[Rezension] In meinem Himmel

In meinem Himmel

(engl. The lovely Bones)

Alice Sebold

Wilhelm Goldmann Verlag, Sonderveröffentlichung Januar 2010

382 Seiten

Inhalt: Die junge Susi Salmon wird auf dem Rückweg von der Schule von ihrem Nachbarn George Harvey auf dem Maisfeld in eine Höhle gelockt. Dort vergewaltigt und tötet der Mann sie. Susie, die sich in einem Himmel gestaltet nach ihren Vorstellungen wiederfindet, kann aber noch nicht von ihrem Leben loslassen, kann ihren Tod nicht akzeptieren. Obwohl ihr im Himmel gesagt wird, dass dadurch ihre Familie ebenfalls leidet, klammert sich die Ermordete an ihre Geschwister und ihre Eltern. Über viele Jahre Hinweg beobachtet sie jene und ihren Werdegang, beneidet ihre Schwester um deren Weg und das Leben, neidet an ihrem Bruder die Nähe zum Vater, sorgt sich um das Familienoberhaupt und begleitet ihre Mutter. Nebenbei beobachtet sie ebenfalls ihre Jugendliebe Ray, der zunächst um sie trauert, mithilfe seiner neugewonnenen besten Freundin aber lernt, im Guten an Susie zu denken. Auch er geht seinen Weg, und Susie lernt im Himmel nach und nach die Zurückgebliebenen loszulassen. Sie findet dort sogar ihren Großvater wieder. Die lebenden behalten Susie immer in Erinnerung.

Das Buch habe ich mir nach dem Film gekauft, und war zunächst sehr überrascht über die Komplexität, mit welcher Sebold den Tod und das Leben im Himmel beschreibt. Oft springt sie in der Zeit, wenn auch nur gering, vor und zurück. Im Verlauf des Buches habe ich Susie nach und nach besser kennengelernt, erst allmählich erschloss sich mir der von Sebold erdachte Charakter. So waren manche Taten am Anfang erst später verständlich (wie zum Beispiel die hingebungsvolle Liebe zum Vater). Tatsächlich konnte Sebold auch noch richtig Spannung aufbauen – obwohl ich den Film ja kannte! Denn anders als von Peter Jackson erdacht, erfährt die Familie z.B. nie endgültig, wer der Mörder war, und nur ich als Leserin kannte alle Details. Zum ersten Mal seit so einigen Büchern wollte ich in das Buch einsteigen und den Protagonisten alles verraten – oder die Meinung geigen…
Der Film ist dem Buch sehr ähnlich, aber doch anders. Das Buch ist ein – wenn auch schwieriges – sehr lesenswertes Buch. Alice Sebold hatte eine schöne lebendige Sprache, mit bunten Vergleichen und bildhaften Beschreibungen. Es gehört jetzt auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbüchern.

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