
Florenz 1891: Nach dem Tod seines Erzfeindes Professor Moriarty und nach seinem eigenen spektakulären Verschwinden an den Schweizer Reichenbachfällen glaubt sich Sherlock Holmes zunächst im sonnenbeschienenen Florenz gänzlich unerkannt, doch anlässlich der schicksalhaften Begegnung mit dem englischen Buchhändler David Tristram gibt er ihm gegenüber sein Incognito rasch auf. Er wird dafür mit einem Rätsel belohnt, das so ganz nach seinem Geschmack ist: Erst vor Kurzem ist Tristrams Schwiegervater, ein talentierter florentinischer Bildhauer, auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Der Detektiv beginnt sogleich seine Ermittlungen in der Villa des zwielichtigen Kunsthändlers Mortimer Hopper, der Holmes zudem den Auftrag erteilt, eine verschwundene Marmorbüste wiederzubeschaffen. Zum Erstaunen des Buchhändlers willigt Holmes ein, sich auch dieses Falles anzunehmen. Die weiteren Ermittlungen führen Holmes und seinen zeitweiligen Gehilfen Tristram auf eine wilde Jagd quer durch das Italien des zu Ende gehenden neunzehnten Jahrhunderts, durch das nächtliche Rom und das geheimnisvolle Venedig. In der Lagunenstadt schließlich sieht Holmes seine finstersten Vermutungen bestätigt: Er scheint nicht der einzige zu sein, der den verhängnisvollen Zweikampf an den Reichenbachfällen überlebt hat …
Meinung:
„Sherlock Holmes & die Büste der Primavera“ ist das erste Buch von Franziska Franke.

Und sie hat viel gewagt… aber auch viel geschafft!!!

Nach der Hälfte des Buches ist der Fall von Tristam scheinbar gelöst, und als Leser fragte ich mich, warum es noch weitergehen sollte. Doch ich wurde überrascht von einer eigentlich sehr abwegigen Wendung: Holmes Erzfeind sollte hinter den Geschehnissen stecken?

Nicht nur Holmes‘, sondern auch mein Interesse war geweckt. Trotz dieser scheinbaren Unterbrechung in der Mitte der Geschichte fesselt das Buch einen an sich, und ich konnte es bis zum Ende nicht freiwillig zur Seite legen.

Die Schreibweise von Franke ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, sie benutzt Fachwörter an den richtigen Stellen, ohne dass es jedoch überladen wirken würde.

Immer wieder fällt die aufwendige Recherche für einzelne Szenen auf, sofern Franke nicht selbst leidenschaftliche Kunstsammlerin, Golfspielerin und Ermittlerin ist, und fließend Italienisch spricht. Auch ihre Kenntnisse von Florenz müssen genauestens und in langer Vorbereitung erarbeitet worden sein. Die historische Genauigkeit – selbst wenn hin und wieder nur künstlerische Freiheit dahinter stecken sollte, was ich nicht glaube – beeindruckt bei jeder Beschreibung.

Meine Lieblingsszene ist eindeutig die Golfszene, in denen sich Holmes als Inder verkleidet um Nachforschungen anstellen zu können. Nicht nur in diesem Moment überrascht der Meisterdedektiv mit so genauen Beobachtungen, dass es mich als Leser reizt, mehr über Holmes und seine Abenteuer zu lesen.

Hoffentlich bleibt dies nicht das letzte Abenteuer von Franke über den englischen Geheimdedektiv. Wenn doch, bin ich sehr gespannt was Franke das nächste Mal aus ihrem Ärmel zaubert! Lesenswert wird es auf jeden Fall!
Update Sommer 2010: Bereits diesen Herbst wird der zweite Band von Franke veröffentlicht: Zu finden bei AMAZON.
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